Micha Brumlik, Publizist und Autor

Erziehungswissenschaft, Religionsphilosophie, Politik

Archive for November, 2016

»Es gibt nur noch die Weltgesellschaft« – Micha Brumlik gratuliert den »Blättern« zum 60.

without comments

Written by lbucklitsch

November 28th, 2016 at 6:13 pm

Jalta – Positionen zur jüdischen Gegenwart

without comments

MichaBrumlikJALTA

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freund*innen und Verbündete,

Wir freuen uns sehr, die Gründung der Zeitschrift Jalta – Positionen zur jüdischen Gegenwart bekannt zu geben!
Die AFD feiert Erfolge, Großbritannien verlässt die EU, die Türkei schafft die Demokratie ab und Donald Trump wird zum neuen Präsidenten gewählt. In Europa und den USA sind offener Rassismus, Antisemitismus, Sexismus und Nationalismus wieder verstärkt Teil etablierter politischer Diskurse. Wir alle sind verwundbarer geworden. Dabei ist die populistische Herausforderung aber nicht nur eine Gefahr, sie ist auch eine Aufforderung, politisch aktiv zu werden. Wir haben da eine Idee.

„Wir“, das ist ein Team aus sechs jüdischen Wissenschaftler*innen und Künstler*innen. Seit gut einem Jahr planen wir das jüdische Diskursmagazin Jalta. Jalta soll sowohl ein Ort sein für Auseinandersetzungen von und mit jüdischen Positionen als auch ein Denkraum für eine post-migrantische Gesellschaft. Die erste Ausgabe befasst sich mit dem Thema „Selbstermächtigung“ (mehr Informationen finden Sie hier http://bit.ly/2g4M6JA) und wird im Frühjahr 2017 erscheinen. Die zweite ist für den Herbst zur „Desintegration“ als künstlerischem und politischem Konzept und Intervention geplant.

Mit diesem Post wollen wir Sie und Euch als Leser*innen gewinnen und um Unterstützung bitten. Mit einem Jahresabonnement für 28 Euro oder einem Förderabo für 42 Euro unterstützen Sie uns dabei, dass Jalta halbjährlich erscheinen kann. Außerdem bekommen Sie die neue Ausgabe direkt ins Haus geliefert, was ja auch seien Vorteile hat. Wer hätte je gesagt, Veränderung sei unkomfortabel.

In diesem Sinne hoffen wir auf Ihre Unterstützung,

Anna Schapiro, Hannah Peaceman, Lea Wohl von Haselberg, Marina Chernivsky, Max Czollek und Micha Brumlik

Das erste Heft der Zeitschrift Jalta setzt sich zunächst mit dem Titel auseinander. Jalta wird als Talmudfigur analysiert, ein Bezug zur Krim wird hergestellt. (Wütende) Jüdische Frauen kommen zu Wort: Ein Interview zu Bet Debora reflektiert die Entwicklung des Netzwerks. Eine Rabbinerin stellt sich…
NEOFELIS-VERLAG.DE

Mehr Information hier

Written by lbucklitsch

November 27th, 2016 at 6:13 pm

TAZ| Micha Brumlik: Thügida marschiert

without comments

Jena: Früher Schiller und Schlegel, Hegel und Fichte und heute „Thügida“ und eine eingeschüchterte sozialdemokratische Stadtregierung?

Wem käme, hörte sie oder er das Wort „deutsche Kultur“, nicht mindestens auch die Stadt Jena in den Sinn. Hier wirkten und lehrten im 19. Jahrhundert Schiller und Schlegel, Hegel und Fichte, hier sorgte Goethe als Politiker, als Wissenschaftsminister – dieses Amt hieß damals „Hofrat“ – des Weimarer Fürsten dafür, dass Bibliotheken, Gärten und Laboratorien eingerichtet wurden, hier vollendete er unter anderem seinen Roman „Wilhelm Meister“ und seine Lebenserinnerungen „Dichtung und Wahrheit“, hier ist noch immer Schillers Gartenhaus zu sehen, wo er unter anderem den „Wallenstein“ schrieb.

Heute freilich, seit 2011, steht die lebens- und liebenswerte Universitätsstadt zum Nachteil ihrer Bewohnerinnen und Studierenden im Ruf, ein Zentrum der rassistischen und neonazistischen Untergrundszene zu sein – bis hin zu begründeten Vermutungen, dass sich dort auch Mitglieder des NSU getroffen haben. An Dreistigkeit ist die neonazistische Szene dort nicht zu überbieten: So marschierten an Hitlers Geburtstag 200 „Thügida“-Anhänger in einem Fackelzug durch Jena, eine Demonstration, die nach einem Verbot der Stadtverwaltung durch das Verwaltungsgericht Jena kassiert wurde.

Kurze Zeit später, am 17. August, dem Todestag des „Führerstellvertreters Rudolf Heß“, schritt die Polizei daher nicht mehr ein, wenngleich 3.000 Menschen, die Jenaer Zivilgesellschaft, dagegen aufstanden, aber von der Polizei mit Hunden und Wasserwerfern drangsaliert wurde. Doch hat die nach oben offene Skala neonazistischer Provokationen ihr Ende bei Weitem noch nicht erreicht: Ausgerechnet für den 9. November, jenem Tag, an dem 1938 die Synagogen brannten und Tausende jüdischer Männer in Konzentrationslager gesperrt wurden, hat „Thügida“ einen weiteren Aufmarsch angemeldet.

weiterlesen

Written by lbucklitsch

November 7th, 2016 at 6:10 pm