Micha Brumlik, Publizist und Autor

Erziehungswissenschaft, Religionsphilosophie, Politik

Archive for the ‘Berlin’ Category

BERLIN| SO KÖNNEN SIE IN BERLIN HELFEN – WICHTIGE HINWEISE FÜR FLÜCHTLINGSHELFER

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Allgemeines

Liebe Unterstützer,
wir bitten euch nichts eigenständig zu den Notunterkünften zu bringen. Wartet auf Anfragen ihrseits oder unsererseits. Wer in den Notunterkünften helfen möchte schreibt bitte eine Email direkt an die jeweilige Unterkunft. Nicht unaufgefordert hinfahren, das erschwert Arbeit und Situation vor Ort. Wenn Bedarf nach Hilfe vorhanden ist, seit ihr gerne willkommen. Generell kann sich die Situation im Laufe des Tages immer ändern, also schaut hier nach updates.Generell gilt, bitte NUR das vorbeibringen, was auf der Bedarfsliste mit “Ja” vermerkt ist. Es gibt keine Möglichkeiten für warme Essensausgabe und keine Teller etc vor Ort. Ein Taschenmesser mit Schere ist perfekt um mal Obst, Brot etc zu schneiden oder beim Basteln mit Kindern Luftballonschnüre abzuschneiden.

Angebote für Kinder sind toll, aber bitte nicht zuviel auf ein mal. Nicht jedes Kind möchte mitmachen – akzeptiert dies bitte. Bei Spielzeugausgaben vergeßt bitte die Kinder, die bei ihren Eltern auf den Wiesen sitzen, nicht.

Die LaGeSo Hilfsaktion wird koordiniert von “Moabit Hilft” und “Die Johanniter

Notfall Telefon von „Moabit Hilft“: 0151 28005150

(Nehmt es uns bitte nicht übel, wenn ihr auf die Bestätigung für die Aufnahme in eine Gruppe etwas warten müsst. Wir sind tagsüber vor Ort auf dem Gelände der LaGeSo. Wir bemühen uns, euch so schnell wie möglich in die Gruppen aufzunehmen und eure Fragen zu beantworten.)

Wir bitten darum, dass nur vollständig geimpfte Personen im direkten Kontakt mit den Geflüchteten sind. (Info)

Aktuelle Bedarfslisten für Spenden und die Frage, ob wir Helfer vor Ort brauchen:

  • Bedarfsliste Standort LaGeSo: Hier
  • Bedarfsliste Standort LaGeSo Caritas: Hier
  • Bedarfsliste Standort Karlshorst: Hier
  • Bedarfsliste Standort Spandau (Bamf): Hier
  • Bedarfsliste Standort Fehrbelliner Platz 4 “Freiwillige helfen”: Hier
  • Bedarfsliste für geringe Stückzahlen Standort Fehrbelliner Platz 4
    “Freiwillige helfen”: Hier

Bei großen Spenden für den Standort LaGeSo…

  • schickt bitte eine Email an: moabit.hilft@gmail.com
    mit dem Betreff: „SPENDE: [ART DER SPENDE]“

Was muss ich beim Spenden beachten?

  • Eine genaue Anleitung findet ihr hier, wenn ihr Spielzeug, Kuscheltiere oder Kleidung für die Flüchtlinge spenden möchtet

Wollt ihr bei der Planung aktiv mitwirken?

  • Facebookgruppe für das LaGeSo: Hier
  • Facebookgruppe für das Aufnahmelager Lebach: Hier
  • Facebookgruppe für Spandau vor dem BAMF: Hier
  • Facebookgruppe für Fehrbelliner Platz 4 “Freiwillige helfen”: Hier
  • Dienstplant für Helfer für Fehrbelliner Platz 4 “Freiwillige helfen”: Hier

Hinweis für die Gruppe LaGeSo: (Es stehen aktuell über 1.000 Leute für die Facebook Gruppe an. Wir prüfen mit 3 Admins alle Profile, daher dauert es leider etwas länger alle rein zu lassen. Daher hier eine ABKÜRZUNG: Alle, die länger als 1 Jahr bei Facebook sind und “Refugees welcome” im Profilbild haben, werden schneller bestätigt. Wir freuen uns auf euch alle!!!)

Wollt ihr den Standort LaGeSo finanziell unterstützen:

  • Könnt ihr das auf der Homepage von Moabit Hilft tun. Schreibt in den Überweisungszweck der Spende das Wort “LaGeSo” hinein. Jeder Euro hilft!
    Spendenlink

Fahrgemeinschaften und mobile Sammelstellen

  • Wollt ihr bei der Organisation der Fahrgemeinschaftsgruppe mitwirken, dann seid ihr in unserer Facebook Gruppe gern willkommen.
  • Eine Google-Maps-Übersicht über Spenden zum Abholen und Fahrer findet ihr:hier
  • Meldet euch zum Verabreden von Fahrgemeinschaften unter folgdenem Link an:Hier
  • Bei Fragen oder Anregungen wendet euch bitte über Facebook an Daniela GrebeoderJohannes B. Wagner.
  • Solltet ihr kein Facebook Account besitzen, dann könnt ihr eure Fragen auch via Email an lageso@spasswald.de stellen.

Bei einem medizinischen Notfall…

Beantragung der roten Karte:

Freies W-Lan für die Geflüchteten.

  • Wie Anwohner ohne Kosten und Mühen dieses Projekt möglich machen können. Mehr findest du hier.

Quelle: MOABIT hilft

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September 9th, 2015 at 1:49 pm

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JA| ANTISEMITISMUS: Dokumentation des Hasses

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Eine Berliner Initiative registriert judenfeindliche Vorfälle

20.08.2015 – von Martin KraussMartin Krauss

© RIAS

Das Projekt ist neu, und schon interessieren sich etliche Bundesländer für das Berliner »Melde-Netzwerk für antisemitische Vorfälle«. »Vielleicht wird unser Projekt ja Schule machen«, sagt Benjamin Steinitz von der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS). Es gebe in dem internetbasierten Meldesystem sogar schon Einträge aus Baden-Württemberg, Bayern oder Niedersachsen.

VORFALL Mitte Juli 2015 ging das Projekt von RIAS an den Start, und je bekannter es wird, desto mehr häuft sich die Arbeit. Steinitz nennt ein Beispiel: »Uns wurde mitgeteilt, dass bei der Al-Quds-Demonstration in Berlin ein junger Mann, der eine Kamera aufgebaut hatte, um die Gegendemonstration zu filmen, gerufen habe: ›Wir sollten euch wieder vergasen.‹ Solche Vorfälle hätten wir vermutlich ohne unser Meldesystem nie erfahren.«

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August 20th, 2015 at 9:24 am

TAZ| Wettkampf mit jüdischer Sporthistorie

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Die Makkabiade soll das Berliner „Reichssportfeld“ von den Geistern der NS-Vergangenheit befreien – mit jüdischen Sportlern.

Sportler im Foyer des Turnhauses

Eindrücke von der Makkabiade in Berlin 2015: Im Foyer des Turnhauses prangt noch die Wandgestaltung aus der NS-Zeit.  Foto: reuters

Es ist zwanzig Jahre her, dass das französisch-bulgarische Künstlerehepaar Christo und Jeanne Claude den Berliner Reichstag verhüllte: Vom 24. Juni bis zum 7. Juli 1995 war dieses Gebäude, das Ende Februar 1933 von den Nationalsozialisten angezündet wurde, um dieses Ereignis den Kommunisten in die Schuhe zu schieben und deren Grundrechte außer Kraft zu setzen, mit einem Polypropylengewebe verhüllt.

Das während des Kalten Krieges im Britischen Sektor gelegene Haus wurde vor den neunziger Jahren kaum genutzt; vor dem Neubau mit der zunächst umstrittenen Kuppel des britischen Architekten Norman Foster lag es als toter Baukörper in Westberlin. Christos Verhüllung fungierte als eine Art Geisteraustreibung, als ein Exorzismus durch Kunst.

 

Zwanzig Jahre später wird Berlin Zeugin eines weiteren Exorzismus: Die Makkabiade auf dem Gelände des Berliner Olympiastadions soll Berlin und das von den Nationalsozialisten so genannte „Reichssportfeld“, auf dem 1936 Hitlers Olympische Spiele stattfanden, von den Geistern dieser Vergangenheit befreien. Wenn jüdische Sportlerinnen und Sportler aus aller Welt sich dort Wettkämpfe liefern, scheint die Beschämung durch das rassistische, antisemitische Sportritual von 1936 gebannt zu sein.

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August 4th, 2015 at 1:37 pm

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SZ| Juden in Deutschland verunsichert – Netzwerk gegründet

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Nicht nur durch die Terrorattacken in Paris oder Brüssel fühlen sich Europas Juden verunsichert. Der Antisemitismus sei in der Mitte angekommen, sagen mehrere Organisationen.

Ein Mann mit Kippa sitzt in der Synagoge in Dresden (Symbolfoto).
Ein Mann mit Kippa sitzt in der Synagoge in Dresden (Symbolfoto).

© dpa

Berlin. Ob bei der Diskussion über die Beschneidung von Jungen oder den pro-palästinensischen Demonstrationen mit antisemitischen Ausfällen – Juden in Deutschland fühlen sich zunehmend verunsichert. Im Kampf gegen Antisemitismus würden die Sicht und Empfindungen der 120 000 in der Bundesrepublik lebenden Juden zu wenig wahrgenommen, erklärten mehrere Organisationen am Donnerstag in Berlin.

Das Potsdamer Moses Mendelssohn Zentrum, die Amadeu Antonio Stiftung und das American Jewish Committee wollen sich nun gemeinsam gegen „das Erstarken des Antisemitismus in verschiedenen Formen“ einsetzen und die Ursachen dafür untersuchen, hieß es bei der Gründungskonferenz des Netzwerks zur Erforschung und Bekämpfung des Antisemitismus (NEBA). Nach der jüngsten Kriminalstatistik ist die Zahl der antisemitischen Straftaten in Deutschland im vergangenen Jahr um 25 Prozent gestiegen.

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Juli 3rd, 2015 at 5:54 am

Welt| Forscher beklagen Zunahme “softer” Holocaust-Leugnung

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Neues Netzwerk gegen Antisemitismus gegründet

Ob bei der Diskussion über die Beschneidung von Jungen oder den propalästinensischen Demonstrationen mit antisemitischen Ausfällen – Juden inDeutschland fühlen sich zunehmend verunsichert. Grund ist eine Zunahme von verstecktem Antisemitismus. Im Kampf dagegen würden die Sicht und Empfindungen der 120.000 in der Bundesrepublik lebenden Juden von Politik und Forschung zu wenig wahrgenommen, erklärten Vertreter aus Wissenschaft, Politik und jüdischen Organisationen in Berlin. Sie forderten, ähnlich dem Wehrbeauftragten des Bundestags, einen Antisemitismus-Beauftragten der Bundesregierung, der Bindeglied zur Zivilgesellschaft sein könnte.

Das Potsdamer Moses Mendelssohn Zentrum, die Amadeu Antonio Stiftung und das American Jewish Committee wollen sich nun gemeinsam gegen “das Erstarken des Antisemitismus in verschiedenen Formen” einsetzen und die Ursachen dafür untersuchen, hieß es bei der Gründungskonferenz des Netzwerks zur Erforschung und Bekämpfung des Antisemitismus (Neba).

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Juli 3rd, 2015 at 5:53 am

Deutschlandfunk| Neue Antisemitismus-Studie: Unterschiedliche Kriterien der Beurteilung

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Berichte über antisemitische Vorfälle in Berlin machen immer wieder Schlagzeilen. Mal hört man von mehr Vorfällen, mal von der niedrigsten Zahl seit Jahren. Die neue Studie des Zentrums für Antisemitismusforschung versucht nun Klarheit zu schaffen, wie über Antisemitismus diskutiert wird und welche Ansätze in der Bildungsarbeit existieren.

Von Igal Avidan

„Die Zahl der Schändungen jüdischer Friedhöfe ist die niedrigste seit dem Jahr 2000", las man im Mai in einer Tageszeitung. (picture alliance / dpa / Matthias Tödt)

Blick durch eine Luke in Form des Davidsterns auf Teile des jüdischen Friedhofs an der Schönhauser Allee. (picture alliance / dpa / Matthias Tödt)

“Die Zahl der Schändungen jüdischer Friedhöfe ist die niedrigste seit dem Jahr 2000”, las man im Mai in einer Tageszeitung. Dabei berief man sich eine Angabe der Bundesregierung. Noch im März berichtete dieselbe Zeitung: Die Zahl der antisemitisch motivierten Taten habe sich im letzten Jahr mehr als verdoppelt. Diese Statistik stammte von der Opfer-Beratungsstelle ReachOut. Kohlstruck vom Zentrum für Antisemitismusforschung an der Technischen Universität Berlin erklärt, wie diese unterschiedlichen Angaben zustande kommen. Einer der Autoren der neuen Studie, Michael Kohlstruck:

“Die Zahlen sind unterschiedlich, weil zivilgesellschaftliche Organisationen weitgefasstere Kriterien an das Feld herantragen und auch häufig ‚weichere’ Kriterien. Da wird viel weniger streng geschaut als bei der Polizei, die ja verpflichtet ist lediglich Straftaten zu registrieren.
Es hat wenig Sinn, die Befunde der zivilgesellschaftliche wie der institutionellen Träger gegeneinander zu stellen, sondern uns ging es darum zu zeigen, wie eigentlich die jeweiligen Zahlen zustande kommen.” Read the rest of this entry »

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Juni 23rd, 2015 at 12:34 pm

NEBA-Konferenz| ANTISEMITISMUS HEUTE: ERFASSEN. ERFORSCHEN. BEKÄMPFEN.

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NEBA-Konferenz 2. Juli 2015
Topographie des Terrors
Niederkirchnerstraße 8, 10963 Berlin

Programm

9:30 Begrüßung 

Prof Dr. Andreas Nachama, Direktor, Stiftung Topographie des Terros

9:45 Warum NEBA?

Vorstellung durch Anetta Kahane, Deidre Berger, Prof. Dr. Julius H. Schoeps

10:00 Auftaktgespräch

Prof. Dr. Deborah E. Lipstadt, Professorin für moderne jüdische Geschichte und Holocaust-Studien, Emory University. Autorin von „Der Eichmann-Prozess“

Prof. Dr. Micha Brumlik, Preisträger der Buber-Rosenzweig-Medaille 2016 des Deutschen Koordinierungsrates der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit

10:30 Kaffeepause

 

PANEL 1

11:00 Erfassen

Julia Schramm, no-nazi.net, Bloggerin

Benjamin Steinitz, Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus

Dr. Jörg Bentmann, Bundesministerium des Innern

Moderation: Fabian Weißbarth, AJC Berlin Ramer Institute

12:15 Mittagspause

PANEL 2

13:15 Erforschen

Input: Prof. Dr. Barbara Schäuble, Alice Salomon Hochschule Berlin

Dr. Matthias Küntzel, Autor, Politikwissenschaftler und Historiker

Prof. Dr. Lars Rensmann, Associate Professor of Political Science and Chair of the Department of Political Science and International Affairs at John Cabot University in Rome

Prof. Dr. Andreas Zick, Leitung und Vorstand, Interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung, Universität Bielefeld

Moderation: Priv. Doz. Dr. Gideon Botsch, Moses Mendelssohn Zentrum (MMZ)

15:15 Kaffeepause

PANEL 3

15:45 Bekämpfen

Input: Anetta Kahane, Vorsitzende, Amadeu Antonio Stiftung

Ahmad Mansour, wissenschaftlicher Mitarbeiter, Zentrum Demokratische Kultur

Micky Fuhrmann, Leiterin, Politische Abteilung, Zentralrat der Juden in Deutschland

Thomas Heppener, Leiter, Unterarbteilung „Demokratie und Vielfalt“, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ)

Dr. Sergey Lagodinsky, Autor, Vorsitzender Kulturausschuss, Jüdische Gemeinde zu Berlin

Moderation: Deidre Berger, Direktorin, AJC Berlin Ramer Institute for German-Jewish Relations

17:15 Schlusswort

Anetta Kahane, Vorsitzende, Amadeu Antonio Stiftung
Deidre Berger, Direktorin, AJC Berlin Ramer Institute for German-Jewish Relations

19:00 Abendveranstaltung

in Kooperation mit der Stiftung Topographie des Terrors:

WACHSENDER ANTISEMITISMUS IN EUROPA:
WARUM JUDEN WELTWEIT BESORGT SIND

Prof. Dr. Deborah E. Lipstadt, Professorin für moderne jüdische Geschichet und Holocaust-Studien, Emory University. Autorin von “Der Eichmann-Prozess”

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Juni 21st, 2015 at 8:59 am

Berlin| Engagement für Stolpersteine

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Jede interessierte Person kann sich allein oder gemeinsam mit anderen auf unterschiedliche Art und Weise für das Projekt Stolpersteine engagieren, zum Beispiel indem sie einen beliebig hohen Betrag spendet, um somit die Verlegung eines Steins zu ermöglichen.


Es können sich auch Einzelpersonen, Gruppen, Hausgemeinschaften, Familien, Schulklassen, politische Gruppierungen überlegen, dass sie für eine bestimmte Person einen Stolperstein verlegen lassen möchten. In einem solchen Fall können schon im Vorfeld Recherchen vorgenommen werden, die Koordinierungsstelle Stolpersteine Berlin unterstützt eine solche Initiative gern mit Hinweisen und Recherchetipps. Sollte bereits im Vorfeld eine Entscheidung für einen Berliner Bezirk gefallen sein, in dem die Stolpersteine verlegt werden sollen, kann man sich auch ganz gezielt an eine der zahlreichen Stolperstein-Initiativen wenden und mit ihrer Unterstützung einen Stolperstein initiieren. Abhängig davon, wie viele biographische Daten bereits bekannt sind, kommen in einem solchen Fall auf die Initiatoren noch entsprechende Recherchen zu.

Einen ähnlichen Weg können auch Angehörige von Verfolgten des Nationalsozialismus gehen. Auf der Grundlage ihres vorhandenen Wissens können sie beispielsweise bei der zuständigen bezirklichen Initiative eine Verlegung beantragen. Sind die familiär überlieferten Informationen rudimentär, können Angehörige gerne bei der Koordinierungsstelle zunächst um Hilfe bei den Recherchen biographischer Daten bitten. Read the rest of this entry »

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Juni 13th, 2015 at 8:34 am

tagesspiegel| Antisemitismus in Berlin: „Du Jude!“

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Von Hannah Kushnir

Nein, dies ist kein Zitat aus dem „Stürmer“, sondern eine verbreitete Beschimpfung auf Berliner Schulhöfen und Straßen. Unsere Autorin weiß, wovon sie redet: Sie ist Jüdin und Lehrerin in Charlottenburg-Wilmersdorf. Ein Brandbrief.

Die Angst im Nacken: Jüdische Lehrer fühlen sich in manchen Berliner Klassen unwohl.Bild vergrößern
Die Angst im Nacken: Jüdische Lehrer fühlen sich in manchen Berliner Klassen unwohl. – FOTO: SEBASTIAN KAHNERT/P-A

Ich bin gebürtige Jüdin, Lehrerin an einer Berliner Sekundarschule, ich lebe von Geburt an in diesem Land. Dies ist ein Frontbericht.

Jahrelang war ich die einzige Jüdin: die einzige Jüdin in meinen Seminaren an der Uni, die einzige Jüdin im Referendariat, die einzige Jüdin im Lehrerkollegium. Meist erfuhren die anderen eher durch Zufall, dass ich Jüdin bin. Ab da an glich ich eigentlich immer einem seltsamen Tier im Zoo, von dem Grauen und Faszination ausging. Von selbst habe ich mein Jüdischsein schon seit dem Gymnasium nicht mehr thematisiert. Zu lehrreich war mir der Geschichtsunterricht bei Herrn S., dessen Teil der Abiturvorbereitung darin bestand, uns einzutrichtern, Israel sei unrechtmäßig errichtet worden. Zu lehrreich auch die Kommentare: „Ach, du bist Jüdin? Das sieht man ja gar nicht so“ oder, genau entgegengesetzt: „Du bist Jüdin? Stimmt, das sieht man aber!“

Nun ist ein Wunder geschehen, und an meiner Schule arbeitet eine andere Jüdin. Zwei Juden! An einer Schule! Beide als Lehrer! Wir können unser Glück immer noch nicht fassen. In der simplen Tatsache, nicht mehr die Einzigen zu sein, erschöpft sich dann aber auch unser Glück.

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Juni 7th, 2015 at 9:24 am

NZ| Deutsch-Israelische Beziehungen: Es ist kompliziert

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Im Jahr 2008 hält Bundeskanzlerin Merkel eine Rede vor dem israelischen Parlament, wobei sie die historische Verantwortung Deutschlands als Staatsräson ihres Landes bezeichnet.
Im Jahr 2008 hält Bundeskanzlerin Merkel eine Rede vor dem israelischen Parlament, wobei sie die historische Verantwortung Deutschlands als Staatsräson ihres Landes bezeichnet. (Bild: Keystone / Peer Grimm)
Die Beziehungen zwischen Deutschland und Israel sind seit dem Zweiten Weltkrieg durch die deutsche Schuld geprägt. Der Wandel der deutschen Gesellschaft könnte das Verhältnis nachhaltig verändern.

Es ist der 11. August 1965, als Rolf Friedemann Pauls als erster deutscher Botschafter seinen Fuss auf israelischen Boden setzt. Wenige Monate zuvor, am 12. Mai 1965, hatten sich Israel und Deutschland auf die Aufnahme von diplomatischen Beziehungen geeinigt – 20 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Pauls will nach vorne blicken: «Wir beginnen unsere Arbeit in Israel mit großer Zuversicht», sagt er. In Israel sieht man das anders: Die Israeli empfangen den ehemaligen Wehrmachtsoffizier, der einen Arm an der Ostfront verlor, mit heftigen Demonstrationen, an denen Steine und Flaschen fliegen. Auf ihren Transparenten fordern sie «Pauls raus!» oder «Wir wollen ein Israel frei von Deutschen!». Pauls erinnert sich später in einem Brief: «Ohne das Eingreifen berittener Polizei hätte meine Abfahrt in einem Chaos geendet.» Wenige Tage später wird auch Asher Ben Nathan in Bonn begrüsst, «ohne Euphorie», wie er später sagen wird. Israels erster Botschafter in Deutschland spricht mit österreichischem Akzent: Er wurde in Wien geboren und floh 1938 vor den Nazis nach Palästina. Auch Ben Nathan tritt sein Amt positiv gestimmt an. Eine bessere Zukunft, Friede und Wohlstand zwischen den beiden Völkern sind ihm ein Anliegen. Und noch etwas ist ihm sehr wichtig: Er sagt, dass er die Worte «vergessen» und «verzeihen» nie in den Mund nehmen werde.

Die DDR als Stein im Weg

50 Jahre später sind die deutsch-israelischen Beziehungen an einem Punkt, an dem sie damals wohl niemand vermutet hätte. Am 12. Mai werden Politiker in Berlin und Jerusalem mit einem Festakt das Jubiläum feiern. Sie werden von Verantwortung und moralischer Verpflichtung sprechen und darüber, wie gut die Verbindungen zwischen den beiden Ländern heute sind. In vielerlei Hinsicht ist das tatsächlich so: Die Zahl der israelischen Touristen in Berlin hat sich in den vergangenen zehn Jahren verfünffacht. Rund 100 000 Israeli besitzen heute einen deutschen Pass. Bundeskanzlerin Angela Merkel ist eine der beliebtesten ausländischen Politikerinnen in Israel. Umgekehrt ist bei jungen Deutschen kaum ein Land als Reiseziel so beliebt wie Israel, deutsche Billigairlines fliegen mehrmals täglich nach Tel Aviv. Zwei Drittel der jungen Freiwilligen in Israel, die sich um Holocaustüberlebende oder Friedensinitiativen bemühen, sind Deutsche.

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