Micha Brumlik, Publizist und Autor

Erziehungswissenschaft, Religionsphilosophie, Politik

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Die Presse| Auschwitz-Prozess: „Das Böse bekam plötzlich Namen und Adresse“

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Auschwitz-Prozess in Frankfurt / Bild: (c) imago stock&people (imago stock&people) 

Am 19. August 1965 fielen nach 20 Monaten Verhandlung in Frankfurt die Urteile gegen 20 ehemalige SS-Männer. Vielen Beobachtern waren sie zu milde, der Auschwitz-Prozess gilt dennoch als Wendepunkt in der Geschichte.

   (DiePresse.com)

Das Ergebnis nach über drei Jahren Ermittlungen, 20 Monaten Verhandlung, der Anhörung von 356 Zeugen war ernüchternd: Nur wegen Beihilfe zum Mord verurteilte das Landgericht Frankfurt am Main am 19. August 1965 die Mehrzahl der Angeklagten in der Strafsache 4 Ks 2/63 gegen Robert Mulka und andere, besser bekannt als Auschwitz-Prozess. Trotzdem sehen viele Historiker den Prozess heute als Wendepunkt in der Geschichte: Erstmals habe er die Hölle des Holocaust einer breiten deutschen Öffentlichkeit bekannt gemacht. „Das Böse bekam plötzlich Namen und Gesicht, Alter und Adresse“, sagte der frühere Direktor des Fritz-Bauer-Instituts, Micha Brumlik.

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Written by lbucklitsch

August 19th, 2015 at 6:06 am

STATEMENT VON VOLKER BOUFFIER: Zum 50. Jahrestag des Urteils im Frankfurter Auschwitz-Prozess

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„Ein Wendepunkt im Umgang mit den Verbrechen der Nationalsozialisten“

Anlässlich des 50. Jahrestages der Urteilsverkündung im Frankfurter Auschwitz-Prozess am morgigen Mittwoch hat der Bundesratspräsident und Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier dessen Bedeutung für die Aufarbeitung der deutschen Geschichte betont: „Vor 50 Jahren ging ein Prozess zu Ende, der einen Wendepunkt im Umgang mit den Verbrechen der Nationalsozialisten darstellt. Er hat den Opfern eine unüberhörbare Stimme verliehen und die Gräueltaten der Nationalsozialisten sichtbar gemacht. Er markierte das Ende der Verdrängung und den Beginn der offenen Auseinandersetzung mit dem Holocaust in Deutschland.“

Hintergrund

Der hessische Generalstaatsanwalt Fritz Bauer hatte am 20. Dezember 1963 in Frankfurt den Prozess gegen 22 Angeklagte eröffnet, die sich für ihre Beteiligung am Mord an Millionen Juden in Auschwitz verantworten sollten. Mehr als 350 Zeugen wurden im Verlauf des 20-monatigen Prozesses gehört, unter ihnen 211 Überlebende des Vernichtungslagers. „Fritz Bauer war ein unermüdlicher Kämpfer gegen das Vergessen und für die Gerechtigkeit. Er hat gegen massivste Widerstände durchgesetzt, dass die Täter vor Gericht kamen. Was viele verdrängen wollten, brachte der Prozess ans Licht. Er war ein Akt der Aufklärung, ein unübersehbares Zeugnis der Schuld nicht weniger Demagogen, sondern tausender Helfer beim geplanten und organisierten Mord an Millionen von Menschen“, so Ministerpräsident Volker Bouffier. „Am 19. August 1965 endete der Auschwitz-Prozess im Frankfurter Gallus-Gebäude mit der Verkündung der Urteile und Haftstrafen für 17 der Angeklagten. Für die Aufarbeitung der Verbrechen der Nationalsozialisten in Deutschland war er ein wichtiger erster Schritt.“

 

Quelle: Pressestelle Staatskanzlei Hessen

Written by lbucklitsch

August 18th, 2015 at 11:19 am

RBB| 50 Jahre nach den Urteilen im ersten Auschwitzprozess – Interview mit Micha Brumlik

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18.08.2015 | 06:20 Min. | Verfügbar bis 26.08.2015 | Quelle: Kulturradio vom rbb

Zwei Tage dauerte die Urteilsverkündung: am 19. und 20. August 1965 wurden im ersten Frankfurter Auschwitzprozess 17 Angeklagte verurteilt. Dabei standen in diesem größten Strafprozess der deutschen Nachkriegsgeschichte nicht die Befehlshaber vor Gericht, sondern die, die für die Umsetzung des Massenmordes in Auschwitz verantwortlich waren – vom ‚Funktionshäftling‘ über den Apotheker bis zu Adjutanten des Lagerkommandanten. Für den damaligen hessischen Generalstaatsanwalt Fritz Bauer, dessen Rolle für die Aufarbeitung der Nazi-Gräuel in Ausstellung und Filmen gerade neu beleuchtet wird, ging es dabei auch darum, eine ‚Selbstaufklärung‘ der deutschen Gesellschaft in Gang zu setzen. Welche Bedeutung diesem öffentlichen Prozess heute zukommt, erläutert Micha Brumlik, ehemaliger Direktor des Fritz-Bauer-Instituts in Frankfurt/M und Senior Advisor am Zentrum Jüdische Studien Berlin-Brandenburg.

Written by lbucklitsch

August 18th, 2015 at 11:17 am