Micha Brumlik, Publizist und Autor

Erziehungswissenschaft, Religionsphilosophie, Politik

Archive for the ‘Deutschland’ tag

Blätter| Micha Brumlik – Flucht ohne Grenzen

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Das Weltbürgerrecht und die Neuvermessung des politischen Raums
Foto: Johnny Silvercloud: „This Barbed Wire Cannot Keep These People Apart Forever“ Foto: Johnny Silvercloud: „This Barbed Wire Cannot Keep These People Apart Forever“ (Attribution-ShareAlike License) von Micha Brumlik
Es sind keineswegs nur rechte Bewegungen, die heute eine Rückkehr zum klassischen Nationalstaat betreiben. Auch in der Linken gewinnt die Rückbesinnung auf die Nation zunehmend an Popularität. Beide Seiten eint der Glaube, durch das Wiedererrichten der nationalen Grenzen die verheerenden Folgen der neoliberalen Globalisierung doch noch abwehren oder zumindest besser kontrollieren zu können.

Doch bei dieser Vorstellung handelt es sich um eine fatale Illusion. Schon vor Jahren argumentierte der Soziologe Niklas Luhmann, nach der „Entdeckung“ der letzten tribalen Kulturen des Erdballs auf Neu-Guinea in den 1930er Jahren könne sinnvoll nur noch von einer einzigen, freilich in sich vielfältig segmentierten und differenzierten Weltgesellschaft die Rede sein.[1] Und auch Karl Marx erkannte 1848 in seinem „Kommunistischen Manifest“: „Die Bourgeoisie hat durch ihre Exploitation des Weltmarkts die Produktion und Konsumtion aller Länder kosmopolitisch gestaltet. An die Stelle der alten lokalen und nationalen Selbstgenügsamkeit und Abgeschlossenheit tritt ein allseitiger Verkehr, eine allseitige Abhängigkeit der Nationen voneinander.“[2]

Angesichts von Digitalisierung, Verkehrstechnik und ökonomischer Globalisierung erscheinen politische Theorien, die sich auf begrenzte Räume beziehen, so beschränkt, dass sie kaum noch ernsthafte Orientierung bieten können. Spätestens das sogenannte Flüchtlingsproblem überführte – zumindest seit es eine bestimmte Größenordnung[3] angenommen hat – den klassischen Nationalstaat, aber auch übergreifende, partiell politisch und rechtlich geordnete Großräume wie die EU ihres systematischen Ungenügens. Es bedurfte offenbar der durch die Globalisierung hervorgerufenen massenhaften Flucht, in der sich Menschen auf langen, gefährlichen Wegen auf die Suche nach einer besseren Heimat machen, um westlichen Gesellschaften vor Augen zu führen, dass die globalisierte Welt ein kosmopolitisches Denken erfordert.

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September 28th, 2017 at 8:34 am

Antisemitismus in Europa – ARTE 2017

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Bislang weigert sich ARTE diese Doku zu senden. Nun wird sie von der ARD gesendet.

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Juni 17th, 2017 at 7:07 pm

Deutschlandfunk| Debatte um Berliner „Werteinitiative“Jüdische Wahlbausteine“

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Juden sehen sich in Deutschland zunehmend antisemitischen Anfeindungen ausgesetzt. Mit einer „Werteinitiative“ wollen einige jüdische Deutsche jetzt ihre Positionen in die Politik tragen. Doch nicht alle jüdischen Mitbürger stehen hinter der Initiave.

Von Jens Rosbach

Elio Adler schlägt Alarm. Nach Ansicht des Berliner Juden hat in den vergangenen Jahren der Antisemitismus stark zugenommen, vor allem der Antisemitismus durch Migranten:

„Einfaches Beispiel: Mein Sohn hat ein Davidsternkettchen. Ich als Kind habe das stolz getragen Anfang der 80er Jahre. Meine Eltern fanden das gut, alles war entspannt. Heute verbiete ich meinem Sohn auf die Straße zu gehen damit. Das Wort ‚Jude‘ ist ein Schimpfwort in besten Zehlendorfer Gymnasien genauso wie auf der Neuköllner Strasse. Das ist eine Veränderung, die da ist.“

Mehr jüdische Anliegen in die Politik tragen

Adler, von Beruf Zahnarzt, wollte mehr jüdische Anliegen in die große Politik einbringen. So gründete er mit gleichgesinnten Juden die „Werteinitiative“. Die Gruppierung bat nun die wichtigsten Parteien um Stellungnahme zu Themen wie Judenhass, Islamismus und innere Sicherheit. Mit Ausnahme der AfD, die sich lediglich zu einem einzigen Unterpunkt äußerte, antworteten alle Parteien. Ihre Formulierungen sind ähnlich – mit kleinen Unterschieden, sagt Adler:……..

 

…….

Forderungen, die auf innerjüdische Kritik stoßen. So spricht der linksliberale Professor Micha Brumlik von einseitigen Positionen:

„Was ist mit ‚deutsch-deutschen‘ Organisationen, die nicht ohne Wenn und Aber hinter Demokratie und Menschenrechten stehen – wie etwa die AfD oder die NPD? Dass dies verboten, geschlossen oder strafrechtlich verfolgt werden soll, davon schreiben diese jüdischen Autoren nichts.“

Nicht alle tragen die Positionen der Werteinitiative

 

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Juni 17th, 2017 at 3:51 pm

MIGAZIN| „SPÄTAUSSIEDLER STEHEN BESSER DA“: Grüne fordern gerechte Renten für jüdische Zuwanderer

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Kurz vor Ende der Legislaturperiode präsentieren die Grünen einen Gesetzentwurf, um die Schlechterstellung jüdischer Zuwanderer bei der Rente zu beheben. Behandelt werden wird die Initiative nicht mehr – aber sie deckt ein Problem auf.

Geld, Alter, Armut, Rente, Portemonnai, Euro, HandGeld © Bankenverband – Bundesverband deutscher Banken @ flickr.com (CC 0), bearb. MiG

Jüdische Zuwanderer stehen mit ihren Renten deutlich schlechter da als Spätaussiedler, obwohl ihr Arbeitsleben häufig ähnlich verlaufen ist. Mit dem Ziel, diese Ungerechtigkeit abzuschaffen, stellte der migrationspolitische Sprecher der Grünen, Volker Beck, am Dienstag in Berlin einen Gesetzentwurf vor. Er kommt allerdings für diese Legislaturperiode zu spät. Beck sagte, er hoffe, der nächste Bundestag werde das Thema auf die Tagesordnung setzen. Die Diskriminierung der Juden gegenüber den Spätaussiedlern aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion müsse beendet werden.

 

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Juni 17th, 2017 at 3:46 pm

TAZ| Ein vermeintliches Paradox

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Kann man als europäischer Politiker gleichzeitig rechtsextrem und proisraelisch sein? Ja, man kann. Das zeigen nicht nur die Le Pens.

Aufmerksamen Beobachtern kann nicht entgangen sein, dass und wie sich die extreme Rechte in Europa verändert hat. Als bestes Beispiel kann der erneuerte Front Natio­nal gelten, dessen Vorsitzende, Marine Le Pen, ihren eigenen Vater, Jean-Marie Le Pen, seines Antisemitismus wegen aus der Partei ausgeschlossen hat. Kann man als europäischer Politiker gleichzeitig rechtsextrem und proisraelisch sein?

Auf jeden Fall: Ein hochrangiger Vertreter der FPÖ, ihr „Bundesobmann“ Heinz-Christian Strache, brachte diese Haltung unübertroffen zum Ausdruck, als er im Jahr 2016 seinen Kopf in der Holocaustgedenkstätte Jad Vaschem mit einem verbindungsstudentischen Käppi bedeckte. Ein großer Teil dieser Verbindungen ist völkisch und antisemitisch eingestellt.

Sei es aus Opportunismus, sei es aus Einsicht: sogar die – hierzulande vom Verfassungsschutz beobachtete – „identitäre Bewegung“ setzt sich verbal vom Rassismus nicht nur des Nationalsozialismus ab, mehr noch: sie propagiert einen nicht expansiven, sondern defensiven Nationalismus, ein Bekenntnis zum „eigenen“ Volk, das nicht besser sein als andere, aber doch abgeschlossen, ethnisch homogen unter sich bleiben soll.

 

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TAZ| Jüdische Kontingentflüchtlinge: Eine Rente, von der man leben kann

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Migranten aus Russland und Polen erhalten weniger Pension als deutschstämmige Spätaussiedler. Die Grünen wollen das ändern.

Die Grünen wollen jüdische Zuwanderer bei der Rente besserstellen. Am Dienstag stellte der Grünen-Abgeordnete Volker Beck gemeinsam mit dem Vizepräsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland einen entsprechenden Gesetzentwurf vor.

Im Kern sieht dieser vor, die jüdischen Kontingentflüchtlinge aus Russland und Polen den deutschstämmigen Spätaussiedlern aus der ehemaligen Sowjetunion gleichzustellen. Die Bundesregierung entschied 1991, jüdische Einwanderung zu fördern, um Verantwortung für den Nationalsozialismus zu übernehmen. Daraufhin kamen bis 2006 rund 225.000 jüdische Migranten.

Die jüdischen Kontingentflüchtlinge erhalten derzeit niedrigere Renten, da für ihre Rente nur die Arbeitsjahre in Deutschland zählen. Laut Abraham Lehrer, Vizepräsident des Zentralrats der Juden, betrage der Unterschied bis zu mehrere hundert Euro. Bis zu 100.000 Menschen könnten betroffen sein.

Ein jüdischer Kontingentflüchtling, der 1995 nach Deutschland kam, würde etwa 550 Euro weniger Rente erhalten als ein Spätaussiedler, bei gleichem Durchschnittsverdienst und gleicher Lebensarbeitszeit. Die Betroffenen empfänden dies nicht nur als un­gerecht, sondern litten auch unter ihrem Status als Sozialleistungsempfänger, sagte Lehrer.

 

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Juni 16th, 2017 at 3:33 pm

Bundestag| 179 antisemitische Straftaten im ersten Quartal 2017

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Von Januar bis März 2017 wurden bundesweit 179 antisemitische Straftaten erfasst, darunter fünf Gewalttaten und 30 Propagandadelikte. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Links-Fraktion hervor. 169 Straftaten waren rechtsextremistisch motiviert. Insgesamt wurden 78 Tatverdächtige ermittelt, es gab jedoch keine Festnahmen oder Haftbefehle. Zahlen und Fakten zum Thema Antisemitismus finden Sie in unserer gleichnamigen Rubrik.

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Mai 26th, 2017 at 8:56 am

Morgenweb| Sehnsucht nach Sicherheit

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Von unserem Redaktionsmitglied Manfred Loimeier

Die Rückbesinnung auf eine vermutete frühere Größe von Einzelstaaten liegt derzeit hoch im Kurs. Sogenannte Identitäre definieren das Deutschtum neu, sogenannte Reichsbürger verwehren sich der neustaatlichen Moderne komplett. Der vormalige Heidelberger Professor Micha Brumlik erklärt dieses Phänomen.

Herr Brumlik, derzeit ist in vielen Staaten die Sehnsucht nach nationaler Größe feststellbar. Wie lässt sich dieser Pendelausschlag Richtung Nationalstaaten wieder einfangen?

Micha Brumlik: Diese Sehnsucht nach dem alten Sozialstaat ist ja letzten Endes zum großen Teil die Sehnsucht nach einem gesicherten Sozialstaat, der seit der sogenannten Neoliberalisierung Anfang dieses Jahrhunderts – in Deutschland steht dafür Hartz IV beispielhaft – verlorengegangen ist. In Westeuropa würde man diesen Pendelschlag nur dadurch eingefangen bekommen, wenn es eine neue Form der Sozialstaatlichkeit gibt.

 

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März 14th, 2017 at 4:12 pm

Micha Brumlik| Demokratischer Hemmschuh

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Doppelte Staatsbürgerschaft und türkischer Wahlkampf im Ausland: Doppelstaatler haben mehr Einfluss auf gesellschaftliche Entwicklungen.

Die Ausfälle des türkischen Präsidenten Erdo ğ an gegen die Bundesrepublik lenken die Aufmerksamkeit auf eine Frage, die längst beantwortet schien: das Problem doppelter Staatsbürgerschaften. Als 1998 der hessische Ministerpräsident Koch seine Wahlkampagne mit einer Unterschriftenaktion gegen doppelte Staatsbürgerschaften aufrüstete, war es im weitesten Sinn „links“, dafür zu sein.

Das Motiv war und ist integrationspolitisch: Sollten doch Menschen nicht vor die schmerzhafte Alternative gestellt werden, bei Annahme eines neuen Lebensmittelpunkts entweder ihre alte Identität aufgeben zu müssen oder Bürger zweiter Klasse zu sein. Entsprechend hatte die rot-grüne Bundesregierung doppelte Staatsbürgerschaften gesetzlich zugelassen.

Neuerdings stellen jedoch philosophische Deuter der globalisierten Migration – etwa der Kanadier Joseph ­Carens – die Frage, ob nicht das Vererben der elterlichen Staatsbürgerschaft im Zielland der Migration unzeitgemäße feudale Züge trägt: Rechte und Privilegien werden ohne jede Leistung vererbt. Weltgesellschaftlich hat das zudem die Konsequenz, dass Doppelstaatler mehr Chancen auf Einflussnahme gesellschaftlicher Entwicklungen haben als „Einfachstaatler“.

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März 11th, 2017 at 11:55 am

Bundestag| Antisemitische Straftaten ab 2014 / Zahl antisemitischer Straftaten 4.Quartal 2016

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Die Zahl antisemitischer Straftaten in den Jahren 2014 bis 2016 ist ein Thema der Antwort der Bundesregierung (18/11152) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen (18/10834). Im Jahr 2014 wurden danach 1.596 antisemitische Straftaten gemeldet und im folgenden Jahr 1.366.

Für den Zeitraum von Januar bis November 2016 wurden den Angaben zufolge bis zum 28. Dezember 1.260 entsprechende Straftaten gemeldet. Wie aus der Antwort weiter hervorgeht. liegen für das vergangene Jahr „erst vorläufige Zahlen vor, die sich noch verändern können“.

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Im vierten Quartal 2016 ist in Deutschland ein Mensch infolge einer politisch rechts motivierten Straftat mit antisemitischem Hintergrund verletzt worden. Dies geht aus der Antwort der Bundesregierung (18/11156) auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke (18/11036) hervor.

Danach wurden von Oktober bis Dezember 2016 insgesamt 183 Straftaten mit antisemitischem Hintergrund gemeldet, darunter zwei Gewalttaten und 34 Propagandadelikte. Zu den erfassten 183 Straftaten wurden den Angaben zufolge insgesamt 75 Tatverdächtige ermittelt. Wie die Bundesregierung weiter ausführt, gab es drei Festnahmen und wurde ein Haftbefehl erlassen.

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Februar 27th, 2017 at 1:13 pm

Mitbestimmung| MICHA BRUMLIK ÜBER DIE NEUE RECHTE

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Interview Der Erziehungswissenschaftler Micha Brumlik über die Think Tanks der Neuen Rechten, den Aufstieg von AfD und Pegida, und wie die Linke dagegen ihre Themen behaupten kann.

Herr Brumlik, Sie haben sich ausgiebig mit der Ideologie der Neuen Rechten befasst, insbesondere mit der identitären Bewegung, die glaubt, jede Ethnie habe ein Lebensrecht, aber eben nur in dem Raum, der ihr zusteht. Wer sich zu seiner regionalen, nationalen und kulturellen Herkunft bekennt, lebt dieser Ideologie zufolge identitär. Warum befassen Sie sich mit diesen Theorien?

Durch die Wahlerfolge der AfD ist die Neue Rechte politisch eine ernst zu nehmende Auseinandersetzung wert. Es gibt einen Think Tank, der hinter diesen ideologischen Erfolgen der AfD steht, der aus sich aus rechtsintellektuell eingestellten Personen und Institutionen zusammensetzt, die auf die politische Meinungsbildung gezielt Einfluss nehmen wollen.

Wer sind diese Leute?

Dazu zähle ich die rechtsreformistische Wochenzeitung „Junge Freiheit“ und die Publikationen des „Instituts für Staatspolitik“, eine private Einrichtung, die sich als Aktionsplattform für neurechte Bildungsarbeit darstellt. Dazu gehört auch die „Blaue Narzisse“, eine Jugendzeitschrift aus Chemnitz, die seit 2004 erscheint und Leute wie Götz Kubitschek um die Zeitschrift „Sezession“. Nicht zu vergessen Jürgen Elsässer, der bis 2008 für erklärtermaßen linke Medien wie Neues Deutschland oder Junge Welt tätig war und heute das rechtspopulistische Magazin „Compact“ herausgibt.

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DLF| Drucksachen: „Blätter“ – „Wir sind ein Projekt der völligen Unabhängigkeit“

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Kritische Kommentare, Analysen und Alternativen: Die „Blätter für deutsche und internationale Politik“ haben den Anspruch, „sich den universalistischen Werten, den Menschenrechten, aber auch einem liberalen Verständnis verpflichtet zu sehen“, sagte der politische Publizist, Jurist und „Blätter“-Redakteur Albrecht von Lucke im Deutschlandfunk.

Albrecht von Lucke im Gespräch mit Natascha Freundel

Die „Blätter“ verstehen sich als Forum für aktuelle wissenschaftliche und politische Diskussionen und entstehen unabhängig von Konzernen, Parteien, Verbänden und Kirchen. Ein Herausgeberkreis, der den Anspruch einer emanzipatorischen Analyse politischer Debatten teilt, unterstützt die Redaktion der schon seit 1956 bestehenden „Blätter“, die Karl Barth einmal „eine Insel der Vernunft in einem Meer von Unsinn“ nannte.

Albrecht von Lucke, 1967 geboren, lebt seit 1989 in Berlin. Er ist Jurist und Politikwissenschaftler sowie politischer Publizist. Seit 2003 ist er Redakteur der renommierten politischen Monatszeitschrift „Blätter für deutsche und internationale Politik“.

Natascha Freundel: Vorab fünf Zitate aus fünf jüngeren Ausgaben der Blätter: „Der Sozialstaat muss für alle, auch für Deutsche wieder ein Wort mit konkretem Inhalt werden.“ „Der Legitimationskrise der universellen Werte der Demokratie ist nur mit einem sozialen Universalismus in Wort und Tat beizukommen.“ „Der Internationalismus der Linken hat seine Bewährung in Theorie und Praxis noch vor sich.“ „Die gesetzlich geschützte Pressefreiheit muss dringend neu mit Leben gefüllt werden.“ Und: „Der „Postkapitalismus wird ein Wirtschaftssystem sein, das auf menschlichen Faktoren beruht.“ Die Blätter für deutsche und internationale Politik sind eindeutig Blätter für linke Politik – oder, Albrecht von Lucke?

Albrecht von Lucke: Das kann man durchaus so sagen. Die Blätter haben jedenfalls den Anspruch – und das, finde ich, kommt in diesen Zitaten sehr gut zum Ausdruck -, sich den universalistischen Werten, den Menschenrechten, aber auch natürlich einem liberalen Verständnis verpflichtet zu sehen, einem liberalen Verständnis, das natürlich dann weit über bloße Deutschen- oder Staatsbürgerrechte hinausgeht, sondern die menschenrechtlichen Kategorien im Blick hat, also natürlich damit, wie es auch der Name der Blätter sagt, Blätter für deutsche und internationale Politik sind.

„Linkes Denken hat die Menschenrechtsfrage im Blick“

Freundel: Eines der von mir herausgepickten Zitate stammt von dem Frankfurter Erziehungswissenschaftler Micha Brumlik, der in den Blättern vom März das alte Denken der neuen Rechten analysiert und dabei auch die Schnittmengen zwischen linken und rechten Positionen verdeutlicht, zum Beispiel in der Kapitalismuskritik oder der USA-Kritik. Was ist denn für Sie, Albrecht von Lucke:, eine linke Haltung, die sich eben nicht mit dem rechten Denken verbrüdern lässt?

 

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Juli 10th, 2016 at 4:55 pm

WDR| Interview mit Micha Brumlik: „Die AfD ist religionsfeindlich“

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Die AfD ist keine antisemitische Partei, meint der Publizist Micha Brumlik im Interview bei WDR 5. Tatsächlich schlage sich die AfD auf die Seite Israels – weil der Staat als Bollwerk der westlichen Demokratie gegen den Islam gelte.

WDR 5: Wieviel Antisemitismus gehört zur AfD?

Micha Brumlik: Also auf der programmatischen Ebene findet sich dort kein Antisemitismus. Wenn man davon absieht, dass einer der stellvertretenden Parteivorsitzenden, Alexander Gauland, sich angemaßt hat mitzuteilen, dass seiner Meinung nach das Schächtverbot kein Kerngehalt des Judentums angreife – im Unterschied zu einem möglichen Verbot der Beschneidung. Das war nicht Gaulands Sache. So hat er sich nicht zu äußern.

Wolfgang Gedeon in der Tat ist ein überzeugter Antisemit. Und das war dem einen oder anderen wichtigen Politiker der AfD auch durchaus bekannt. Jörg Meuthen wusste von diesen Verstrickungen, ohne dass er wahrscheinlich Gedeons Bücher gelesen hatte, ähnliches gilt auch von Björn Höcke.

Aber auf der programmatischen Ebene wird man, im Unterschied zur Islamfeindlichkeit, Antisemitismus bei der AfD nicht finden. Was die Leute am Stammtisch denken oder sagen, das wissen wir nicht. Etwas anderes steht allerdings nach den Ereignissen der letzten Tage fest: dass ein Teil der Landtagsfraktion bereit gewesen ist, den Antisemitismus von Gedeon in Kauf zu nehmen, billigend in Kauf zu nehmen.

WDR 5: Auf der programmatischen Ebene, sagen Sie, ist kein Antisemitismus zu finden. Gibt es aber sowas wie einen latenten Antisemitismus im Profil der AfD?

Brumlik: Also ich kann das, wie gesagt, abgesehen von Äußerungen, die ich eben zitiert habe, bisher nicht behaupten.

WDR 5: Es gibt andere Kommentatoren, die von einer notdürftig verschlüsselten antisemitischen Propaganda sprechen, wenn dort immer gegen anglo-amerikanisch dominierte Lebensart oder zinsbasierten Globalkapitalismus gewettert wird.

Brumlik: Ja, das sind natürlich Chiffren des Antisemitismus seit den 1930er Jahren. Aber es wird eben nicht explizit ausdrücklich ausgesprochen. Das ist richtig, dass man gegen diese Form von anglo-amerikanischem Kapitalismus glaubt, protestieren zu müssen und dass man, indem man die Zinsfrage aufnimmt, auch ein altes Thema von Antisemiten wieder aufnimmt. Nur Juden werden nicht genannt und im Unterschied dazu gibt es auch bei der AfD Stimmen, wie etwa in Frankreich oder in Österreich, die sich dann sehr massiv auf den Staat Israel beziehen – und zwar positiv.

WDR 5: Inwiefern?

Brumlik: Naja, insofern der Staat Israel als Bollwerk der westlichen Demokratie und natürlich vor allem als Bollwerk gegen den Islam gilt.

WDR 5: Und das passt dann eben besser zur Islamfeindschaft. Wie verhält die sich diese Islamfeindschaft zu diesen leicht antisemitischen Tendenzen oder zu denjenigen in der AfD, die sich jetzt offen antisemitisch geäußert haben?

Brumlik: Ich kann nur sagen, die Islamfeindschaft steht im Parteiprogramm drin. Das ist der offizielle gemeinsame Wille aller Parteimitglieder. Alles andere sind Meinungen, die man am Stammtisch oder in irgendwelchen Internetkommunikationen findet. Das wird es so oder anders auch in anderen Parteien geben.

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Die AfD ist keine antisemitische Partei, meint der Publizist Micha Brumlik im WDR 5-Interview. Tatsächlich schlage sich die AfD auf die Seite Israels – weil der Staat als Bollwerk der westlichen Demokratie gegen den Islam gelte.

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Göttinger Tageblatt| Brumlik thematisiert Fundamentalismus

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Der Publizist und Erziehungswissenschaftler Micha Brumlik spricht über die Rolle von religiösem Fundamentalismus und Antisemitismus in unserer Gesellschaft an der Universität Göttingen. Der Vortrag des in diesem Jahr mit der Buber-Rosenzweig-Medaille ausgezeichneten Professors ist am 12. Juli.

In seinem Vortrag „Um Gottes Willen“ stellt Brumlik den Aspekt religiös-fundamentalistisch motivierter Antisemitismen in den westlichen Gesellschaften in den Mittelpunkt. Als ehemaliger Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christen und Juden beim Deutschen Evangelischen Kirchentag (1991-2006) sei Brumlik mit der christlichen Geistes- und Dogmengeschichte bestens vertraut und positioniere sich klar dazu, teilte die Göttinger Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit mit, die mit der Theologischen Fakultät der Universität Göttingen die Vortragsveranstaltung organisert. Brumlik habe zuletzt in der Debatte um die Stellung des Alten Testaments, in der das Konzept des Göttinger Theologen Emanuel Hirsch eine nicht unbedeutende Rolle spielte, dazu Stellung genommen. Der Vortrag beginnt am Dienstag, 12. Juli, um 20.15 Uhr im Zentralen Hörsaalgebäude der Universität Göttingen, Platz der Göttinger Sieben 5, Raum 001.

 

Quelle: Göttinger Tageblatt

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Juli 3rd, 2016 at 5:26 pm

FG-Forum: Rosenzweig-Gastprofessor Micha Brumlik sprach über den Zusammenhang von Religion, Konflikt und Frieden

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Die Franz-Rosenzweig-Gastprofessur wird alljährlich von der Universität Kassel zur Erinnerung an den großen Historiker und jüdischen Religionsphilosophen Franz Rosenzweig (1886-1929) vergeben. Rosenzweig wuchs in Kassel auf, besuchte das Friedrichsgymnasium und legte hier im Jahr 1905 sein Abitur ab. In diesem Jahr hat die Rosenzweig-Gastprofessur der Schweizer Erziehungswissenschaftler und Publizisten Prof. Micha Brumlik inne. Brumlik war bis zu seiner Emeritierung im Frühjahr 2013 Professor am Fachbereich Erziehungswissenschaften an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Als Publizist und Gastautor diverser Zeitungen veröffentlichte er Sachbücher, Essays und Artikel zur Geschichte des Judentums sowie zu zeitgenössischen jüdischen Themen.

„Am 28.06.16 sprach im Rahmen des FG-Forums Herr Prof. Micha Brumlik mit der Jahrgangsstufe Q2 über die drei monotheistischen Religionen und ihre Verantwortung im Weltgeschehen. Zu Beginn erklärte er uns, was Fundamentalismus bedeutet und zeigte auf, was Fundamentalisten nicht wollen. Fundamentalisten nähmen die Heilige Schrift wörtlich, verbänden mit ihr politische Ansprüche und strebten politische Herrschaft an. Sie seien gegen die Ausdifferenzierung, also gegen die Trennung von Religion und Politik. Aus diesem Fundamentalismus, bspw. vom IS vertreten, erwüchsen die Flüchtlingsströme. Ein Vorschlag, um die Einwanderung zu erleichtern, wird im französischen Schulsystem getestet. In französischen Schulen darf niemand mehr seine Religion öffentlich, sei es durch ein Kopftuch oder ein Kreuz, zur Schau stellen. Außerdem gibt es keinen Religionsunterricht mehr.

In sämtlichen Religionen findet Prof. Brumlik grundsätzlich nur die Aufforderung zum Frieden und nicht die zum Fremdenhass. Die Juden sind seit Ägypten und der Flucht aus Ägypten Flüchtlinge, Maria und Josef waren Flüchtlinge. Viel deutlicher wird dieser Aufruf zum Frieden in folgendem Zitat aus der Bibel: „Du sollst den Fremden nicht bedrücken, denn du selbst warst einst ein Flüchtling in Ägypten.“ Auch im Islam und im Judentum findet man derartige Aussagen. Mohammed zum Beispiel sagte einmal, dass alle Menschen ihrem Glauben nachgehen können, dass er Götzendiener aber verabscheue.

 

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Juli 3rd, 2016 at 3:39 pm

EK Köln| Micha Brumlik referierte in der Melanchthon-Akademie über Israels Zukunft

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Martin Buber, seine Vision für Israel und der „Plan B“

Im März zeichnete der Deutsche Koordinierungsrat der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Prof. Dr. Micha Brumlik mit der Buber-Rosenzweig-Medaille aus. Vor kurzem sprach Preisträger Buber in der Melanchthon-Akademie über „Israels Zukunft ein binationaler Staat!? Martin Buber und seine Vision für Israel“. Es ging um nichts Geringeres als eine mögliche Lösung des Nahostkonflikts. Veranstalterin war neben der Erwachsenenbildungseinrichtung des Evangelischen Kirchenverbandes Köln und Region die Kölnische Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit e.V.

In der Begrüßung erinnerte Akademieleiter Dr. Martin Bock an seine eigene Studienzeit in Jerusalem Ende der 1980er Jahre. Er befand, dass die damalige Situation noch weniger kompliziert und derart komplex verfahren gewesen sei. Miguel Freund, stellvertretender Vorsitzender der Kölnischen Gesellschaft, stellte den Referenten vor und leitete in das unvermindert aktuelle Thema des Abends ein, das zahlreiche Interessierte in der Akademie zusammenführte. Der Intellektuelle, Erziehungswissenschaftler, Autor und Publizist „sei ein ausgewiesener Kenner sowohl der jüdischen als auch der christlichen Geschichte, Kultur und Religion“, fasste Freund die Begründung des Dachverbandes für die Preisverleihung an Brumlik zusammen. Zudem gebe er mit seinen Beiträgen wesentliche Impulse für das gegenseitige Verständnis von Juden und Christen.

Binationaler Staat versus Einstaatenlösung
In seinem anspruchsvollen Vortrag stellte der 68-jährige Brumlik eine vom jüdischen Religionsphilosophen Martin Buber (1878-1965) in den 1920er Jahren geborene Idee für ein friedliches Zusammenleben der Völker in Israel/Palästina vor. Die Rede ist von einem binationalen Staat beziehungsweise einer Einstaatenlösung. Historisch, politisch wie (religions-)philosophisch unternahm Brumlik eine Rückschau, blickte auf die Gegenwart und stellte eine – natürlich unsichere Prognose für die Zukunft. Bubers Vision eines jüdisch-arabischen Staates mit gleichen Rechten für beide Völker hatte auch der von ihm mitgegründete „Bund des Friedens“ (Brit Schalom, 1925 bis 1933) verfolgt.

„Das Undenkbare denken“
Nicht nur damals habe man Bubers Vorschläge für ein gleichberechtigtes politisches, wirtschaftliches und soziales System als utopisch angesehen. Auch heute noch hielten viele seine Idee für unrealistisch. Doch sei angesichts der Besatzungspolitik Israels im Westjordanland, Israels Entwicklung zu einem „Unrechtstaat“ und einer notwendigen Befriedung nicht gerade dieser „Plan B“ konkret ins Auge zu fassen, fragte Brumlik. Im Verlauf stellte er Bubers Position sowie zustimmende und konträre zeitgenössische wie aktuelle Einschätzungen vor. Und trat schließlich, rhetorisch begleitet vom Talmud-Zitat „Wann, wenn nicht jetzt?“ und appellierend, das „Undenkbare zu denken“, ausdrücklich für eine binationale Lösung ein.

 

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Juni 25th, 2016 at 3:50 pm

TAZ| Zum Menschenbild der Neuen Rechten: Der Einzelne hat kein Recht

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Gegen Menschenrechte und Globalisierung: Micha Brumlik sprach im Literaturhaus Berlin über „Das alte Denken der Neuen Rechten“.

KOMMENTAR VON ULRICH GUTMAIR

Die Völker sollen in ihren angestammten Kulturräumen bleiben. Auf diese ethnopluralistische These könnte man die Ideologie der neuen Rechten reduzieren, dann würde man allerdings Details verpassen, die auf der Suche nach einer politischen Antwort auf das Programm von Parteien wie der AfD wichtig werden könnten.

Zu diesem Schluss konnte man kommen, nachdem der Erziehungswissenschaftler und taz-Kolumnist Micha Brumlik am Freitagabend im überfüllten Kaminzimmer des Literaturhauses Berlin Rhetorik, Ideologie und Theorie, kurz: „das alte Denken der Neuen Rechten“ analysiert hatte. TOP B3rlin und die Rosa-Luxemburg-Stiftung hatten ihn als ersten Redner der Reihe „Rhetorik der Reaktion“ eingeladen.

Brumlik zeigte, dass die ethnopluralistische Idee nicht nur im Denken Carl Schmitts, sondern auch in der Philosophie Martin Heideggers Anschluss finden kann. Heidegger argumentierte in seinem Hauptwerk „Sein und Zeit“ völkisch und nationalsozialistisch: Das „Geschehen des Volkes“ bezeichnete er als „Geschick“, das sich nicht bloß aus einzelnen Schicksalen zusammensetze, „sowenig als das Miteinandersein als ein Zusammenkommen mehrerer Subjekte begriffen werden kann.

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TAZ| Micha Brumlik: Was die AfD und Playmobil eint

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Nicht nur der BaWü-Ableger der Gauland-Partei hat ein Antisemitismus-Problem. Auch die Martin-Luther-Figur von Playmobil ist nicht ohne.

Die letzte Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung gibt Anlass, über Gemeinsamkeiten von AfD und Playmobil nachzudenken . . . Wie bitte? Playmobil? AfD? Unterliegt der Autor einer Form von Beziehungswahn?

Gemach – und hübsch der Reihe nach: Die FAS vom 5. Juni brachte auf Seite 2 einen großen Artikel zum Streit zwischen CDU und CSU und betitelte ihn angemessen mit „Verkrachte Geschwister“. Um dies schon zum Überdruss traktierte Thema ansprechend zu präsentieren, kamen die Blattmacher auf die Idee, in die Mitte des Artikels eine besonders große, farbige Fotografie von zwei Playmobilmännchen zu platzieren, eines, das erkennbar einem Indianer glich, ein anderes, das eine Art roten Frack trug.

So weit, so gut – aber was in aller Welt soll das mit der AfD zu tun haben? Noch etwas Geduld: Die AfD hat, wie die Presse nicht nur im Südwesten der Republik vermeldete, derzeit ein Antisemitismusproblem – sitzt doch in ihrer Landtagsfraktion in Stuttgart ein Arzt, Wolfgang Gedeon, der längst ob einer Reihe obskurer und paranoider Annahmen über die „Protokolle der Weisen von Zion“ sowie über die mittelalterlichen, den Talmud studierenden Juden als „innere Feinde des christlichen Abendlandes“ aufgefallen ist.

Parteichef Jörg Meuthen sieht sich daher mit Forderungen konfrontiert, Gedeon aus der Fraktion auszuschließen. So weit, so – je nach Sichtweise – gut oder schlecht. Aber was hat das denn nun mit der ach so beliebten Spielzeugfirma Playmobil – sie hat ihren Sitz in Zirndorf bei Fürth – zu tun?

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Juni 14th, 2016 at 3:52 pm

FR| JÜDISCHE GEMEINDE FRANKFURT: Wer Angst hat, wird anfällig

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Von 

Der Zentralrat der Juden macht religiösen Fundamentalismus zum Thema einer Tagung in Frankfurt. Der Publizist Micha Brumlik erntet für seinen Beitrag Beifall und Widerspruch zugleich.

Was bringt junge Menschen dazu, sich radikalen religiösen Gruppen anzuschließen? Bei Ahmad Mansour waren es vor allem Mobbing und Zukunftssorgen, die ihn anfällig machten. Als er als Schüler in die Gruppe eines radikalen Imams geriet, waren seine Ängste „von heute auf morgen weg“, sagt Mansour, arabischer Israeli und Islamismus-Experte. Er habe Jahre gebraucht, um sich aus dieser Ideologie herauszuarbeiten. „Aber meine Person zeigt: Es ist machbar, wenn man die richtigen Leute trifft und die richtigen Bücher liest.“

Es ist ein besonderer Abend bei der Jüdischen Gemeinde im Westend. Als ein Höhepunkt der Konferenz „Die Faszination fundamentalistischer Weltbilder“, organisiert vom Zentralrat der Juden in Deutschland, berichtet der heute in Berlin lebende Mansour aus seinem Leben und von seiner pädagogischen Arbeit mit jungen Muslimen. Es seien auch das Gottesverständnis vieler konservativer Imame, die ständige Angst vor der Hölle und die Tabuisierung der Sexualität, die junge Muslime in die Hände der Fundamentalisten trieben, sagt Mansour. Zur Flüchtlingsdebatte stellt er Forderungen an Politik und Gesellschaft: Die Geflüchteten benötigten „Zugänge in die Mehrheitsgesellschaft“, es brauche viel mehr Fördermittel und Projekte, um es „diesmal anders zu machen als bei den Gastarbeitern und ihren Kindern“.

Zugleich müsse man junge Muslime befähigen, sich kritisch mit ihrer eigenen Religion auseinanderzusetzen. Man müsse autoritäres Denken und Antisemitismus auch unter Migranten offen und mittels „gewinnender Arbeit“ ansprechen. „Ich weiß, wie schwer das ist“, sagt Mansour.

 

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Gegen Mythopolitik und Ethnokratie – Micha Brumliks Plädoyer für eine konstitutionelle Utopie

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Von Irmela von der Lühe

Als „Versuch über die Gegenwart des Judentums“ hat Micha Brumlik, soeben mit der Buber- Rosenzweig-Medaille der Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit ausgezeichnet, seine Essaysammlung bezeichnet, die im Haupttitel die Frage aus den talmudischen „Sprüchen der Väter“ aufnimmt: „Wann, wenn nicht jetzt?“ Tatsächlich geht es in den sieben sachlich und systematisch klug miteinander verknüpften Aufsätzen gleichermaßen um aktuelle politische wie historisch-kulturgeschichtliche als auch philosophisch-theoretische Fragen. Sie alle kreisen im Sinne der talmudischen Aufforderung um radikale Selbstbefragung, um jüdische Selbstbesinnung als Reflexion vergangener Erfahrungen und gegenwärtiger Erlebnisse, historischer Erkenntnisse und aktueller Herausforderungen. Vergangenheit und Gegenwart der Diaspora, des Zionismus und des Messianismus spielen eine ebenso wichtige Rolle, wie das Verhältnis zwischen Israel und Deutschland, zwischen Israel und den Juden in der amerikanischen Diaspora. Analyse und Argumentation prägen die Darstellungen, und doch spürt man immer wieder, wovon auch in einem eigenen Abschnitt ausführlich die Rede ist: „Resignation und Einsicht“. Eine melancholische Präzision durchzieht den Text, dessen Ton erstaunt und berührt; dessen analytische Kraft unüberhörbar, dessen rational-realistischer Ursprung zweifelsfrei und dessen klarsichtige Hoffnung stets gegenwärtig ist.

Es ist keine Abrechnung mit dem zionistischen Projekt, so hart und entschieden die Kritik an der Besatzungspolitik Israels im Allgemeinen und an Benjamin Netanyahus Handeln im Besonderen auch ausfällt. Mit „Israel und die Diaspora: Die aktuelle Krise“ ist denn auch das erste Kapitel überschrieben, das von der Wiederwahl Netanyahus im Jahre 2015 – zugleich das vierte Jahr des syrischen Bürgerkriegs – ausgehend, den Gründen und Hintergründen für die wachsende „Entfremdung“ zwischen dem amerikanischen Judentum und dem Staat Israel nachgeht. Gewährsmann für die dabei referierten Sachverhalte ist der orthodoxe Politikwissenschaftler Peter Beinart, dessen im Jahr 2013 auch auf Deutsch erschienene Studie „Die amerikanischen Juden und Israel“ die völker- und menschenrechtswidrige Siedlungs-und Außenpolitik der Netanjahu-Regierungen detailreich belegt und zugleich die Gefolgschaftstreue der großen jüdisch-amerikanischen Organisationen kritisch in Frage stellt. Gestützt auf Beinarts Befunde rekonstruiert Brumlik eine paradoxe und zugleich höchst brisante Konstellation: Während Netanjahu in den Spuren seines Vaters und damit in direkter Nachfolge von Waldimir Jabotinsky (1880–1940) alle Anstrengungen unternimmt, einen palästinensischen Staat zu verhindern, orientiert sich Barack Obama an den Grundsätzen des jüdischen Philosophen und Bürgerrechtlers Abraham Joschua Heschel (1907–1972). Das Scheitern des Friedensprozesses erwächst in einer solchen Sicht auch aus einem inneren Antagonismus im zionistischen Konzept selbst und führt zu einen wachsenden Dissens zwischen der israelischen Regierung und dem modern-orthodoxen Judentum in der amerikanischen Diaspora. An Peter Beinarts, aber auch an Positionen wie denjenigen der jüdisch-französischen Historikerin Esther Benbassa stellt Micha Brumlik jene existenziell-politische Ambivalenz heraus, die sich in Sätzen wie „Ich will nicht Jüdin sein und Israel ablehnen. Ich will auch nicht Jüdin sein und Israels unmoralischen Krieg billigen. Nicht ohne Israel und nicht mit Israel, so wie es heute ist“ äußert.

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neues deutschland: Brumlik für Behandlung von „Mein Kampf“ an Schulen – „Hitler muss entmythologisiert werden“

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Der Erziehungswissenschaftler Micha Brumlik hat die Entscheidung des bayrischen Landtages begrüßt, die neue kommentierte Ausgabe von Hitlers „Mein Kampf“ an Schulen zu behandeln. Es müsse darum gehen, den Autor zu „entmythologisieren“, schreibt Brumlik in einem Gastbeitrag für die in Berlin erscheinende Tageszeitung „neues deutschland“ (Freitagausgabe). Lese man die vom Münchner Institut für Zeitgeschichte kommentierte Ausgabe, dann werde klar, dass Hitlers Weltanschauung „nichts anderes war als das wirre Konglomerat einer persönlichen Paranoia und esoterischer Wahnvorstellungen“, so der emeritierte Professor der Universität in Frankfurt am Main. Wie es geschehen konnte, „dass ein großer Teil der Deutschen diesem Mann und seiner Weltanschauung bis zum bitteren Ende eines Krieges ungebrochen folgte“, sei die entscheidende Frage, die „in einer Zeit, in der sich in Gestalt der AfD weltanschauliche Paranoia wieder politisch organisiert“, besonders dringend mit Schülern erörtert werden müsse.

Written by lbucklitsch

Mai 13th, 2016 at 8:31 am

Deutschlandradio| Studie: Wie das Friedenspotenzial in Religionen genutzt werden kann

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Von Stefanie Oswalt

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Wie kann erreicht werden, dass Religionen nicht Konfliktauslöser sind, sondern zum Frieden beitragen? Dazu müssten die friedensorientierten Strömungen innerhalb von Religionen erst einmal wahrgenommen werden, hat der Friedensforscher Markus Weingardt in einer Untersuchung herausgefunden.

Zitat aus Altes Testament Joel, Kapitel 4,9:
„Ruft unter den Völkern aus: ‚Rüstet euch zum Kampf! Stellt eure Truppen auf! Lasst alle eure wehrfähigen Männer antreten und marschieren! Schmiedet aus euren Pflugscharen Schwerter, und macht aus euren Winzermessern Speerspitzen! (…)'“

Zitat aus Neues Testament Matthäus, Kapitel 10,34:
„Ich bin nicht gekommen, Frieden zu senden, sondern das Schwert.“

Zitat aus Koran, Sure 47,4:
„Wenn ihr auf diejenigen, die ungläubig sind, (im Kampf) trefft, dann schlagt (ihnen auf) die Nacken. Wenn ihr sie schließlich schwer niedergeschlagen habt, dann legt (ihnen) die Fesseln fest an. Danach (lasst sie) als Wohltat frei oder gegen Lösegeld, bis der Krieg seine Lasten ablegt…“

Altes Testament, Neues Testament und Koran. Alle drei Zitate wurden im Laufe der Geschichte immer wieder zur Legitimation von Gewalt und Krieg herangezogen: von den Kreuzzügen über die konfessionellen Kriege des 17. Jahrhunderts, den Weltkriegen bis heute. Kriege, die von den Herrschenden vermeintlich im Namen Gottes geführt wurden, hinter denen oft simple machtpolitische Interessen standen.

Markus Weingardt: „Allerdings muss man nicht so weit zurückgehen bis ins Mittelalter, um festzustellen, dass Interessenkonflikte immer wieder nicht nur in Wertekonflikte sondern auch in religiös aufgeladene Wertekonflikte transformiert werden. Wir haben radikale religiöse Gruppierungen nicht nur im Islam – der IS, die Taliban oder Boko Haram sind natürlich bekannt -, die alle ihre Auseinandersetzungen religiös begründen. Wir haben aber auch die christliche Lord’s Resistance Army in Uganda, Hindu-Nationalisten in Indien oder buddhistische Nationalisten in Myanmar, die alle unglaubliche Gewalt verüben oder Pogrome an christlichen oder muslimischen Minderheiten verüben“,

sagt der Politikwissenschaftler und Friedensforscher Markus Weingardt. Er leitet den Bereich „Frieden“ der Tübinger Stiftung „Weltethos“. Im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung hat er untersucht, wie Religionen und ihre Vertreter in gewaltsamen Konflikten deeskalierend wirken können, wie sie gar Frieden stiften können.

„Es macht einen Unterschied, ob man einen Kampf, einen Interessenkonflikt um Land austrägt, oder ob man einen Wertekonflikt um Heiliges Land austrägt. Also wenn dieses Land – wodurch auch immer – sozusagen religiös aufgeladen zu Heiligem Land erklärt wird, dann hat das natürlich eine ganz andere Qualität; und entsprechend wird auch der Konflikt, die Auseinandersetzung eine ganz andere Qualität haben.“

Überhebliches westliches Selbstbild

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Written by lbucklitsch

Mai 12th, 2016 at 5:21 pm

NETZ GEGEN NAZIS|WIE ANTISEMITISCH IST DIE AFD?

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Antisemitismus ist wesentlicher Bestandteil des Weltbildes der deutschen extremen Rechten. Aber kann es auch eine deutsche Rechte ohne Antisemitismus geben? Anders als die NPD sanktioniert die AfD, zumindest hin und wieder, antisemitische Ausfälle ihre Mitglieder. Mehr noch: Sie wirbt häufiger im Vorfeld von Parteiveranstaltung gezielt um die Teilnahme von Jüdinnen und Juden. Parteichefin Petry reiste jüngst gar auf Einladung zu einem politischen Vortrag nach Israel. Vereinzelt werden auf AfD-Demonstrationen Israel-Fahnen getragen. Das lässt die Frage aufkommen, spielt Antisemitismus bei der AfD keine Rolle?

Von Jan Riebe

AfD wirbt um Juden

„Wir als AfD sind bei euch! Wir verstehen eure Ängste und Sorgen!“ (NW) – so warb die AfD in Paderborn um die Teilnahme von Jüdinnen und Juden an einer Demonstration im Februar 2016. Kein Einzelfall. In mehreren Städten versuchte die AfD Jüdische Verbände oder Einzelpersonen für Parteiveranstaltungen zu gewinnen. Die Reaktionen der Jüdischen Gemeinden waren einhellig. Sie warnten ihre Mitglieder davor, sich von der Rechtsaußenpartei instrumentalisieren lassen. „Die AfD tritt manchmal mit der Idee an uns heran, dass wir uns doch mit ihnen gegen islamischen Antisemitismus wenden sollten. Aber ich habe mir deren Veranstaltungen angeschaut: Diese Leute hassen heute die Muslime, und morgen hassen sie uns“, so Reinhard Schramm, Vorsitzenden der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen. Diese Haltung verwundert nicht, denn es gibt schon heute zahlreicher antisemitische Äußerungen aus den Reihen der AfD.

Antisemitische Postings

 

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Written by lbucklitsch

Mai 10th, 2016 at 1:16 pm

JungleWorld| »Multikulturalismus, Immigration und Islam sind ihre Hauptgegner«

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Micha Brumlik ist emeritierter Professor am Institut für Allgemeine Erziehungswissenschaft der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt und momentan Senior Advisor am Zentrum Jüdische Studien Berlin-Brandenburg. Der Erziehungswissenschaftler und Publizist sprach mit der »Jungle World« über alte und Neue Rechte, über Heidegger und die Resakralisierung politischer Herrschaft.

INTERVIEW: MORITZ WICHMANN

Die Neue Rechte orientiert sich am eurasischen Projekt und am Ethnopluralismus. Worum geht es dabei?

Die Neue Rechte legt einen starken Akzent auf kulturelle Identität, aber versteht sich so, dass sie nicht rassistisch ist. Sie sagt nicht, die eine Kultur ist höherwertig als die andere, sondern Kulturen sind grundsätzlich verschieden. Keine ist höher als die andere, aber jedes Volk ist gehalten, seine eigene kulturelle Identität gegen Einflüsse von außen, also Wanderungsbewegungen, moralischen Universalismus und gegebenenfalls auch Menschen- und Bürgerrechte zu verteidigen.

Das eurasische Projekt ist ein Gegenprojekt zu dem, was man als die atlantische Zivilisation bezeichnen kann, also die Beziehungen zwischen den USA und Europa, die westliche Aufklärung und die Zeit seit der französischen und amerikanischen Revolution. Demgegenüber denken die Eurasier in Großräumen, die von Sibirien bis nach Moskau oder Kiew reichen, die keine liberale Tradition haben. Dies ist ein Denken, das sich ganz stark am am konkreten Raum orientiert und weniger an Ideen und Prinzipien.

Diese Fokussierung auf Raum nennen Sie ja als zentrales Merkmal des Denkens der Neuen Rechten. Dabei kritisieren Sie die Raumvergessenheit des westlichen liberalen politischen Denkens und der Linken.

Wir im Westen konnten es uns in den letzten Jahren leisten, über Fragen wie Grenzen, Räume, Siedlungen, Demographie und Bevölkerung nicht nachzudenken, wir mussten uns da keine Sorgen machen. Jetzt sind wir mit der sogenannten Flüchtlingskrise im Rahmen der Globalisierung sehr unsanft darauf gestoßen worden, dass Raum tatsächlich eine Rolle spielt. Wir haben dafür bisher keine Konzepte, es sei denn die der Stadtsoziologie. Da gibt es Überlegungen, wie Räume gerecht gestaltet werden sollen. Um die Fragen nach größeren Maßstäben, wo es um Territorien und Staaten geht, hat sich die Linke in den letzten Jahren nicht gekümmert.

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Radio Q| MICHA BRUMLIK ZUR EXZELLENZINITIATIVE

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Über 500 Millionen Euro mehr für die Exzellenzinitiative an deutschen Universitäten

Dieses Förderprogramm fußt auf einer Bund-Länder-Vereinbarung. Doch das Programm ist umstritten, denn Exzellenz-Auszeichnung scheint nicht immer direkt etwas Gutes zu sein. Nun haben einige 100 Wissenschaftler eine Online-Petition gegen die Exzellenzinitiative ins Leben gerufen – „Für gute Forschung und Lehre – Argumente gegen die Exzellenzinitiative„.

Kritik an der Exzellenzinitiative:

  • Exzellenzinitiative fördert zu wenig Universitäten
  • dadurch Schaden in der Breite der Lehre und Forschung
  • Nachteil für wissenschaftliches Personal und wissenschaftlichen Nachwuchs
  • Hierarchisierung des Hochschulsystems
  • Trend zu „Pseudo-Märkten“ –> unnötige Dauerkonkurrenz der Wissenschaft, um staatliche Finanzierung

Einer der Unterzeichner ist Micha Brumlik. Im Interview mit Radio Q betont er unter Anderem den Nachteil für den wissenschaftlichen Nachwuchs.

Das gesamte Interview zum Nachhören:

Herr Brumlik, was ist in Ihrer Sicht so problematisch an der Forschungsförderung im Rahmen der Exzellenzinitiative?

Micha Brumlik: Problematisch ist, dass die großartigen Leistungen, die Wissenschaft und Forschung in der Breite bringen dadurch völlig übergangen werden. Einige wenige Universitäten werden dadurch bevorteilt und darüber hinaus wird die Lage des wissenschaftlichen Personals, des wissenschaftlichen Nachwuchses in keiner Weise verbessert, sondern im Gegenteil verschlechtert. Es kommt hinzu, dass sich durch die Auszeichnung einiger weniger Universitäten all jene Studierenden, die an anderen Universitäten studieren, später im beruflichen Konkurrenzkampf sich als relativ schlechter gestellt, vorkommen müssen. Read the rest of this entry »

Written by lbucklitsch

Mai 3rd, 2016 at 5:20 am