Micha Brumlik, Publizist und Autor

Erziehungswissenschaft, Religionsphilosophie, Politik

Archive for the ‘Antisemitismus’ tag

nord24| Präventionsaktion gestartet: Persönliche Begegnungen sollen Antisemitismus abbauen

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Einen „Reichsbürger“ kann man kaum überzeugen. „Aber die meisten Menschen haben den Anspruch, das, was sie meinen, auch begründen zu können“, sagte Prof. Micha Brumlik. Der Erziehungswissenschaftler referierte zum Auftakt der Präventionsaktion mit dem provokanten Titel „Leih Dir einen Juden“. Mit der Aktion will die jüdische Menorah-Gemeinde antisemitischen Klischees begegnen.

Dass es an Zeit ist, wieder über Antisemitismus zu sprechen, darüber waren sich die Teilnehmer an einer Podiumsdiskussion im Deutschen Auswandererhaus einig. Brumlik erinnerte daran, dass der AfD-Vorsitzende Alexander Gauland den Nationalsozialismus als historischen „Vogelschiss“ verharmlost habe. Gleichzeitig gebe es auf offener Straße Angriffe auf Männer, die eine Kippa, eine bei männlichen Juden übliche Kopfbedeckung, tragen. Es sei Aufgabe von Bildung, das Wissen über die Geschichte der drei monotheistischen Religionen Judentum, Christentum und Islam bei den Schülern zu verankern.

Initiatoren möchten durch den provokanten Titel ins Gespräch kommen

Einen Bildungsansatz verfolgt auch die Menorah-Gemeinde mit ihrer Präventionsaktion. „Wir wollten mit dem Titel etwas provozieren, aber auch ein Schmunzeln hervorrufen, um gerade mit jungen Leuten in Kommunikation zu treten“, erläuterte der Vorsitzende Mircea Ionescu. Wer Interesse an dem Besuch eines Gemeindemitglieds hat, kann per E-Mail (menorah.gemeinde@gmx.de) oder per Post (Postfach 120111, 27515 Bremerhaven) Kontakt aufnehmen.

 

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Oktober 7th, 2018 at 12:59 pm

Aufruf gegen “Juden in der AfD”

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Ein Beitrag von , und 

 

Die Redaktion der jüdischen Zeitschrift “Jalta” spricht sich vehement gegen die Gründung einer jüdischen Untergruppe der AfD aus. ZEIT ONLINE veröffentlicht das Positionspapier.

Wir sprechen uns mit größter Entschiedenheit gegen die Gründung der Gruppe “Juden in der AfD” aus, die am 7. Oktober in Offenbach am Main stattfinden soll. Als jüdische Demokrat*innen in diesem Land setzen wir uns für eine plurale und vielfältige Gesellschaft ein, in der alle Menschen ohne Angst verschieden sein können und die aus der nationalsozialistischen Vergangenheit Lehren für Gegenwart und Zukunft zieht. Die Rhetorik und Praxis der AfD stehen diesem Anliegen diametral entgegen.

Wir widersprechen der offenkundig von einigen wenigen Jüd*innen vertretenen Auffassung, es könne in jüdischem Interesse sein, sich der AfD anzuschließen, um Einfluss auf ihre Ausrichtung und Politik zu nehmen. Im Gegenteil, wir erachten eine solche Parteinahme als große Gefahr für unsere Sicherheit, für jüdisches und damit untrennbar verbunden für migrantisches Leben in Deutschland. Wir erachten es als Gefahr für die Demokratie.

Denn die AfD ist eine Partei mit faschistischen Tendenzen, deren personelle und ideologische Nähe zu neonazistischen Organisationen seit langem bekannt ist und mit dem sogenannten “Trauermarsch” von Chemnitz eine neue Qualität erreicht hat. Am 27. August 2018 wurde in Chemnitz ein jüdisches Restaurant von Neonazis angegriffen, mit denen der Thüringer Landesvorsitzende der AfD Björn Höcke nur wenige Tage später gemeinsam demonstrierte. Der Auftritt von Björn Höcke mit Pegida-Funktionär*innen und bundesweit bekannten Kadern der Neonaziszene war der vorläufige Höhepunkt einer systematisch betriebenen Radikalisierung der Partei, die schon seit längerem zu beobachten ist. Was wäre wohl mit jüdischen Demonstrationsteilnehmer*innen passiert? Welchen Platz und welche Funktion hätten sie bei einer solchen Veranstaltung einnehmen wollen?

Es ist kein Geheimnis, dass die AfD offen menschenfeindliche, rassistische und antisemitische Positionen vertritt. Das wurde wiederholt klar von verschiedenen Funktionär*innen der Partei artikuliert. Wichtige Parteifunktionär*innen wie Björn Höcke, Alexander Gauland und Alice Weidel treten darüber hinaus für eine “Kehrtwende in der Erinnerungskultur” ein. Höckes “Dresdener Rede” vom 17. Januar 2017 und Gaulands “Vogelschiss”-Provokation im Juni 2018 sind dabei nur Höhepunkte einer Politik, die die Grenzen des Sagbaren Stück für Stück ausweitet, den Diskurs über den Nationalsozialismus nach rechts verschiebt und einen erinnerungskulturellen Konsens angreift. Sie betreiben Geschichtsklitterung und relativieren die Shoah. Die jüngsten Provokationen einer Gästegruppe aus dem Umfeld Alice Weidels in der KZ-Gedenkstätte Sachsenhausen sind nur ein weiteres Beispiel in einer ganzen Reihe. All das blieb ohne Konsequenz innerhalb der AfD. Dabei handelt es sich nicht nur um eine Verhöhnung der Opfer und Überlebenden der Shoah, sondern um einen Angriff auf unsere Demokratie, auf uns als Jüd*innen, auf alle Menschen, die in einer völkischen Ideologie als “anders” markiert werden.

Die AfD will darüber hinaus durch ihre Forderungen, das Schächten und die Beschneidung zu verbieten, jüdisches und muslimisches Leben in Deutschland strukturell unmöglich machen.

Um es ganz klar zu sagen: In einer Gesellschaft, wie sie der AfD vorschwebt, sind alle Minderheiten und alle Demokrat*innen in Gefahr. Der Versuch, diese Ausrichtung der AfD von innen zu verändern, zeugt angesichts der Entwicklung der Partei von einer grotesken Selbstüberschätzung. Schlimmer noch: Er kann dazu beitragen, die AfD in den Augen vieler Menschen weiter zu normalisieren. Bei aller Radikalisierung zielen hierauf immer wieder Bestrebungen der AfD ab: Als normale bürgerliche Partei des demokratischen Parteienspektrums wahrgenommen zu werden. Eine jüdische Gruppe in der AfD kann hierfür als willkommene Legitimation und Unterstützung dienen – dem gilt es sich entschieden entgegenzustellen. Denn der streitbare Pluralismus politischer Überzeugungen innerhalb der jüdischen Gemeinschaft hat hier seine Grenze erreicht.

Wir rufen daher alle Jüd*innen dazu auf, sich aktiv für eine demokratische Gesellschaft einzusetzen und völkischen, rassistischen und menschenfeindlichen Positionen auch innerhalb der jüdischen Gemeinschaft zu widersprechen. Wer dieses Positionspapier unterstützen möchte, melde sich bei uns unter der Adresse jalta@neofelis-verlag.de

Jalta – Positionen zur jüdischen Gegenwart
Micha Brumlik
Marina Chernivsky
Max Czollek
Hannah Peaceman
Anna Schapiro
Lea Wohl von Haselberg

Unterzeichner*innen (Institutionen/Organisationen; Einzelpersonen, teils mit Funktionen in alphabetischer Reihenfolge)

Kompetenzzentrum für Prävention und Empowerment der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland
Bildungsstätte Anne Frank, Frankfurt am Main
Liberale Gemeine Gescher LaMassoret Köln, im Namen des Vorstands
Leah Carola Czollek, Gudrun Perko und Corinne Kaszner für das Institut für Social Justice und Radical Diversity
Sharon Adler, AVIVA-Berlin
Miriam Adlhoch
Eri und Rachel Alfandari
Julia Yael Alfandari
Lena Altman, ehemalige langjährige Mitarbeiterin des AJC
Marlon Amoyal, Mitglied der Liberalen Jüdischen Gemeinde Köln
Adriana Altaras, Berlin, Autorin
Daniel Bachrach
Dr. Sandra Anusiewicz Baer
Rafael Balling
Luisa Banki
Markus D. Baur, Rechtsanwalt
Lorenz Beckhardt, Autor und Fernsehredakteur
Leonid Belgorodski, Rechtsanwalt und Mitglied der jüdischen Gemeinde Frankfurt
Bisicky
Barbara Bisicky-Ehrlich
Benjamin Bloch, Mitglied des Vorstandes der Jüdischen Gemeinde Frankfurt am Main K.d.ö.R.
Y. Michal Bodemann, PhD. Professor em. of Sociology, University of Toronto
B. Bogucki-Land
Amir Borenstein, Managing Director-Geschäftsführer
Rachel De Boor
Hermann Bredl-Sealtiel
Yevgeniy Breyger
Noam Brusilovsky
Laura Cazès
Jonathan Czollek
Prof. Dr. Heike Deckert-Peaceman
Dr. Irit Dekel, Friedrich Schiller Universität Jena und Humboldt Universität zu Berlin
Emily Dische-Becker
PD Dr. med. Imanuel Dzialowski
Eva Ehrlich und Dr. Andrea Livnat, Herausgeberinnen von haGalil.com
Jonas Fegert
Benjamin Fischer, ehemaliger Präsident der Eurpean Union of Jewish Students und Gründungspräsident der Jüdischen Studierendenunion Deutschland
Ruth Fischer
Jo Frank, Leiter des Ernst Ludwig Ehrlich Studienwerks
Daniel Freund
Chasan Leah Frey-Rabine
J. Friedmann
Prof. Michel Friedman, Publizist und Philosoph
Günther B. Ginzel
Roman Gleitman
Alina Gromova
Ilana Goldschmidt
Juna Grossmann, Autorin
Marc Grünbaum, Mitglied des Vorstandes der Jüdischen Gemeinde Frankfurt am Main K.d.ö.R.
Barbara Guggenheim, Hamburg
Yury Gurzhy, Musiker
Myriam Halberstam, Verlegerin und Filmemacherin
Dr. med. Daniel A. Heinrich
Dr. Rodica Heinrich
Dr. phil. Michael M.Heinzmann M.A.
Dorothea Heymann-Reder
Alex Hislop
Dr K. Hannah Holtschneider, Senior Lecturer in Jewish Studies, University of Edinburgh
Prof. Dr. Lena Inowlocki
Nurith Isser
Joela Jacobs
Grischa Judanin
Daniel Kahn, Sänger
Sabine Kamp, Mitglied bei Gescher LaMassoret, jüdische liberale Gemeinde Köln
Itamar Kastner, Berlin
Alexandra Kattein
Prof. Dr. Guy Katz
Chasan Daniel Kempin, Kantor des Egalitären Minjan der Jüdischen Gemeinde Frankfurt a. M.
Dan Kern
Dr. Susanna Keval
Grischa Khislavski
Margarita Khusainova
Prof. Dr. Doron Kiesel, Bildungsabteilung des Zentralrats der Juden in Deutschland
Darja Klingenberg, Institut für Soziologie, Goethe Universität Frankfurt
Lena Kolechstein
Prof. Dr. Salomon Korn, Vorstandsvorsitzender der Jüdischen Gemeinde Frankfurt am Main K.d.ö.R.
Dr. Dani Kranz
Susanne Krause- Hinrichs
Uri Kuchinsky
Cilly Kugelmann
Malin Kundi, Bildende Künstlerin/ Fotografin Sandra Kreisler
Edmund Artmal Kundratek
Dr. Sergey Lagodinsky, Repräsentant, Jüdische Gemeinde zu Berlin
Armin Langer
Eva Lapsker
Prof. Dr. Leo Latasch, Mitglied des Vorstandes der Jüdischen Gemeinde Frankfurt am Main K.d.ö.R.
Latkes*Berlin
Dr. Roni Lehrer, Politikwissenschaftler Universität Mannheim
Naina Levitan
Andrea Livnat
Valentina Marcenaro
Karen Margolis, Autorin und Übersetzerin
Sigalit Meidler-Waks M. A., Kunsthistorikerin und Judaistin
Alessia und Henk Meijer
Dr. Meron Mendel, Frankfurt am Main
Sarah S. Michelis
Cathy Miller, Business Breezer Consultant for Personal & Business Growth
Igor Mitchnik
Dr. med. Verena Mühlstein und Dr. Jan Mühlstein, Gräfelfing, Mitglieder der Liberalen jüdischen Gemeinde München Beth Shalom und der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern
Wolfram Nagel, freier Journalist
Benjamin Nägele, Director of European Affairs B’nai B’rith International
Prof. Dr. Susan Neiman, Einstein Forum Potsdam
Camille Nessel, Doktorandin und Mitarbeiterin der Europäischen Kommission
Rinah Neubauer
Michael Nüssen, Jüdische Gemeinde in Hamburg
Rabbinerin Dr. Ulrike Offenberg
Dr. Tamara Or
Elishewa Patterson-Baysal, Rechtsanwältin Frankfurt am Main
Neala Na‘amah Patterson, Mitglied der jüdischen Gemeinde in Frankfurt
Joshua Peaceman
Marija Petrovic, Künstlerin aus Hamburg
Ido Porat
Dr. Galina Putjata
Dr. Doron Rabinovici
Robby Rajber aus München
Noemi Raz
Chasan Jalda Rebling, spiritual leader of congregation Ohel HaChidusch Berlin
Sigal Rosenfeld
Miriam Rosengarten
Nina Rosenstein
Ina Rosenthal
Agnieszka Rachela Rubinroth
Iris Salzberg
Sasha Marianna Salzmann, Autorin
Bettina Sandberg
Anatol Benjamin Schapiro, Berlin
Olga Schapiro
Miriam Schickler – Kulturschaffende – Berlin
Dr. med. Jennifer Schlundt
Diana Schnabel, Ehrenpräsidentin der WIZO Deutschland
Harry Schnabel, Mitglied des Vorstandes der Jüdischen Gemeinde Frankfurt am Main K.d.ö.R.
Jordan Lee Schnee
Volker Scholz-Goldenberg
Michal Schwartze
Anita Schwarz
Claudia Sebestyen, Filmpädagogin
PD Dr. Marc Siegel
Rabbiner Jona Simon
Rose Simon
Shemi Shabat
Susana Shaker
Tanya Shoshan
Yury Sokolov
Lien Soryano-Wirmer, Mitglied von Gescher laMassoret
Miriam Speier
Barbara Steiner
Adriana Stern
Mara Stone, Systemische Supervisorin und Coach
Lala Süsskind
Halinka Treperman
Dr. Werner Treß (Moses Mendelssohn Zentrum)
Neta-Paulina Wagner
Susanne Weinhöppel
Nea Weissberg
Albert Wiederspiel | Festival Director Filmfest Hamburg gGmbH
Romina Wiegemann
George R. Wilkes
Dalia Wissgott-Moneta
Dorothea Wolf-Baur
Fabian Wolff, Journalist
Sivan Ben Yishai, Autorin
Ruth Hanna Ziegler

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September 27th, 2018 at 5:03 am

nd| »Besonders problematische« Karikatur

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Für Micha Brumlik ist die von Dieter Hanitzsch angefertigte Zeichnung ein Fall von israelbezogenem Antisemitismus

Walter Benjamin, der sich 1940 auf der Flucht vor den Nationalsozialisten in den Pyrenäen das Leben nahm, war ein Bewunderer von Eduard Fuchs. Fuchs, auch er in den 1930er Jahren Emigrant, wurde 1870 in Göppingen geboren und starb im Januar 1940, vor dem Einmarsch der Wehrmacht in Paris. Ihm verdanken wir eine Kulturgeschichte der Karikatur, die er über Jahre hinweg in unterschiedlichen Büchern darlegte, so 1921 im Band »Die Juden in der Karikatur«.

Das dort vorgelegte Material – vom Hohn auf die Rothschilds über die Verächtlichmachung der Beschneidung in der österreichischen Satirezeitschrift »Kikeriki« bis zu antisemitischen Plakaten aus dem Zarenreich – zeigt jüdische Männer immer wieder als Menschen mit übergroßen Ohren und deutlich hervorstechenden Hakennasen. Nun ist die Karikatur – nicht anders als die antike Komödie – eine menschenfeindliche Kunstform, der es immer um die Lächerlichmachung des angemaßt Erhabenen geht und somit einem emanzipatorischen Ziel dient.

Nun ist nicht zu bestreiten, dass der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sich den Sieg Netta Barzilais beim Eurovision Song Contest (ESC) durch gemeinsame Auftritte vor den Kameras politisch zu Nutze gemacht hat. Indes: Warum ist im Schriftzug »Eurovision« auf der Karikatur dort, wo sonst ein »v« stehen sollte, ein Davidstern zu sehen? Ist der Eurovision Contest am Ende eine jüdische Angelegenheit? Zudem: Stellen israelische – jüdische? – Raketen derzeit ein sicherheitspolitisches Thema dar? Erinnert dieses Element der Karikatur nicht an jenes fatale, ebenfalls in der »Süddeutschen Zeitung« publizierte Gedicht, das Günter Grass 2012 in den Verdacht brachte, Antisemit zu sein? Dort phantasierte der Literaturnobelpreisträger von einer israelischen Bombe, die das iranische Volk auslöschen könnte – obwohl es doch wieder und wieder die iranische Führung war und ist, die von einer Auslöschung Israels spricht.

 

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Zeit| Micha Brumlik: Leider falsche Lösung

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Die CDU/CSU will Antisemiten ausweisen.

Bald jährt sich wieder die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau durch die Rote Armee. Der 27. Januar ist hierzulande ein bundesweit begangener, gesetzlicher Gedenktag. Gedacht wird des arbeitsteiligen Massenmordes an den europäischen Juden, verübt von Hunderttausenden Deutschen und ihren Kollaborateuren. Aus diesem Anlass wollen nun CDU und CSU auch etwas gegen den Antisemitismus von Flüchtlingen und Asylbewerbern aus dem arabischen Raum tun.

Das kommt der jüdischen Gemeinschaft nur scheinbar entgegen. Sie schaut zwar beunruhigt auf den Zuzug von Menschen, in deren Herkunftsländern antisemitische Indoktrination gängig ist. Doch was planen CDU und CSU konkret? Eine verschärfte Auslegung der Paragrafen 53 und 54 des Aufenthaltsgesetzes soll es künftig ermöglichen, ausländische Personen, die sich antisemitisch äußern oder verhalten, unverzüglich des Landes zu verweisen. Worum würde es gehen? Ein Beispiel: Sprechchöre wie “Juden ins Gas”, etwa bei einer Al-Kuds-Demonstration in Berlin, wären nun (sofern von Ausländern, nicht von Bundesbürgern angestimmt) Ausweisungsgrund.

Doch was genau ist Antisemitismus? Der Berliner Fall eines gebürtigen Deutschen, der vor einem israelischen Lokal laut rief, dass alle Juden in der Gaskammer enden werden, ist eindeutig – doch dieser Mann kann nicht ausgewiesen werden. Und was wäre mit dem palästinensischen Lebensmittelhändler, der sich ostentativ weigert, israelische Produkte zu verkaufen? Wäre das schon israelbezogener Antisemitismus?

Judenhass kann sich in Meinungen, Worten und in Taten äußern. Was wissenschaftlich als Antisemitismus gilt und wie verbreitet er ist, definiert auf vielen Seiten der Bericht der unabhängigen Expertenkommission Antisemitismus vom April 2017. Darin steht zwar der beruhigende Befund: Offener Antisemitismus ist hierzulande randständig wie nie zuvor. Darin stehen aber auch beunruhigende Zahlen: Obwohl nur 14 Prozent aller repräsentativ befragten Deutschen klassisch antisemitischen Meinungen beipflichten, stimmen 55 Prozent sekundär antisemitischen Statements zu (etwa: “Juden nutzen ihre Position als Verfolgte aus”), und 28 Prozent akzeptieren israelbezogenen Antisemitismus. Dagegen hilft die geplante Ausweisungsinitiative nicht. Auch nicht gegen die Tatsache, dass antisemitische Einstellungen unter muslimisch sozialisierten Jugendlichen in Deutschland deutlich verbreiteter sind als unter Nichtmuslimen (Muslime aus arabischen oder nordafrikanischen Ländern sind wiederum stärker als andere Muslime belastet).

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Januar 11th, 2018 at 2:59 pm

Morgenpost| “Du Jude!” – So wächst der Antisemitismus in Deutschland

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Viele Juden in Deutschland erleben Vorurteile und Hetze. Von Neonazis, radikalen Muslimen, aber auch aus der Mitte der Gesellschaft.

von Christian Unger

Meldung von Anfang November: Eine Schülerin aus Dresden erhält einen Preis für Zivilcourage. Sie hatte einen Mitschüler angezeigt, weil er und andere Witze über den Holocaust gemacht oder den Hitlergruß gezeigt haben sollen. Die Ermittlungen gegen den Jungen wurden eingestellt. Dafür prangt das Foto des Mädchens schon bald auf Facebook, in Kommentaren wird sie als “Denunziantin” und als “indoktriniert” beschimpft.

Am 9. November, Gedenktag an die Reichspogromnacht der Nationalsozialisten, klauen mutmaßlich Rechtsextremisten mehrere Stolpersteine aus den Gehwegen, die an ermordete Juden erinnern.
Sommer 2014: Eine Pro-Palästina-Kundgebung im Ruhrgebiet eskaliert. Demonstranten rufen: “Hamas, Hamas, Juden ins Gas”.

Im Frühjahr 2017 verlässt ein jüdischer Junge seine Berliner Schule, nachdem Mitschüler aus türkischen und arabischen Familien ihn bedrohten. Die Schulleitung steht in der Kritik. Sie habe weggeschaut.

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November 28th, 2017 at 10:57 am

TimesofIsrael| Martin Luther 500th anniversary marred by anti-Semitism row

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Controversy erupts over ‘Judensau’ carving on church showing Jews suckling the teats of a sow as a rabbi looks under its leg and tail

A bitter row over a medieval anti-Semitic carving on a church wall risks overshadowing Germany’s celebrations on Tuesday to mark the 500th anniversary of the Reformation, the seismic theological shift started by German theologian Martin Luther.

The bas relief sculpture at the heart of the dispute dates from around 1300 and is one of Germany’s last remaining examples of vulgar anti-Jewish folk art that was common in Europe during that era.

The graphic stone image shows Jews suckling the teats of a sow as a rabbi looks intently under its leg and tail. The hateful symbolism is that Jews obtain their sustenance and scripture from an unclean animal.

Many churches in the Middle Ages had similar “Judensau” (Jewish pig) sculptures, which were also aimed at sending the stark message that Jews were not welcome in their communities.

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Oktober 31st, 2017 at 12:55 pm

RBB| Lehrer klagen über Antisemitismus auf Berliner Schulhöfen

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“Du Jude” als gängige Beschimpfung oder Koranlehrer, die das im staatlichen Unterricht Gelernte überprüfen: Berliner Lehrer berichten in einer Umfrage, dass Antisemitismus und Islamismus sich unter ihren Schülern immer mehr durchsetzen. Von Sascha Adamek und Jo Goll

Antisemitismus und Salafismus unter Schülern mit türkischem und arabischem Migrationshintergrund gehören zum Schulalltag. Zu diesem Befund kommt eine qualitative Befragung von Lehrerinnen und Lehrern an 21 Berliner Schulen, die dem rbb vorliegt.

Ein Großteil der befragten Lehrerinnen und Lehrer in Berlin wurde schon mit antisemitischen Vorfällen konfrontiert. Einige Schüler würden unter Anleitung “religiöser Autoritäten“ aus Moscheevereinen Druck auf Mitschüler ausüben. Leidtragend seien vor allem Mädchen und junge Frauen, säkulare Muslime und Homosexuelle.

Befragung an 21 Berliner Schulen

Um sich ein erstes Stimmungsbild zu machen, hatte das American Jewish Committee (AJC)parallel zum Berliner Modellprojekt “Demokratie stärken – Aktiv gegen Antisemitismus und Salafismus” eine Dokumentation von Interviews mit Lehrkräften in Auftrag gegeben. Laut dieser Untersuchung auf Grundlage von Befragungen vom Herbst 2015 bis zum Frühjahr 2016 verstärken sich insbesondere antisemitische Tendenzen an Schulen.

Bei der Untersuchung hatte man in Kooperation mit dem “Landesinstitut für Schule und Medien in Berlin Brandenburg” Lehrkräfte aus 21 Schulen in acht Berliner Bezirken im Sekundarbereich befragt. Darunter waren Schulen mit einem hohen Anteil von Schülerinnen und Schülern mit türkischem oder arabischem Migrationshintergrund – aber auch Schulen in sehr bürgerlichen Gegenden. Die Verfasser betonen, dass es sich bei der Umfrage um keine repräsentative Untersuchung der Gesamtsituation an Berliner Schulen handelt, sondern vielmehr um eine empirische Annäherung an das Thema.

Es wurde festgestellt, dass antisemitische Stereotype und Feindbilder laut Aussagen der befragten Lehrkräfte an einigen Schulen stark präsent sind.  Auf Schulhöfen sei es gang und gäbe, sich gegenseitig als “Du Jude!” zu beschimpfen.

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Juli 19th, 2017 at 3:33 pm

TAZ| Kompass einer Jugend

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Wir waren weder Antisemiten noch selbsthasserische Juden: Nicht jede Form des Antizionismus ist mit Antisemitismus gleichzusetzen.

Die zunächst nicht, dann doch ausgestrahlte Arte-Dokumentation „Auserwählt und eingegrenzt“ hat das Thema erneut auf die Tagesordnung gesetzt: das Verhältnis von Antisemitismus und Antizionismus. Zudem hat der Bericht des Unabhängigen Expertenkreises der Bundesregierung ergeben, dass sich Antisemitismus immer häufiger hinter antizionistischen Parolen verbirgt. Das kann gleichwohl umgekehrt nicht heißen, dass jede Form des Antizionismus schlicht mit Antisemitismus gleichzusetzen ist.

Vor allem: Was ist von Jüdinnen und Juden wie Judith Butler, die sich für BDS einsetzen, oder von jenen ultraorthodoxen Fundamentalisten zu halten, die Jahr für Jahr in Berlin die von Khomeini erfundene „Al-Quds“-Demonstration eröffnen, weil ihrer Meinung nach nur der Messias die Juden ins verheißene Land zurückführen darf? Alles Antisemiten – und wenn nicht, so doch wenigstens selbsthasserische Jüdinnen und Juden?

Der Autor dieser Zeilen weiß, wovon er schreibt, und hat das vor mehr als zwanzig Jahren in seinen Erinnerungen „Kein Weg als Deutscher und Jude“ auch zu Protokoll gegeben. Ich war mit Sicherheit weder Antisemit noch Selbsthasser, als ich nach Jahren begeisterter Mitgliedschaft in einer zionistischen Jugendorganisation 1967 nach Israel ging, 1968/69 in Jerusalem Mitglied einer antizionistischen Organisation wurde, um bald – weil es mir sinnlos schien, nur deshalb nach Israel einzuwandern, um dort für eine sozialistische Revolution zu kämpfen – in das studentenbewegte Frankfurt am Main zurückzukehren.

 

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Juli 19th, 2017 at 3:30 pm

Publik-Forum| Was tun gegen neuen Antisemitismus?

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von Thomas Seiterich

Auf Schulhöfen ist das Fluchwort »Du Jude« aktuell das Schimpfwort Nummer eins. Und unter den Erwachsenen neigen bei Befragungen in Deutschland rund 40 Prozent zu einem Israel-bezogenen Antisemitismus. Verschärfen Flüchtlinge aus Arabien das Problem? Ein Gespräch mit dem Publizisten Micha Brumlik

Publik-Forum.de: Herr Brumlik, Antisemitismus war in Deutschland lange rückläufig. Jetzt erleben wir eine neue Welle, wie es scheint. Brauchen es einen Antisemitismusbeauftragten der Bundesregierung? Micha Brumlik: Ich glaube, wir brauchen das. Vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte ist es sehr nötig, dass dieses Thema, das derzeit die deutsche Öffentlichkeit sehr umtreibt, auch politisch verantwortlich behandelt wird. Ja, vor allem deshalb brauchen wir einen solchen Beauftragten. Verändert sich durch die neuen Bürger aus arabischen Ländern, die als Flüchtlinge seit 2015 nach Deutschland gekommen sind, die Situation? Wird die Lage bedrohlicher für Jüdinnen und Juden in Deutschland? Brumlik: Tatsache ist, dass zahlreiche Jüdinnen und Juden sich bedroht fühlen. Ob und wie realistisch das ist, ist eine andere Frage. Wir wissen aus verschiedenen Untersuchungen, dass etwa 40 Prozent der Befragten so etwas wie einen Israel-bezogenen Antisemitismus zu Protokoll geben. Vor diesem Hintergrund dürfte es keinen besonders großen Unterschied ausmachen, ob da noch der eine oder der andere oder auch größere Gruppen von Flüchtlingen, die aus arabischen Ländern kommen und dort mit antisemitischem Antizionismus konfrontiert wurden und den auch aufgenommen haben, diesen hierzulande an den Tag legen.

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Juni 27th, 2017 at 2:10 pm

Antisemitismus in Europa – ARTE 2017

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Bislang weigert sich ARTE diese Doku zu senden. Nun wird sie von der ARD gesendet.

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Juni 17th, 2017 at 7:07 pm

Bundestag| 179 antisemitische Straftaten im ersten Quartal 2017

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Von Januar bis März 2017 wurden bundesweit 179 antisemitische Straftaten erfasst, darunter fünf Gewalttaten und 30 Propagandadelikte. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Links-Fraktion hervor. 169 Straftaten waren rechtsextremistisch motiviert. Insgesamt wurden 78 Tatverdächtige ermittelt, es gab jedoch keine Festnahmen oder Haftbefehle. Zahlen und Fakten zum Thema Antisemitismus finden Sie in unserer gleichnamigen Rubrik.

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Mai 26th, 2017 at 8:56 am

Bundestag| Antisemitische Straftaten ab 2014 / Zahl antisemitischer Straftaten 4.Quartal 2016

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Die Zahl antisemitischer Straftaten in den Jahren 2014 bis 2016 ist ein Thema der Antwort der Bundesregierung (18/11152) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (18/10834). Im Jahr 2014 wurden danach 1.596 antisemitische Straftaten gemeldet und im folgenden Jahr 1.366.

Für den Zeitraum von Januar bis November 2016 wurden den Angaben zufolge bis zum 28. Dezember 1.260 entsprechende Straftaten gemeldet. Wie aus der Antwort weiter hervorgeht. liegen für das vergangene Jahr “erst vorläufige Zahlen vor, die sich noch verändern können”.

+++

Im vierten Quartal 2016 ist in Deutschland ein Mensch infolge einer politisch rechts motivierten Straftat mit antisemitischem Hintergrund verletzt worden. Dies geht aus der Antwort der Bundesregierung (18/11156) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (18/11036) hervor.

Danach wurden von Oktober bis Dezember 2016 insgesamt 183 Straftaten mit antisemitischem Hintergrund gemeldet, darunter zwei Gewalttaten und 34 Propagandadelikte. Zu den erfassten 183 Straftaten wurden den Angaben zufolge insgesamt 75 Tatverdächtige ermittelt. Wie die Bundesregierung weiter ausführt, gab es drei Festnahmen und wurde ein Haftbefehl erlassen.

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Februar 27th, 2017 at 1:13 pm

RIAS| Bericht antisemitischer Vorfälle in Berlin 2016

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Im Jahr 2016 erfasste die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Berlin (RIAS) 470 antisemitische Vorfälle in Berlin. Davon sind 17 physische Angriffe, 18 Bedrohungen, 53 Sachbeschädigungen an jüdischem Eigentum oder Orten der Erinnerung an die Schoa sowie 382 auf Fälle verletzenden Verhaltens. Dieses fand in 80 Fällen mündlich statt. In 152 Fällen fand es im Internet statt und war konkret gegen jüdische Personen oder Institutionen gerichtet. Weitere 150 Fälle waren nonverbale Äußerungen, z. B. antisemitische Propaganda, Schmierereien und postalische Zuschriften. Vorfälle extremer Gewalt wurden durch RIAS 2016 nicht registriert.

Die Zahl der registrierten Vorfälle ist gegenüber dem Vorjahr (2015: 405 Fälle) um 16 % angestiegen. Diese Zunahme liegt nach unserer Einschätzung vor allem in einer höheren Zahl uns gemeldeter antisemitischer Vorfälle. Hintergrund ist der verbesserte Austausch mit jüdischen und nicht-jüdischen Organisationen bezüglich der Verbreitung von entsprechenden Kenntnissen. Neben den genannten 470 antisemitischen Vorfällen wurden der RIAS weitere 192 potentielle Vorfälle bekannt. Diese wiesen entweder keinen antisemitischen Inhalt auf oder fanden im Internet statt, ohne gegen konkrete Personen oder Institutionen gerichtet zu sein. Insgesamt hat die RIAS 6871 Meldungen geprüft und ausgewertet.

Von 297 der gemeldeten Vorfälle waren insgesamt 303 Personen unmittelbar betroffen. Die Zahl der von Antisemitismus Betroffenen hat sich gegenüber dem Vorjahr verdoppelt (2015: 151 Betroffene). Bei 132 betroffenen Personen war den Täter_innen bekannt, dass es sich um Jüdinnen oder Juden handelt, was einen Anstieg um 132 % gegenüber 2015 (57 erkennbar jüdische Betroffene) bedeutet. Davon waren 54 Jüdinnen und Juden in einer Face-to-face-Situation Angriffen oder verbalen Bedrohungen und Beschimpfungen ausgesetzt. Per E-Mail und in sozialen Netzwerken wurden 70 erkennbare Juden_Jüdinnen antisemitisch angefeindet. Sieben Sachbeschädigungen richteten sich gegen das private Eigentum von Jüdinnen oder Juden.

2016 wurden in Berlin 42 Sachbeschädigungen an Orten der Erinnerung an die Schoa festgestellt. Dies ist mehr als drei Mal so viel als im Vorjahr (2015: 15 Sachbeschädigungen). Es gab darüber hinaus 53 Fälle von mündlichen und schriftlichen Beschimpfungen und Bedrohungen, Reden auf Versammlungen und Propagandafällen, welche Abwehrhaltungen gegenüber dem Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus zum Motiv hatten. Dies drückte sich in Schoa-Leugnungen oder – Relativierungen der Verhöhnung der Opfer oder der Figur der Täter-Opfer-Umkehr aus. Insgesamt stand jeder fünfte antisemitische Vorfall 2016 im Zusammenhang mit einer solchen Motivation.

Die geographische Verteilung der Vorfälle auf die Berliner Stadtbezirke ist ähnlich wie im Vorjahr. Ein Schwerpunkt ist mit 100 Vorfällen der Bezirk Mitte (mit den Stadtteilen Moabit, Tiergarten, Wedding). An zweiter und dritter Stelle liegen Charlottenburg-Wilmersdorf (49) und Kreuzberg- Friedrichshain (47). Alleine in Moabit wurden 30 antisemitische Vorfälle verzeichnet – mehr als in neun der zwölf Berliner Bezirke (siehe Grafik „Geographische Verteilung“).

Was die zeitliche Verteilung betrifft, ereigneten sich von den insgesamt registrierten 470 Vorfällen 2016 mit 294 Vorfällen knapp zwei Drittel (63 %) in der zweiten Jahreshälfte (Juli bis Dezember 2016). Die Zahl der bekannt gewordenen stieg von 29 pro Monat in der ersten Jahreshälfte auf 49 in der zweiten Jahreshälfte. Gemeldete antisemitische Anfeindungen im Internet nahmen in der zweiten Jahreshälfte im Vergleich zur ersten sogar um 267 % zu. Diese enorme Steigerung ist vermutlich auf mehrere Faktoren zurückzuführen. Zum einen werden der RIAS zunehmend mehr Vorfälle gemeldet. Die bundesweite Medienberichterstattung über RIAS anlässlich des einjährigen Bestehens der Onlineplattform www.report-antisemitism.de im Juli 2016 trug zu einer wesentlich höheren Bekanntheit der Meldemöglichkeit bei. Zum anderen dürfte sich auch das gesellschaftliche Klima verändert haben. Hier schlagen sich in den Fallzahlen vor allem die seit Juli 2016 häufiger und aggressiver vorgetragenen Anfeindungen gegen zivilgesellschaftliche Projekte nieder, die (antisemitische) Hate-Speech im Internet bekämpfen.

 

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Februar 27th, 2017 at 6:58 am

Abgeordnetenhaus Berlin| Nichts gegen Juden, aber… – Antisemitische Vorfälle in Berlin 2016

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Titel: Nichts gegen Juden, aber… – Antisemitische Vorfälle in Berlin 2016
Abgeordnete: Tomiak, June (Bündnis 90 / Die Grünen)
Link: http://pardok.parlament-berlin.de/starweb/adis/citat/VT/18/SchrAnfr/S18-10208.pdf

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Februar 3rd, 2017 at 10:07 am

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TAZ| Gemeinsamer Alltag

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Multikulti geht doch: Eva Lezzis Jugendbuch „Die Jagd nach dem Kidduschbecher“ erzählt die Geschichte einer jüdisch-palästinensischen Verständigung.

In großen Städten wie Hamburg, München, Frankfurt oder Berlin stellen Kinder aus Migrantenfamilien inzwischen die Mehrheit der Schülerinnen und Schüler. So entsteht – noch viel zu wenig beachtet – eine Welt, die sogar die heute von Linksliberalen so hochgeschätzte Angela Merkel nicht wahrnehmen wollte, als sie verkündete, dass der Multikulturalismus gescheitert sei.

Entgegen solchen als Prognosen verkleideten Wünschen, die heute von FunktionärInnen rechtspopulistischer Parteien und ihren intellektuellen Vordenkern, den „Identitären“, bedient werden, teilen Kinder, Mädchen und Jungen aus diversen Herkunftsregionen, ganz unterschiedlichen Kulturen sowie oftmals feindselig einander entgegenstehenden Religionen einen gemeinsamen Alltag, nicht nur der Schule, sondern auch der „Freizeit“.

Als besonders heikel gilt dabei die Präsenz von Kindern muslimischen Glaubens – zumal, wenn ihre Eltern aus arabischen Ländern kommen, die mit dem Staat Israel, der sich als jüdischer Staat versteht, im Kriegszustand stehen. Entsprechend äußern Vertreter der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland immer wieder die Befürchtung, dass die Immigration muslimischer Familien den Antisemitismus steigern werde.

Dass das so nicht sein muss und sich im Alltag von Jungen und Mädchen auch ganz anders ausdrücken kann, zeigt ein soeben erschienener Kinder- und Jugendroman, der sich an Leserinnen ab zwölf Jahre wendet. Eva Lezzis Roman „Die Jagd nach dem Kidduschbecher“ erzählt in klarer, flüssiger Prosa eine Geschichte, von der auch Erwachsene profitieren können.

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Dezember 6th, 2016 at 6:03 pm

WDR| Interview mit Micha Brumlik: “Die AfD ist religionsfeindlich”

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Die AfD ist keine antisemitische Partei, meint der Publizist Micha Brumlik im Interview bei WDR 5. Tatsächlich schlage sich die AfD auf die Seite Israels – weil der Staat als Bollwerk der westlichen Demokratie gegen den Islam gelte.

WDR 5: Wieviel Antisemitismus gehört zur AfD?

Micha Brumlik: Also auf der programmatischen Ebene findet sich dort kein Antisemitismus. Wenn man davon absieht, dass einer der stellvertretenden Parteivorsitzenden, Alexander Gauland, sich angemaßt hat mitzuteilen, dass seiner Meinung nach das Schächtverbot kein Kerngehalt des Judentums angreife – im Unterschied zu einem möglichen Verbot der Beschneidung. Das war nicht Gaulands Sache. So hat er sich nicht zu äußern.

Wolfgang Gedeon in der Tat ist ein überzeugter Antisemit. Und das war dem einen oder anderen wichtigen Politiker der AfD auch durchaus bekannt. Jörg Meuthen wusste von diesen Verstrickungen, ohne dass er wahrscheinlich Gedeons Bücher gelesen hatte, ähnliches gilt auch von Björn Höcke.

Aber auf der programmatischen Ebene wird man, im Unterschied zur Islamfeindlichkeit, Antisemitismus bei der AfD nicht finden. Was die Leute am Stammtisch denken oder sagen, das wissen wir nicht. Etwas anderes steht allerdings nach den Ereignissen der letzten Tage fest: dass ein Teil der Landtagsfraktion bereit gewesen ist, den Antisemitismus von Gedeon in Kauf zu nehmen, billigend in Kauf zu nehmen.

WDR 5: Auf der programmatischen Ebene, sagen Sie, ist kein Antisemitismus zu finden. Gibt es aber sowas wie einen latenten Antisemitismus im Profil der AfD?

Brumlik: Also ich kann das, wie gesagt, abgesehen von Äußerungen, die ich eben zitiert habe, bisher nicht behaupten.

WDR 5: Es gibt andere Kommentatoren, die von einer notdürftig verschlüsselten antisemitischen Propaganda sprechen, wenn dort immer gegen anglo-amerikanisch dominierte Lebensart oder zinsbasierten Globalkapitalismus gewettert wird.

Brumlik: Ja, das sind natürlich Chiffren des Antisemitismus seit den 1930er Jahren. Aber es wird eben nicht explizit ausdrücklich ausgesprochen. Das ist richtig, dass man gegen diese Form von anglo-amerikanischem Kapitalismus glaubt, protestieren zu müssen und dass man, indem man die Zinsfrage aufnimmt, auch ein altes Thema von Antisemiten wieder aufnimmt. Nur Juden werden nicht genannt und im Unterschied dazu gibt es auch bei der AfD Stimmen, wie etwa in Frankreich oder in Österreich, die sich dann sehr massiv auf den Staat Israel beziehen – und zwar positiv.

WDR 5: Inwiefern?

Brumlik: Naja, insofern der Staat Israel als Bollwerk der westlichen Demokratie und natürlich vor allem als Bollwerk gegen den Islam gilt.

WDR 5: Und das passt dann eben besser zur Islamfeindschaft. Wie verhält die sich diese Islamfeindschaft zu diesen leicht antisemitischen Tendenzen oder zu denjenigen in der AfD, die sich jetzt offen antisemitisch geäußert haben?

Brumlik: Ich kann nur sagen, die Islamfeindschaft steht im Parteiprogramm drin. Das ist der offizielle gemeinsame Wille aller Parteimitglieder. Alles andere sind Meinungen, die man am Stammtisch oder in irgendwelchen Internetkommunikationen findet. Das wird es so oder anders auch in anderen Parteien geben.

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Die AfD ist keine antisemitische Partei, meint der Publizist Micha Brumlik im WDR 5-Interview. Tatsächlich schlage sich die AfD auf die Seite Israels – weil der Staat als Bollwerk der westlichen Demokratie gegen den Islam gelte.

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TAZ| Zum Menschenbild der Neuen Rechten: Der Einzelne hat kein Recht

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Gegen Menschenrechte und Globalisierung: Micha Brumlik sprach im Literaturhaus Berlin über „Das alte Denken der Neuen Rechten“.

KOMMENTAR VON ULRICH GUTMAIR

Die Völker sollen in ihren angestammten Kulturräumen bleiben. Auf diese ethnopluralistische These könnte man die Ideologie der neuen Rechten reduzieren, dann würde man allerdings Details verpassen, die auf der Suche nach einer politischen Antwort auf das Programm von Parteien wie der AfD wichtig werden könnten.

Zu diesem Schluss konnte man kommen, nachdem der Erziehungswissenschaftler und taz-Kolumnist Micha Brumlik am Freitagabend im überfüllten Kaminzimmer des Literaturhauses Berlin Rhetorik, Ideologie und Theorie, kurz: „das alte Denken der Neuen Rechten“ analysiert hatte. TOP B3rlin und die Rosa-Luxemburg-Stiftung hatten ihn als ersten Redner der Reihe „Rhetorik der Reaktion“ eingeladen.

Brumlik zeigte, dass die ethnopluralistische Idee nicht nur im Denken Carl Schmitts, sondern auch in der Philosophie Martin Heideggers Anschluss finden kann. Heidegger argumentierte in seinem Hauptwerk „Sein und Zeit“ völkisch und nationalsozialistisch: Das „Geschehen des Volkes“ bezeichnete er als „Geschick“, das sich nicht bloß aus einzelnen Schicksalen zusammensetze, „sowenig als das Miteinandersein als ein Zusammenkommen mehrerer Subjekte begriffen werden kann.

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FR| JÜDISCHE GEMEINDE FRANKFURT: Wer Angst hat, wird anfällig

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Von 

Der Zentralrat der Juden macht religiösen Fundamentalismus zum Thema einer Tagung in Frankfurt. Der Publizist Micha Brumlik erntet für seinen Beitrag Beifall und Widerspruch zugleich.

Was bringt junge Menschen dazu, sich radikalen religiösen Gruppen anzuschließen? Bei Ahmad Mansour waren es vor allem Mobbing und Zukunftssorgen, die ihn anfällig machten. Als er als Schüler in die Gruppe eines radikalen Imams geriet, waren seine Ängste „von heute auf morgen weg“, sagt Mansour, arabischer Israeli und Islamismus-Experte. Er habe Jahre gebraucht, um sich aus dieser Ideologie herauszuarbeiten. „Aber meine Person zeigt: Es ist machbar, wenn man die richtigen Leute trifft und die richtigen Bücher liest.“

Es ist ein besonderer Abend bei der Jüdischen Gemeinde im Westend. Als ein Höhepunkt der Konferenz „Die Faszination fundamentalistischer Weltbilder“, organisiert vom Zentralrat der Juden in Deutschland, berichtet der heute in Berlin lebende Mansour aus seinem Leben und von seiner pädagogischen Arbeit mit jungen Muslimen. Es seien auch das Gottesverständnis vieler konservativer Imame, die ständige Angst vor der Hölle und die Tabuisierung der Sexualität, die junge Muslime in die Hände der Fundamentalisten trieben, sagt Mansour. Zur Flüchtlingsdebatte stellt er Forderungen an Politik und Gesellschaft: Die Geflüchteten benötigten „Zugänge in die Mehrheitsgesellschaft“, es brauche viel mehr Fördermittel und Projekte, um es „diesmal anders zu machen als bei den Gastarbeitern und ihren Kindern“.

Zugleich müsse man junge Muslime befähigen, sich kritisch mit ihrer eigenen Religion auseinanderzusetzen. Man müsse autoritäres Denken und Antisemitismus auch unter Migranten offen und mittels „gewinnender Arbeit“ ansprechen. „Ich weiß, wie schwer das ist“, sagt Mansour.

 

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NETZ GEGEN NAZIS|WIE ANTISEMITISCH IST DIE AFD?

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Antisemitismus ist wesentlicher Bestandteil des Weltbildes der deutschen extremen Rechten. Aber kann es auch eine deutsche Rechte ohne Antisemitismus geben? Anders als die NPD sanktioniert die AfD, zumindest hin und wieder, antisemitische Ausfälle ihre Mitglieder. Mehr noch: Sie wirbt häufiger im Vorfeld von Parteiveranstaltung gezielt um die Teilnahme von Jüdinnen und Juden. Parteichefin Petry reiste jüngst gar auf Einladung zu einem politischen Vortrag nach Israel. Vereinzelt werden auf AfD-Demonstrationen Israel-Fahnen getragen. Das lässt die Frage aufkommen, spielt Antisemitismus bei der AfD keine Rolle?

Von Jan Riebe

AfD wirbt um Juden

„Wir als AfD sind bei euch! Wir verstehen eure Ängste und Sorgen!“ (NW) – so warb die AfD in Paderborn um die Teilnahme von Jüdinnen und Juden an einer Demonstration im Februar 2016. Kein Einzelfall. In mehreren Städten versuchte die AfD Jüdische Verbände oder Einzelpersonen für Parteiveranstaltungen zu gewinnen. Die Reaktionen der Jüdischen Gemeinden waren einhellig. Sie warnten ihre Mitglieder davor, sich von der Rechtsaußenpartei instrumentalisieren lassen. „Die AfD tritt manchmal mit der Idee an uns heran, dass wir uns doch mit ihnen gegen islamischen Antisemitismus wenden sollten. Aber ich habe mir deren Veranstaltungen angeschaut: Diese Leute hassen heute die Muslime, und morgen hassen sie uns“, so Reinhard Schramm, Vorsitzenden der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen. Diese Haltung verwundert nicht, denn es gibt schon heute zahlreicher antisemitische Äußerungen aus den Reihen der AfD.

Antisemitische Postings

 

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Mai 10th, 2016 at 1:16 pm

Deutsches Historisches Museum Berlin| ANGEZETTELT – ANTISEMITISCHE UND RASSISTISCHE AUFKLEBER VON 1880 BIS HEUTE

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Angezettelt. Antisemitische und rassistische Aufkleber von 1880 bis heute

20. April bis 31. Juli 2016

Jeder kennt sie und überall kleben sie: auf Straßenschildern, Briefkästen, in S-Bahnhöfen, in Kinderzimmern, auf Liebesbriefen. Klebemarken und -zettel, auch Spuckis genannt, sind seit dem späten 19. Jahrhundert massenhaft verbreitet. Ein kleines Format, das mit großem Eifer im öffentlichen Raum verbreitet, privat gesammelt und getauscht wird. Als kostengünstiges Medium werden Aufkleber bereits früh genutzt, um Weltbilder zu popularisieren. Sammelbilder und -alben verbreiten und verfestigen rassistische Vorstellungen von Ungleichheit und Überlegenheit und tragen sie ins private Leben. Unter Antisemiten waren Klebezettel mit judenfeindlichen Bildern und Parolen außerordentlich populär. Doch jüdische Organisationen wehrten sich bald gegen diese Hetze und bekämpften öffentlich die antisemitische Propaganda. Auch heute werden Sticker zur politischen Agitation genutzt. “Refugees welcome” oder “Nein zum Heim”-Aufkleber signalisieren Akzeptanz, polarisieren oder schüchtern Menschen ein.

 

Die Ausstellung zeigt Klebezettel, Sammelmarken und -bilder, Briefverschlussmarken und Sticker vom Kaiserreich, der Weimarer Republik, dem Nationalsozialismus bis zur Gegenwart in ihren jeweiligen Kontexten. “Angezettelt” erzählt von einer sozialen Praxis menschenfeindlicher Ressentiments und gleichermaßen die Geschichte der Abwehr antisemitischer und rassistischer Feindbilder.

Die Ausstellung bietet neben Texten in deutscher und englischer Sprache die Hauptinformationen auch in Braille, in Leichter Sprache sowie als Gebärdenvideo an. “Inklusive Kommunikations-Stationen” laden Besucherinnen und Besucher zu einem partizipativen Einstieg in jeden Themenbereich ein.

Flyer zur Ausstellung

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Eine gemeinsame Ausstellung des Zentrums für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin und des Deutschen Historischen Museums. Die Ausstellung wird unterstützt durch die Kulturstiftung des Bundes.

Zentrum für Antisemitismusforschung

 

 

Gefördert durch die

Kulturstiftung des Bundes

 

DEUTSCHES HISTORISCHES MUSEUM

Zeughaus und Ausstellungshalle
Unter den Linden 2
10117 Berlin

Tel. +49 30 20304-0
Info-Tel. +49 30 20304-444

ÖFFNUNGSZEITEN

täglich 10–18 Uhr
24. Dezember geschlossen

EINTRITT

Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre frei
Tageskarte für alle Ausstellungen: 8 €, ermäßigt* 4 €
Jahreskarte 50 € (mit Begleitperson 70 €), ermäßigt* 40 €

 

 

 

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April 23rd, 2016 at 11:24 am

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RBB| Antisemitismus und Rassisimus auf Aufklebern

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Wissenschaft

Antisemitismus und Rassisimus auf Aufklebern

Sa 23.04.16 10:10 | 06:00 min | Verfügbar bis 23.04.17 | radioeins

Sie zieren Laternenpfähle, Mülleimer, Stromkästen und Parkbänke: Bunte Aufkleber prägen unser Stadtbild, auch privat werden sie begeistert gesammelt und getauscht.

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April 23rd, 2016 at 11:19 am

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Antisemitismus spielt in deutschen Parlamenten fast keine Rolle

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Im Zeitraum vom 1. Januar 2016 bis 31.März 2016 finden sich lediglich 23 Einträge zum Themenkomplex “Antisemitismus” in den Parlamentsdokumenten der Landesparlamente und des Deutschen Bundestages.

Hier der Überblick:

1.PDF im neuen Fenster öffnenBeratungsstand zeigenDer Freistaat Bayern bekämpft entschlossen jede Form des Extremismus
Bayerischer Landtag – Dringlichkeitsantrag 1 Kreuzer, Thomas (CSU), Zellmeier, Josef (CSU), Herrmann, Florian, Dr. (CSU), Huber, Thomas (CSU), Dünkel, Norbert (CSU), Flierl, Alexander (CSU), Gibis, Max (CSU), Ländner, Manfred (CSU), Lederer, Otto (CSU), Lerchenfeld, Ludwig, Freiherr von (CSU), Lorenz, Andreas (CSU), Reichhart, Hans, Dr. (CSU), Tomaschko, Peter (CSU), CSU (CSU) Drucksache 17/10528 16.03.2016
2.PDF im neuen Fenster öffnenBeratungsstand zeigenAntisemitische Überfälle, Sachbeschädigungen, Leugnung der Shoa und andere antisemitische Straftaten im Monat Februar 2016
Sachsen – KlAnfr Kerstin Köditz DIE LINKE 29.02.2016 Drs 6/4408
3.PDF im neuen Fenster öffnenBeratungsstand zeigenPolitische Bildung in Niedersachsen stärken – Vielfalt der Träger und Akteure erhalten!
Niedersachsen – Entschließungsantrag CDU 17.02.2016 Drucksache 17/5197 (2 S.)(Zurückgezogen durch Drucksache 17/5554)Direktüberweisung am 18.02.2016 an Ausschuss für Wissenschaft und Kultur
4.PDF im neuen Fenster öffnenBeratungsstand zeigenVon der Polizei registrierte Straftaten im Phänomenbereich “Politisch motivierte Kriminalität – rechts” im Monat Dezember 2015
Sachsen-Anhalt – Kleine Anfrage und Antwort Henriette Quade (DIE LINKE), Sebastian Striegel (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN), Ministerium für Inneres und Sport 12.02.2016 Drucksache 6/4807 (KA 6/9042) (16 S.)
5.PDF im neuen Fenster öffnenBeratungsstand zeigenVon der Polizei registrierte Gewaltstraftaten im Phänomenbereich “Politisch motivierte Kriminalität – rechts” im Monat Dezember 2015
Sachsen-Anhalt – Kleine Anfrage und Antwort Henriette Quade (DIE LINKE), Sebastian Striegel (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN), Ministerium für Inneres und Sport 12.02.2016 Drucksache 6/4806 (KA 6/9041) (6 S.)
6.PDF im neuen Fenster öffnenBeratungsstand zeigenAntisemitische Delikte (IV) – “Israel-Palästina-Konflikt”
Berlin – Schriftliche Anfrage 17/17923 Herrmann, Clara (Grüne) Drucksache 17/17923 04.02.2016 S.1-27
7.PDF im neuen Fenster öffnenBeratungsstand zeigenAntisemitische Überfälle, Sachbeschädigungen, Leugnung der Shoa und andere antisemitische Straftaten im Monat Januar 2016
Sachsen – KlAnfr Kerstin Köditz DIE LINKE 02.02.2016 Drs 6/4132
8.PDF im neuen Fenster öffnenBeratungsstand zeigenSchmierereien an Synagoge in Dresden
Sachsen – KlAnfr André Schollbach DIE LINKE 29.01.2016 Drs 6/4093
9.PDF im neuen Fenster öffnenBeratungsstand zeigenAktuelle Stunde: Gegen rechte Gewalt: handeln statt zündeln! Demokratie stärken – Sicherheit schaffen – Prävention ausbauen
Bayerischer Landtag – Aktuelle Stunde 3 DIE GRÜNEN (GRU) Plenarprotokoll 17/63 28.01.2016 S.5327-5338 Schulze, Katharina (GRÜ), Reichhart, Hans, Dr. (CSU), Arnold, Horst (SPD), Gottstein, Eva (FREIE WÄHLER), Eiling-Hütig, Ute, Dr. (CSU), Rabenstein, Christoph, Dr. (SPD), Schreyer-Stäblein, Kerstin (CSU), Herrmann, Florian, Dr. (CSU), Schreyer-Stäblein, Kerstin (CSU), Heike, Jürgen W. (CSU), Beißwenger, Eric (CSU), Gottstein, Eva (FREIE WÄHLER), Zellmeier, Josef (CSU)
10.PDF im neuen Fenster öffnenBeratungsstand zeigen25 Jahre nach dem Tode Jorge Gomondais: Gerechtigkeit den Opfern rechter Gewalt!
Sachsen – Antr DIE LINKE 27.01.2016 Drs 6/4057
11.PDF im neuen Fenster öffnenBeratungsstand zeigenPräventionsarbeit gegen islamischen Extremismus
Berlin – Ausschussbesprechung § 21 Abs. 3 GO Ausschuss für Arbeit, Integration, Berufliche Bildung und Frauen, Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD), Christlich Demokratische Union Deutschlands (CDU) Ausschussprotokoll 17/70 21.01.2016
12.PDF im neuen Fenster öffnenBeratungsstand zeigenÜbergriffe in der Silvesternacht auf Homosexuelle, Transsexuelle und Menschen jüdischen Glaubens
Schleswig-Holstein – Plenarprotokoll 18/108 (neu) 20.01.2016 S 9047
13.PDF im neuen Fenster öffnenBeratungsstand zeigenAntisemitische Straf- und Gewalttaten in NRW im Jahr 2015: Reicht der Schutz für jüdische Menschen aus?
Nordrhein-Westfalen – Kleine Anfrage 4301 Schwerd, Daniel (fr. los) Drucksache 16/10769 18.01.2016 (Umfang: 1 S.)
14.PDF im neuen Fenster öffnenBeratungsstand zeigenModeration “Plauener Gespräch Asyl” am 01.12.2015 durch die Landeszentrale für politische Bildung ¿ Teilnahme von Rechtsextremisten
Sachsen – KlAnfr Petra Zais GRÜNE 17.01.2016 Drs 6/3885
15.PDF im neuen Fenster öffnenBeratungsstand zeigenWird in Delmenhorst Antisemitismus auf Großplakaten an städtischen Gebäuden beworben?
Niedersachsen – Kleine Anfrage zur mündlichen Beantwortung 27 Annette Schwarz (CDU) 13.01.2016 Drucksache 17/4965 (S.13-14)
16.PDF im neuen Fenster öffnenBeratungsstand zeigenVon der Polizei registrierte Straftaten im Phänomenbereich “Politisch motivierte Kriminalität – rechts” im Monat November
2015
Sachsen-Anhalt – Kleine Anfrage und Antwort Henriette Quade (DIE LINKE), Sebastian Striegel (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN), Ministerium für Inneres und Sport 12.01.2016 Drucksache 6/4707 (KA 6/9011) (21 S.)
17.PDF im neuen Fenster öffnenBeratungsstand zeigenVon der Polizei registrierte Gewaltstraftaten im Phänomenbereich “Politisch motivierte Kriminalität – rechts” im Monat Oktober 2015
Sachsen-Anhalt – Kleine Anfrage und Antwort Henriette Quade (DIE LINKE), Sebastian Striegel (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN), Ministerium für Inneres und Sport 12.01.2016 Drucksache 6/4702 (KA 6/9001) (6 S.)
18.PDF im neuen Fenster öffnenBeratungsstand zeigenVon der Polizei registrierte Straftaten im Phänomenbereich “Politisch motivierte Kriminalität – rechts” im Monat Oktober 2015
Sachsen-Anhalt – Kleine Anfrage und Antwort Henriette Quade (DIE LINKE), Sebastian Striegel (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN), Ministerium für Inneres und Sport 12.01.2016 Drucksache 6/4703 (KA 6/9002) (24 S.)
19.PDF im neuen Fenster öffnenBeratungsstand zeigenVon der Polizei registrierte Gewaltstraftaten im Phänomenbereich “Politisch motivierte Kriminalität – rechts” im Monat November 2015
Sachsen-Anhalt – Kleine Anfrage und Antwort Henriette Quade (DIE LINKE), Sebastian Striegel (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN), Ministerium für Inneres und Sport 12.01.2016 Drucksache 6/4708 (KA 6/9012) (6 S.)
20.PDF im neuen Fenster öffnenBeratungsstand zeigenTötungsdelikte aus rassistischen, fremdenfeindlichen, rechtsorientierten und/oder antisemitischen Gründen in Sachsen im Jahr 2015
Sachsen – KlAnfr Kerstin Köditz DIE LINKE 06.01.2016 Drs 6/3756
21.PDF im neuen Fenster öffnenBeratungsstand zeigenVon Bundeswehrangehörigen verübte Straftaten mit rechtsorientiertem, fremdenfeindlichem und/oder antisemitischem Hintergrund im Jahr 2015
Sachsen – KlAnfr Kerstin Köditz DIE LINKE 06.01.2016 Drs 6/3746
22.PDF im neuen Fenster öffnenBeratungsstand zeigenAntisemitische Überfälle, Sachbeschädigungen, Leugnung der Shoa und andere antisemitische Straftaten im Monat Dezember 2015
Sachsen – KlAnfr Kerstin Köditz DIE LINKE 04.01.2016 Drs 6/3693
23.PDF im neuen Fenster öffnenBeratungsstand zeigenBericht der Landesregierung zur Umsetzung des Landesprogramms ¿Demokratie und Toleranz gemeinsam stärken!¿
Mecklenburg-Vorpommern – Unterrichtung Landesregierung (Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur) (BM) Drucksache 06/4448 09.09.2015 S.1-38 (Umfang: 38 S.)

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April 22nd, 2016 at 4:54 pm

Berliner Zeitung| 1. Mai in Berlin Linker Antisemitismus breitet sich aus

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Antisemitismus spielt in der linken Szene zunehmend eine Rolle. So brach unter den Veranstaltern der Revolutionären 1.-Mai-Demonstration kürzlich heftiger Streit aus. Grund ist die Teilnahme der israelfeindlichen BDS-Bewegung (Boycott, Divestment and Sanctions), die den Boykott israelischer Waren, Kapitalabzug und Sanktionen fordert. Am „Internationalistischen Block“ der Demo, die um 18 Uhr in Kreuzberg beginnen soll, beteiligt sich auch die Gruppe F.O.R. Palestine, die die Abschaffung Israels propagiert.

„Antisemitisch verhetzte Diskussion“

Das Demobündnis stelle sich auf die Seite antisemitischer Organisationen, die ausdrücklich die Zerstörung des Staates Israel forderten, schreibt die ehemalige Grünen-Politikerin Jutta Ditfurth auf ihrer Facebook-Seite. Nach jahrzehntelanger Mitarbeit hätten die Ökologische Linke und die Antirassistische Liste nun das Bündnis am Mittwoch verlassen.

Sie waren mit ihren Anträgen gescheitert, Personen, die antisemitische Inhalte zeigen, sowie BDS und F.O.R. Palestine auszuschließen. „Noch nie haben wir eine derartig antisemitisch verhetzte Diskussion in einem vermeintlich linken Bündnis erlebt“, so Ditfurth. Laut ihrer Schilderung waren 37 Vertreter von Organisationen bei der Abstimmung anwesend. Ein Drittel – meist neu in der Runde – habe zur BDS- und F.O.R.-Fraktion gehört.

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April 22nd, 2016 at 4:09 pm

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Deutschlandfunk| Antisemitismus – Interview mit Micha Brumlik

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13.03.2016 | 9 Min. | Quelle: Deutschlandfunk

Autor: Müller-Ullrich, Burkhard Sendung: Information und Musik http://www.deutschlandfunk.de/information-und-musik.2015.de.html Hören bis: 19.09.2016 09:12

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März 13th, 2016 at 10:49 am

TAZ| Micha Brumlik über Juden und Muslime: „Problematische Pauschalurteile“

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Die Äußerungen Josef Schusters über arabische Kultur hält Micha Brumlik für schwierig. Und die Debatte über Obergrenzen für Flüchtlinge findet er schrecklich.

taz: Herr Brumlik, der Präsident des Zentralrats, Josef Schuster, hat mit seinen Äußerungen über Flüchtlinge aus Syrien den Vorwurf auf sich gezogen, rassistische Ressentiments zumindest zu bedienen. Wie sehen Sie das?

Micha Brumlik: Ich finde es problematisch, dass Josef Schuster ein Pauschalurteil über das abgegeben hat, was er für arabische Kultur hält – also über einen Raum, der immerhin vom Atlantik bis an den Indischen Ozean reicht.

Seine Äußerungen werfen die Frage auf, wie verbreitet solche Einstellungen in der jüdischen Gemeinde in Deutschland sind. Sind sie symptomatisch?

Ich vermute, ja. Die jüdische Gemeinschaft heute besteht ja zu etwa 90 Prozent aus Immigranten aus der ehemaligen Sowjetunion. Nun wissen wir aus soliden soziologischen Untersuchungen, etwa den Untersuchungen der an der Bar-Ilan-Universität lehrenden Soziologin Larissa Remenik, dass die Migranten aus der ehemaligen Sowjetunion die politische Landschaft Israels tatsächlich – in einer wenn auch säkularen Weise – nach rechts verschoben haben. So darf man daraus schließen, dass dies in den jüdischen Gemeinden in Deutschland nicht wesentlich anders sein wird.

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IM WORTLAUT

Viele Flüchtlinge entstammten „Kulturen, in denen der Hass auf Juden und die Intoleranz ein fester Bestandteil sind“, hat der Vorsitzende des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, kürzlich derWelt gesagt, und hinzugefügt, man könne „zu dem Schluss kommen, hier handele es sich nicht um ein religiöses Problem, sondern um ein ethnisches“. Dass er zudem über eine Asyl-„Obergrenze“ sinnierte, hat ihm viel Protest eingebracht: Vergangenen Dienstag demonstrierten in Berlin etwa 70 Menschen unter dem Motto „Nicht in unserem Namen – Juden gegen Rassismus“ gegen die Äußerungen. (bx)

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Einige der Wortführer des anti­muslimischen Diskurses in Europa sind jüdischer Herkunft – aber allesamt keine Einwanderer aus der Sowjetunion, sondern alteingesessen. Dazu zählen in Deutschland etwa Henryk M. Broder und der verstorbene Ralph ­Giordano, Leon de Winter in den Niederlanden oder Éric Zemmour und Alain Finkielkraut in Frankreich. Geht das Problem nicht doch tiefer?

Das ist richtig. Aber das sind doch mehr oder weniger Einzelstimmen, die nicht die Meinung jüdischer Gemeinden und Gemeinschaften repräsentieren. Ich will auch darauf hinweisen, dass Josef Schuster ausdrücklich zwischen dem Islam als Religion und dem, was er für arabische Kultur hält, unterschieden hat. Mit Leuten wie Ralph Giordano habe ich mich in den letzten Jahren heftig gestritten. Er glaubte auf seine alten Tage ein weiteres Mal, gegen etwas Faschistoides ankämpfen zu müssen, und war weder bereit noch willens, zwischen Islam als Religion und Islamismus als politischer Ideologie zu unterscheiden. Darin liegt letzten Endes das Problem. Das ist so, als würde man nicht unterscheiden wollen zwischen dem Christentum und dem Franco-Faschismus – oder zwischen Judentum und dem, was die Siedler im Westjordanland betreiben.

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