Micha Brumlik, Publizist und Autor

Erziehungswissenschaft, Religionsphilosophie, Politik

JA| »Diese Trümmer waren schön«

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Der Platz war magisch«, erinnert sich die Schriftstellerin Eva Demski. Sie gehörte zu den Aktivisten, die im August 1987 den Frankfurter Börneplatz für mehrere Tage besetzten. Zuvor wurden dort bei Bauarbeiten für die Frankfurter Stadtwerke Fundamente von 19 Häusern der zwischen 1874 und 1884 abgerissenen Judengasse freigelegt.

Zur Besetzung der Baustelle kam es, als die Stadt einen Baustopp ablehnte. Der Platz wurde anschließend von der Polizei geräumt. Nur fünf Hausfundamente blieben erhalten. Heute bilden sie das Zentrum des Museums Judengasse, einer Dependance des Jüdischen Museums Frankfurt.

Die Frankfurter Judengasse war 1462 als erstes jüdisches Ghetto Europas eingerichtet worden und war lange Zeit eines der bedeutendsten Zentren des deutschsprachigen aschkenasischen Judentums. Die Ausgrabungen von 1987 stellten den bis dahin größten archäologischen Fund einer europäischen jüdischen Siedlung der Frühen Neuzeit dar.

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Written by lbucklitsch

August 24th, 2017 at 7:59 am