Micha Brumlik, Publizist und Autor

Erziehungswissenschaft, Religionsphilosophie, Politik

Archive for Dezember, 2013

TAZ| Buch über Urbanität und Freiheit – Die Bühne der Zusammenstöße

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Ist die Emanzipation in Großstädten wirklich nur um den Preis der Zerrissenheit möglich? Eine Neuerscheinung stellt sich dieser Frage.

Stadtluft, so wusste es schon das Mittelalter, Stadtluft macht frei, allerdings: Es scheint, als ob das, was man „Stadt“ nennt, erst in der Moderne zu sich gekommen ist. Stadtluft macht frei – heißt das, dass Befreiung und Emanzipation erst in der Stadt möglich wurden?

Die Stadt – obwohl sehr viel früher entstanden – ist die Lebensform der Moderne. Ohne dass man sich ihrer immer bewusst ist, prägt sie doch Alltag so gut wie Erleben, stellt sie den vorbewussten, unthematischen Hintergrund allen Handelns, Denkens und Fühlens dar.

Der Gießener Historiker Friedrich Lenger entfaltet die Geschichte der „europäischen“ Stadt heute – zu Beginn eines 21. Jahrhunderts, in dem Global Cities wie New York, Hongkong oder Delhi die Welt mindestens so stark prägen werden wie London, Paris, Wien oder Berlin das 19. und 20. Jahrhundert geprägt haben.

In seiner Studie verbindet er die Geschichte des Wohnens, von Architektur und Stadtplanung mit der Geschichte von Klassenkämpfen und der Evolution der Technik; mit vielfältigen Themen, die er ebenso im Blick hat wie den durch die Boulevardpresse verursachten „Strukturwandel der Öffentlichkeit“.

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Written by lbucklitsch

Dezember 30th, 2013 at 5:41 pm

TAZ| Liberalismus bei John Stuart Mill – Eine mögliche gute Regierung

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Von der repräsentativen Demokratie sind heute viele Menschen ausgeschlossen. John Stuart Mill erinnert daran, was Liberalismus sein könnte.

Der neue Heilsbringer der FDP, Christian Lindner – seine Partei notiert derzeit in der Wählergunst bei 3 Prozent –, gibt sich nachdenklich. In einem ausführlichen Gespräch mit der Süddeutschen Zeitungbeteuert er nicht nur, dass er und seine Partei keine Kapitalisten seien, nein, er beschwört sogar eine der sozialliberalen Ikonen des letzten Jahrhunderts, den Soziologen Ralf Dahrendorf, mit dessen Parole von der „Bildung als Bürgerrecht“.

In dem Gespräch versichert Lindner weiter, dass die Politik seiner Partei nicht gegen die sozial Schwächeren gerichtet sei, sondern nur einen solchen Eindruck erweckt habe.

Indes, es existiert ein Bild von Lindner in seinem Büro, an dessen Wände zwei gerahmte Fotografien hängen: eine von Ralf Dahrendorf, die andere aber von Friedrich August von Hayek, dem ideologischen Mastermind des Neoliberalismus, der so weit ging, den Putsch Pinochets abzusegnen. Wenn es Lindner mit seinem Gesinnungswandel ernst ist, sollte er Hayeks Fotografie schleunigst abhängen und durch ein Bild des liberalen Theoretikers John Stuart Mill (1806–1873) ersetzen.

Wer wissen will, warum, kann sich darüber in einer soeben erschienenen Neuausgabe von Mills 1861 erstmals publizierten „Betrachtungen über die Repräsentativregierung“ informieren, das die Politologen Hubertus Buchstein und Sandra Seubert mit einem informativen Nachwort neu ediert haben.

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Written by lbucklitsch

Dezember 15th, 2013 at 5:44 pm