Micha Brumlik, Publizist und Autor

Erziehungswissenschaft, Religionsphilosophie, Politik

Archive for August, 2015

TAZ| Studie zu Rassismus und Antisemitismus in Niedersachsen: Jeder siebte Niedersachse ist rechtsextrem

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In Niedersachsen findet jeder fünfte Deutsche Türken „als Nachbarn unangenehm“, jeder Dritte aus der Ex-Sowjetunion will keine homosexuellen Nachbarn.

In Niedersachsen ist jeder siebte Einwohner ausländerfeindlich eingestellt. Dies ist das Ergebnis einer großen Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN). Mit 48,1 Prozent stimmt danach fast die Hälfte der Befragten der Aussage zu, „in Deutschland lebende Ausländer sollten ihren Lebensstil besser an den der Deutschen anpassen“.

Fast acht Prozent wollen Ausländern „jede politische Betätigung untersagen“, und für knapp sechs Prozent sind MigrantInnen pauschal „kriminell“. Jeder 20. findet sogar, Ausländer sollten nur untereinander heiraten dürfen.

Dabei sind die KFN-Ergebnisse durchaus repräsentativ: Per Post hat das renommierte Institut 10.000 zufällig ausgewählte Menschen zunächst angeschrieben, ihnen danach einen 20-seitigen Fragebogen zugeschickt. Geantwortet haben knapp 6.000 – was auch an einem Fünf-Euro-Schein gelegen haben mag, der als Dank für die Teilnahme beilag.

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August 25th, 2015 at 1:37 am

Bundestag| Antisemitische Straftaten

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Im zweiten Quartal dieses Jahres sind nach Angaben der Bundesregierung insgesamt 168 Straftaten mit antisemitischem Hintergrund gemeldet worden. Darunter waren zwei Gewalttaten, von denen je eine auf die politisch rechts motivierte Kriminalität sowie auf die politisch motivierte Ausländerkriminalität entfiel, wie aus der Antwort der Bundesregierung (18/5741) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (18/5585) hervorgeht.

Danach entfielen 160 der genannten Straftaten auf die politisch rechts motivierte Kriminalität, sechs auf die politisch motivierte Ausländerkriminalität und zwei auf die „sonstige“ politisch motivierte Kriminalität. Auf den Bereich der politisch links motivierten Kriminalität entfiel keine der 168 Straftaten. Wie die Regierung ausführt, werden sich „alle Zahlen aufgrund von Nachmeldungen und Korrekturen noch (teilweise erheblich) verändern“.

Quelle: Deutscher Bundestag

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August 21st, 2015 at 5:55 am

JA| ANTISEMITISMUS: Dokumentation des Hasses

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Eine Berliner Initiative registriert judenfeindliche Vorfälle

20.08.2015 – von Martin KraussMartin Krauss

© RIAS

Das Projekt ist neu, und schon interessieren sich etliche Bundesländer für das Berliner »Melde-Netzwerk für antisemitische Vorfälle«. »Vielleicht wird unser Projekt ja Schule machen«, sagt Benjamin Steinitz von der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS). Es gebe in dem internetbasierten Meldesystem sogar schon Einträge aus Baden-Württemberg, Bayern oder Niedersachsen.

VORFALL Mitte Juli 2015 ging das Projekt von RIAS an den Start, und je bekannter es wird, desto mehr häuft sich die Arbeit. Steinitz nennt ein Beispiel: »Uns wurde mitgeteilt, dass bei der Al-Quds-Demonstration in Berlin ein junger Mann, der eine Kamera aufgebaut hatte, um die Gegendemonstration zu filmen, gerufen habe: ›Wir sollten euch wieder vergasen.‹ Solche Vorfälle hätten wir vermutlich ohne unser Meldesystem nie erfahren.«

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August 20th, 2015 at 9:24 am

Die Presse| Auschwitz-Prozess: „Das Böse bekam plötzlich Namen und Adresse“

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Auschwitz-Prozess in Frankfurt / Bild: (c) imago stock&people (imago stock&people) 

Am 19. August 1965 fielen nach 20 Monaten Verhandlung in Frankfurt die Urteile gegen 20 ehemalige SS-Männer. Vielen Beobachtern waren sie zu milde, der Auschwitz-Prozess gilt dennoch als Wendepunkt in der Geschichte.

   (DiePresse.com)

Das Ergebnis nach über drei Jahren Ermittlungen, 20 Monaten Verhandlung, der Anhörung von 356 Zeugen war ernüchternd: Nur wegen Beihilfe zum Mord verurteilte das Landgericht Frankfurt am Main am 19. August 1965 die Mehrzahl der Angeklagten in der Strafsache 4 Ks 2/63 gegen Robert Mulka und andere, besser bekannt als Auschwitz-Prozess. Trotzdem sehen viele Historiker den Prozess heute als Wendepunkt in der Geschichte: Erstmals habe er die Hölle des Holocaust einer breiten deutschen Öffentlichkeit bekannt gemacht. „Das Böse bekam plötzlich Namen und Gesicht, Alter und Adresse“, sagte der frühere Direktor des Fritz-Bauer-Instituts, Micha Brumlik.

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August 19th, 2015 at 6:06 am

STATEMENT VON VOLKER BOUFFIER: Zum 50. Jahrestag des Urteils im Frankfurter Auschwitz-Prozess

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„Ein Wendepunkt im Umgang mit den Verbrechen der Nationalsozialisten“

Anlässlich des 50. Jahrestages der Urteilsverkündung im Frankfurter Auschwitz-Prozess am morgigen Mittwoch hat der Bundesratspräsident und Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier dessen Bedeutung für die Aufarbeitung der deutschen Geschichte betont: „Vor 50 Jahren ging ein Prozess zu Ende, der einen Wendepunkt im Umgang mit den Verbrechen der Nationalsozialisten darstellt. Er hat den Opfern eine unüberhörbare Stimme verliehen und die Gräueltaten der Nationalsozialisten sichtbar gemacht. Er markierte das Ende der Verdrängung und den Beginn der offenen Auseinandersetzung mit dem Holocaust in Deutschland.“

Hintergrund

Der hessische Generalstaatsanwalt Fritz Bauer hatte am 20. Dezember 1963 in Frankfurt den Prozess gegen 22 Angeklagte eröffnet, die sich für ihre Beteiligung am Mord an Millionen Juden in Auschwitz verantworten sollten. Mehr als 350 Zeugen wurden im Verlauf des 20-monatigen Prozesses gehört, unter ihnen 211 Überlebende des Vernichtungslagers. „Fritz Bauer war ein unermüdlicher Kämpfer gegen das Vergessen und für die Gerechtigkeit. Er hat gegen massivste Widerstände durchgesetzt, dass die Täter vor Gericht kamen. Was viele verdrängen wollten, brachte der Prozess ans Licht. Er war ein Akt der Aufklärung, ein unübersehbares Zeugnis der Schuld nicht weniger Demagogen, sondern tausender Helfer beim geplanten und organisierten Mord an Millionen von Menschen“, so Ministerpräsident Volker Bouffier. „Am 19. August 1965 endete der Auschwitz-Prozess im Frankfurter Gallus-Gebäude mit der Verkündung der Urteile und Haftstrafen für 17 der Angeklagten. Für die Aufarbeitung der Verbrechen der Nationalsozialisten in Deutschland war er ein wichtiger erster Schritt.“

 

Quelle: Pressestelle Staatskanzlei Hessen

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August 18th, 2015 at 11:19 am

RBB| 50 Jahre nach den Urteilen im ersten Auschwitzprozess – Interview mit Micha Brumlik

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18.08.2015 | 06:20 Min. | Verfügbar bis 26.08.2015 | Quelle: Kulturradio vom rbb

Zwei Tage dauerte die Urteilsverkündung: am 19. und 20. August 1965 wurden im ersten Frankfurter Auschwitzprozess 17 Angeklagte verurteilt. Dabei standen in diesem größten Strafprozess der deutschen Nachkriegsgeschichte nicht die Befehlshaber vor Gericht, sondern die, die für die Umsetzung des Massenmordes in Auschwitz verantwortlich waren – vom ‚Funktionshäftling‘ über den Apotheker bis zu Adjutanten des Lagerkommandanten. Für den damaligen hessischen Generalstaatsanwalt Fritz Bauer, dessen Rolle für die Aufarbeitung der Nazi-Gräuel in Ausstellung und Filmen gerade neu beleuchtet wird, ging es dabei auch darum, eine ‚Selbstaufklärung‘ der deutschen Gesellschaft in Gang zu setzen. Welche Bedeutung diesem öffentlichen Prozess heute zukommt, erläutert Micha Brumlik, ehemaliger Direktor des Fritz-Bauer-Instituts in Frankfurt/M und Senior Advisor am Zentrum Jüdische Studien Berlin-Brandenburg.

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August 18th, 2015 at 11:17 am

Was gehört zu Deutschland? – Humanismus, Reformation und moderner Pluralismus 09./10.10.2015

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Was gehört zu Deutschland? – Humanismus, Reformation und moderner Pluralismus 09./10.10.2015

Prof. Dr. Mouhanad Khorchide, Prof. Dr. Micha Brumlik, Prof. Dr. Hubert Cancik, Prof. Dr. Enno Rudolph, Dr. Horst Groschopp u.a.

Islamisch legitimierter Terror, Debatten über Beschneidungen und Kopftücher, Pegida und Co. sowie eine beständig wachsende Zahl konfessionsfreier Menschen in Deutschland lassen fragen: Wie zeitgemäß ist die deutsche Religions- und Weltanschauungspolitik?

In Vorträgen, Diskussionen und Workshops werden Themen behandelt wie „Humanismus und Islam“, „Potentiale des Religions- und Weltanschauungsrechts in Deutschland“, „Herausforderungen für eine pluralistische Jugend- und Bildungsarbeit“.

Mit Blick auf die Lutherdekade „Luther 2017 – 500 Jahre Reformation“, die sehr stark die Errungenschaften des Protestantismus für die moderne Kultur akzentuiert, fragen wir nach den historischen Beiträgen des Humanismus zur Meinungs- und Religionsfreiheit und zum Pluralismus.

Beschlossen wird die Tagung mit einem politischen Podium von Vertreter_innen der Parteien des Bundestages.

Eine Veranstaltung der Humanistischen Akademie Berlin-Brandenburg in Kooperation mit der Humanistischen Akademie Deutschland, gefördert von der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und der Bundeszentrale für politische Bildung.

Das detaillierte Programm finden Sie unter: www.humanistische-akademie-berlin.de/tagungen

Freitag, 9. Oktober 2015

19.30-20.30 Uhr: Prof. Dr. Micha Brumlik Erziehungswissenschaftler und Publizist, Senior Advisor am Zentrum Jüdische Studien BerlinBrandenburg:  „Öffentliches Wohl und Orientierung – Zur Zukunft der Religions- und Weltanschauungspolitik in Deutschland.“

Anmeldung unter:

Termin:
09. Oktober – 18.00 – 20.30 / 10. Oktober – 09.30-17.00 Uhr

Veranstaltungsort:
Humanistische Fachschule für Sozialpädagogik, Ullsteinstr. 114 – 142, 12109 Berlin

Verkehrsverbindungen: U6, U-Bhf. Ullsteinstraße

Humanistische Akademie Berlin-Brandenburg
Dr. Ralf Schöppner
Tel. +49 30 61 39 04 69

humanistische-akademie-berlin.de

Die Humanistische Akademie Berlin-Brandenburg ist seit 1997 das Studien- und Bildungswerk des Humanistischen Verbandes Berlin-Brandenburg. Sie organisiert und fördert wissen­schaftliche Ver­anstal­tungen sowie weltanschauliche und politische Bildung, führt Forsch­ungs­vor­haben durch, archiviert, doku­mentiert und veröffentlicht wissenschaftliche Arbeitsergebnisse zum modernen Humanismus.

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August 18th, 2015 at 12:07 am

Thema Antisemitismus in deutschen Parlamenten – Juli 2015

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1. PDF im neuen Fenster öffnen Beratungsstand zeigen Von der Polizei registrierte Gewaltstraftaten im Phänomenbereich „Politisch motivierte Kriminalität – rechts“ im Monat Mai 2015
Sachsen-Anhalt – Kleine Anfrage und Antwort Henriette Quade (DIE LINKE), Sebastian Striegel (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN), Ministerium für Inneres und Sport 23.07.2015 Drucksache 6/4272 (KA 6/8842) (5 S.)
2. PDF im neuen Fenster öffnen Beratungsstand zeigen Von der Polizei registrierte Straftaten im Phänomenbereich „Politisch motivierte Kriminalität -rechts“ – im Monat Mai 2015
Sachsen-Anhalt – Kleine Anfrage und Antwort Henriette Quade (DIE LINKE), Sebastian Striegel (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN), Ministerium für Inneres und Sport 23.07.2015 Drucksache 6/4273 (KA 6/8843) (13 S.)
3. PDF im neuen Fenster öffnen Beratungsstand zeigen Von der Polizei registrierte Straftaten im Phänomenbereich „Politisch motivierte Kriminalität -rechts“ im Monat Juni 2015
Sachsen-Anhalt – Kleine Anfrage ohne Antwort Henriette Quade (DIE LINKE), Sebastian Striegel (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) 14.07.2015 KA 6/8872 (2 S.)
4. PDF im neuen Fenster öffnen Beratungsstand zeigen Von der Polizei registrierte Gewaltstraftaten im Phänomenbereich „Politisch motivierte Kriminalität – rechts“ im Monat Juni 2015
Sachsen-Anhalt – Kleine Anfrage ohne Antwort Henriette Quade (DIE LINKE), Sebastian Striegel (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) 14.07.2015 KA 6/8871 (2 S.)
5. PDF im neuen Fenster öffnen Beratungsstand zeigen Antisemitische Überfälle, Leugnung des Holocaust und andere Straftaten in den Monaten April bis Juni 2015
Thüringen – Kleine Anfrage König, Katharina, DIE LINKE Kleine Anfrage 06/376 09.07.2015 S.1 (Umfang: 1 S.)
6. PDF im neuen Fenster öffnen Beratungsstand zeigen – Aufruf an alle Menschen in Niedersachsen zur Teilnahme an einer Demonstration gemeinsam mit den Nenndorfern gegen den im August geplanten Neonazi-Aufmarsch in Bad Nenndorf –
Niedersachsen – Entschließungsantrag SPD, Bündnis 90/Die Grünen 08.07.2015 Drucksache 17/3859 (1 S.)
7. PDF im neuen Fenster öffnen Beratungsstand zeigen Zehn Jahre in Folge Neonazis in Bad Nenndorf: Niedersachsen gemeinsam und entschieden gegen Geschichtsrevisionismus und rechte Propaganda
Niedersachsen – Entschließungsantrag SPD, Bündnis 90/Die Grünen 08.07.2015 Drucksache 17/3859 (1 S.)
8. PDF im neuen Fenster öffnen Beratungsstand zeigen – Weitere Bekämpfung des seit 2006 jährlich durch Neonazis veranstalten geschichtsrevisionistischen sogenannten Trauermarschs im Kurort Bad Nenndorf, Ablehnung der Versuche zur Relativierung der deutschen Schuld am Verbrechen des Holocaust, Aussprache des Respekts vor dem jahrelangen vielfältigen Protest der lokalen Bevölkerung aus Bad Nenndorf und der vielen engagierten Menschen aus ganz Niedersachsen, Beitrag dieses zivilgesellschaftlichen Engagements an der kontinuierlichen Abnahme der Teilnehmerzahl der Neonazis an dem Aufmarsch in den letzten Jahren, Anerkennung der Belastung der Bewohner durch den rechten Aufmarsch, Unterstützung der Aktionen gegen die Neonazis vor Ort, Aufruf an alle Menschen in Niedersachsen zur Teilnahme an Demonstrationen gegen den rechten Spuk in Bad Nenndorf –
Niedersachsen – Entschließungsantrag SPD, Bündnis 90/Die Grünen 08.07.2015 Drucksache 17/3859 (1 S.)
9. PDF im neuen Fenster öffnen Beratungsstand zeigen Antisemitische Überfälle, Sachbeschädigungen, Leugnung der Shoa und andere antisemitische Straftaten im Monat Juni 2015
Sachsen – KlAnfr Kerstin Köditz DIE LINKE 01.07.2015 Drs 6/2048
10. PDF im neuen Fenster öffnen Beratungsstand zeigen Antisemitische Überfälle, Leugnung des Holocaust und andere Straftaten in den Monaten Januar bis März 2015
Thüringen – Kleine Anfrage König, Katharina, DIE LINKE Kleine Anfrage 06/320 12.05.2015 S.1 (Umfang: 1 S.)
11. PDF im neuen Fenster öffnen Beratungsstand zeigen Opfer von Diskriminierung und rechtsextremer, rassistischer und antisemitischer Gewalt unterstützen III – Beitritt Bayerns zur „Koalition gegen Diskriminierung“
Bayerischer Landtag – Antrag 1 Bause, Margarete (GRÜ), Hartmann, Ludwig (GRÜ), Schulze, Katharina (GRÜ), Gehring, Thomas (GRÜ), Gote, Ulrike (GRÜ), Osgyan, Verena (GRÜ), Dürr, Sepp, Dr. (GRÜ), Mistol, Jürgen (GRÜ) Drucksache 17/5817 20.03.2015
12. PDF im neuen Fenster öffnen Beratungsstand zeigen Opfer von Diskriminierung und rechtsextremer, rassistischer und antisemitischer Gewalt unterstützen II –
Einrichtung einer Beratungsstelle für Opfer rechtsextremer, rassistischer und antisemitischer Gewalt
Bayerischer Landtag – Antrag 1 Bause, Margarete (GRÜ), Hartmann, Ludwig (GRÜ), Schulze, Katharina (GRÜ), Gehring, Thomas (GRÜ), Gote, Ulrike (GRÜ), Osgyan, Verena (GRÜ), Dürr, Sepp, Dr. (GRÜ), Mistol, Jürgen (GRÜ) Drucksache 17/5816 20.03.2015
13. PDF im neuen Fenster öffnen Beratungsstand zeigen Opfer von Diskriminierung und rechtsextremer, rassistischer und antisemitischer Gewalt unterstützen I – Einrichtung einer Bayerischen Antidiskriminierungsstelle
Bayerischer Landtag – Antrag 1 Bause, Margarete (GRÜ), Hartmann, Ludwig (GRÜ), Schulze, Katharina (GRÜ), Gehring, Thomas (GRÜ), Gote, Ulrike (GRÜ), Osgyan, Verena (GRÜ), Dürr, Sepp, Dr. (GRÜ), Mistol, Jürgen (GRÜ), DIE GRÜNEN (GRU) Drucksache 17/5815 20.03.2015

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August 6th, 2015 at 6:37 am

TAZ| Wettkampf mit jüdischer Sporthistorie

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Die Makkabiade soll das Berliner „Reichssportfeld“ von den Geistern der NS-Vergangenheit befreien – mit jüdischen Sportlern.

Sportler im Foyer des Turnhauses

Eindrücke von der Makkabiade in Berlin 2015: Im Foyer des Turnhauses prangt noch die Wandgestaltung aus der NS-Zeit.  Foto: reuters

Es ist zwanzig Jahre her, dass das französisch-bulgarische Künstlerehepaar Christo und Jeanne Claude den Berliner Reichstag verhüllte: Vom 24. Juni bis zum 7. Juli 1995 war dieses Gebäude, das Ende Februar 1933 von den Nationalsozialisten angezündet wurde, um dieses Ereignis den Kommunisten in die Schuhe zu schieben und deren Grundrechte außer Kraft zu setzen, mit einem Polypropylengewebe verhüllt.

Das während des Kalten Krieges im Britischen Sektor gelegene Haus wurde vor den neunziger Jahren kaum genutzt; vor dem Neubau mit der zunächst umstrittenen Kuppel des britischen Architekten Norman Foster lag es als toter Baukörper in Westberlin. Christos Verhüllung fungierte als eine Art Geisteraustreibung, als ein Exorzismus durch Kunst.

 

Zwanzig Jahre später wird Berlin Zeugin eines weiteren Exorzismus: Die Makkabiade auf dem Gelände des Berliner Olympiastadions soll Berlin und das von den Nationalsozialisten so genannte „Reichssportfeld“, auf dem 1936 Hitlers Olympische Spiele stattfanden, von den Geistern dieser Vergangenheit befreien. Wenn jüdische Sportlerinnen und Sportler aus aller Welt sich dort Wettkämpfe liefern, scheint die Beschämung durch das rassistische, antisemitische Sportritual von 1936 gebannt zu sein.

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August 4th, 2015 at 1:37 pm

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FP| Streit um Stolpersteine erreicht Sachsen

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Schwere Zeiten für Gunter Demnig: München und Annaberg-Buchholz lassen den Künstler abblitzen. Der hält die Debatte für absurd.

Von Christoph Pengel

Johanngeorgenstadt. Nein, das ist kein Maurer bei der Arbeit. Es ist Gunter Demnig, 67 Jahre alt, Cowboy-Hut, Jeanshemd, rotes Halstuch – Schöpfer der Stolpersteine. Fünf davon verlegt er gestern, 9 Uhr, in Johanngeorgenstadt. Mit Hammer, Spachtel, Wasser und Zement. Nun glänzen die Namen der jüdischen Familie Lewinsohn in der Sonne, eingraviert auf Messingplatten. Es ist Demnigs erster Termin an diesem Tag. Gegen 10 Uhr packt er das Werkzeug zurück in sein Auto, 30 Leute applaudieren – Anerkennung, die der Künstler gut gebrauchen kann. Denn sein Werk steht derzeit wieder in der Kritik: In Annaberg-Buchholz, seiner nächsten Station, braucht er Hammer und Spachtel gar nicht erst auszupacken.

Erneute Demütigung?

Seit 20 Jahren verlegt Demnig die Stolpersteine. Seine messingfarbene Spur zieht sich durch ganz Europa: mehr als 54.000 Steine an 1200 Orten in 19 Ländern. Die Mahnmale erinnern an Opfer des Nationalsozialismus, an Juden, Sinti und Roma, Homosexuelle, Behinderte, politisch Verfolgte. Die Stolpersteine gelten als das größte dezentrale Denkmal Europas. Etliche Preise hat Demnig dafür bekommen.

Auch die Stadt Annaberg-Buchholz hatte vor einigen Monaten Stolpersteine bestellt, zum Gedenken an ihre jüdischen Bürger Hans und Hanns Heinrich Kaplan, die während der Nazi-Herrschaft als KZ-Häftlinge litten. Doch Anfang der Woche entschied sich Oberbürgermeister Rolf Schmidt gegen die Verlegung – auf Wunsch der Nachfahren. Laut Stadtverwaltung sehen die Kaplan-Angehörigen keine Würdigung darin, die Namen ihrer toten Verwandten auf dem Fußweg zu platzieren. Vielmehr handle es sich um eine „erneute Demütigung“.

Die Kaplan-Nachfahren berufen sich dabei auf Argumente der Israelitischen Kultusgemeinde in München und Oberbayern. Deren Präsidentin Charlotte Knobloch findet es „unerträglich“, wenn auf den Namen ermordeter Juden „herumgetreten“ werde. In München währt der Streit um die Verlegung schon mehr als zehn Jahre. Erst am Mittwoch sprach sich der Stadtrat erneut gegen die Stolpersteine aus.

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August 3rd, 2015 at 7:54 am