Micha Brumlik, Publizist und Autor

Erziehungswissenschaft, Religionsphilosophie, Politik

Archive for the ‘Fritz Bauer’ tag

Deutschlandfunk| Auschwitz-Prozess: Renaissance der Auseinandersetzung mit Fritz Bauer

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Die erstaunliche Konjunktur von Fritz Bauer 50 Jahre nach dem Auschwitz-Prozess überrasche ihn nicht, sagte Micha Brumlik, Erziehungswissenschaftler und Publizist, im DLF. Mit wachsendem Abstand werde einem die Größe dieses Menschen erst wirklich bewusst. Durch sein Drängen und Insistieren musste sich die Gesellschaft der BRD mit den NS-Verbrechen auseinandersetzen.

Micha Brumlik im Gespräch mit Kathrin Hondl

Micha Brumlik, ehemaliger Leiter des Fritz-Bauer-Instituts, spricht gestikulierend in ein Mikrofon. (imago / IPON)

Micha Brumlik, ehemaliger Leiter des Fritz-Bauer-Instituts (imago / IPON)

Faszinierend sei, dass ein einziger Mensch durch seinen eisernen Willen und seine moralische Integrität die Gesellschaft dieses Landes dazu gebracht habe, sich ihrer Geschichte zu stellen, so Brumlik, ehemaliger Leiter des Fritz Bauer Instituts.

Am kommenden Donnerstag läuft der Film „Der Staat gegen Fritz Bauer“ an. Darin geht es um das Zustandekommen des Auschwitz-Prozesses, für das der Hessische Generalstaatsanwalt Fritz Bauer gesorgt hatte.

Eine schwarz-weiß Aufnahme von Fritz Bauer aus dem Jahr 1961. (picture-alliance/ dpa /Goettert)Fritz Bauer verstand die Aufarbeitung der Nazi- Verbrechen als Voraussetzung einer demokratischen Nachkriegsgesellschaft. (picture-alliance/ dpa /Goettert)
Sie können das Gespräch mit Micha Brumlik mindestens sechs Monate in unserem Audio-Archiv nachhören.

 

Quelle: Deutschlandfunk

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September 28th, 2015 at 7:35 am

DER STAAT GEGEN FRITZ BAUER – ab 1.Oktober 2015 im Kino

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Die Bedeutung des hessischen Generalstaatsanwalts Fritz Bauer für das Zustandekommen der Auschwitz-Prozesse der 1960er Jahre ist unumstritten. Doch erst nach seinem Tod wurde sein entscheidender Verdienst um die Ergreifung Eichmanns bekannt. Grimme-Preisträger Lars Kraume (DIE KOMMENDEN TAGE) zeichnet mit DER STAAT GEGEN FRITZ BAUER nun das kraftvolle und fesselnde Porträt eines mutigen Mannes und dessen Kampf um Wahrheit und Gerechtigkeit. Unbeirrbar legte Bauer den Finger in die Wunde und schreckte dabei auch nicht vor unbequemen Fragen der Regierung Adenauer gegenüber zurück.

Burghart Klaußner (ELSER, DAS WEISSE BAND) verkörpert den Titelcharakter kongenial bis in die feinsten Details von Mimik und Gestik. Für die weiteren Rollen in seinem packenden, dichten Portrait der jungen BRD versammelte Lars Kraume mit Ronald Zehrfeld (BARBARA), Sebastian Blomberg (ZEIT DER KANNIBALEN), Lilith Stangenberg (DIE LÜGEN DER SIEGER) und Jörg Schüttauf (SO GLÜCKLICH WAR ICH NOCH NIE) ein hochkarätiges deutsches Schauspieler-Ensemble.

Inhalt

Frankfurt am Main 1957: Der hessische Generalstaatsanwalt Fritz Bauer (Burghart Klaußner) wird bewusstlos in seiner Badewanne aufgefunden. Auf dem Wannenrand: ein fast leeres Rotweinglas und ein nahezu volles Röhrchen Schlaftabletten. Ein gefundenes Fressen für den BKA-Mitarbeiter Paul Gebhardt (Jörg Schüttauf), denn hier wittert er seine Chance, den unliebsamen Generalstaatsanwalt loszuwerden. Er regt einen Polizeibeamten in Bauers Wohnung dazu an, einige weitere Schlaftabletten verschwinden zu lassen, um so den Anschein zu erwecken, Bauer habe einen Selbstmordversuch unternommen und sei in seinem Amt nicht mehr tragbar. Gegenüber dem ehrgeizigen Oberstaatsanwalt Ulrich Kreidler (Sebastian Blomberg) deutet Gebhardt an, dass man nur noch etwas mehr Druck ausüben müsse, um Bauer endlich zu Fall zu bringen.

Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus gelingt es Bauer jedoch rasch, seinen besorgten Vorgesetzten und Parteifreund, den hessischen Ministerpräsidenten Georg-August Zinn (Götz Schubert), zu beruhigen und die Selbstmord-Gerüchte zu zerstreuen. Read the rest of this entry »

Written by lbucklitsch

September 9th, 2015 at 11:45 am

Die Presse| Auschwitz-Prozess: „Das Böse bekam plötzlich Namen und Adresse“

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Auschwitz-Prozess in Frankfurt / Bild: (c) imago stock&people (imago stock&people) 

Am 19. August 1965 fielen nach 20 Monaten Verhandlung in Frankfurt die Urteile gegen 20 ehemalige SS-Männer. Vielen Beobachtern waren sie zu milde, der Auschwitz-Prozess gilt dennoch als Wendepunkt in der Geschichte.

   (DiePresse.com)

Das Ergebnis nach über drei Jahren Ermittlungen, 20 Monaten Verhandlung, der Anhörung von 356 Zeugen war ernüchternd: Nur wegen Beihilfe zum Mord verurteilte das Landgericht Frankfurt am Main am 19. August 1965 die Mehrzahl der Angeklagten in der Strafsache 4 Ks 2/63 gegen Robert Mulka und andere, besser bekannt als Auschwitz-Prozess. Trotzdem sehen viele Historiker den Prozess heute als Wendepunkt in der Geschichte: Erstmals habe er die Hölle des Holocaust einer breiten deutschen Öffentlichkeit bekannt gemacht. „Das Böse bekam plötzlich Namen und Gesicht, Alter und Adresse“, sagte der frühere Direktor des Fritz-Bauer-Instituts, Micha Brumlik.

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Written by lbucklitsch

August 19th, 2015 at 6:06 am

STATEMENT VON VOLKER BOUFFIER: Zum 50. Jahrestag des Urteils im Frankfurter Auschwitz-Prozess

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„Ein Wendepunkt im Umgang mit den Verbrechen der Nationalsozialisten“

Anlässlich des 50. Jahrestages der Urteilsverkündung im Frankfurter Auschwitz-Prozess am morgigen Mittwoch hat der Bundesratspräsident und Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier dessen Bedeutung für die Aufarbeitung der deutschen Geschichte betont: „Vor 50 Jahren ging ein Prozess zu Ende, der einen Wendepunkt im Umgang mit den Verbrechen der Nationalsozialisten darstellt. Er hat den Opfern eine unüberhörbare Stimme verliehen und die Gräueltaten der Nationalsozialisten sichtbar gemacht. Er markierte das Ende der Verdrängung und den Beginn der offenen Auseinandersetzung mit dem Holocaust in Deutschland.“

Hintergrund

Der hessische Generalstaatsanwalt Fritz Bauer hatte am 20. Dezember 1963 in Frankfurt den Prozess gegen 22 Angeklagte eröffnet, die sich für ihre Beteiligung am Mord an Millionen Juden in Auschwitz verantworten sollten. Mehr als 350 Zeugen wurden im Verlauf des 20-monatigen Prozesses gehört, unter ihnen 211 Überlebende des Vernichtungslagers. „Fritz Bauer war ein unermüdlicher Kämpfer gegen das Vergessen und für die Gerechtigkeit. Er hat gegen massivste Widerstände durchgesetzt, dass die Täter vor Gericht kamen. Was viele verdrängen wollten, brachte der Prozess ans Licht. Er war ein Akt der Aufklärung, ein unübersehbares Zeugnis der Schuld nicht weniger Demagogen, sondern tausender Helfer beim geplanten und organisierten Mord an Millionen von Menschen“, so Ministerpräsident Volker Bouffier. „Am 19. August 1965 endete der Auschwitz-Prozess im Frankfurter Gallus-Gebäude mit der Verkündung der Urteile und Haftstrafen für 17 der Angeklagten. Für die Aufarbeitung der Verbrechen der Nationalsozialisten in Deutschland war er ein wichtiger erster Schritt.“

 

Quelle: Pressestelle Staatskanzlei Hessen

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August 18th, 2015 at 11:19 am

RBB| 50 Jahre nach den Urteilen im ersten Auschwitzprozess – Interview mit Micha Brumlik

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18.08.2015 | 06:20 Min. | Verfügbar bis 26.08.2015 | Quelle: Kulturradio vom rbb

Zwei Tage dauerte die Urteilsverkündung: am 19. und 20. August 1965 wurden im ersten Frankfurter Auschwitzprozess 17 Angeklagte verurteilt. Dabei standen in diesem größten Strafprozess der deutschen Nachkriegsgeschichte nicht die Befehlshaber vor Gericht, sondern die, die für die Umsetzung des Massenmordes in Auschwitz verantwortlich waren – vom ‚Funktionshäftling‘ über den Apotheker bis zu Adjutanten des Lagerkommandanten. Für den damaligen hessischen Generalstaatsanwalt Fritz Bauer, dessen Rolle für die Aufarbeitung der Nazi-Gräuel in Ausstellung und Filmen gerade neu beleuchtet wird, ging es dabei auch darum, eine ‚Selbstaufklärung‘ der deutschen Gesellschaft in Gang zu setzen. Welche Bedeutung diesem öffentlichen Prozess heute zukommt, erläutert Micha Brumlik, ehemaliger Direktor des Fritz-Bauer-Instituts in Frankfurt/M und Senior Advisor am Zentrum Jüdische Studien Berlin-Brandenburg.

Written by lbucklitsch

August 18th, 2015 at 11:17 am

Anlässlich seines 111. Geburtstags ehrt das Frankfurter Logenhaus Dr. Fritz Bauer

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Die Veranstalter der folgenden Geburtstagsfeier baten uns, die Einladung auch an Sie alle weiterzuleiten, was wir hiermit gerne tun!
Seien Sie alle herzlich willkommen! 
Eine Anmeldung können wir wg. des grossen Interesses nur empfehlen. Bitte richten Sie diese an e.panne@mac.com.

Anlässlich seines 111. Geburtstags ehrt das Frankfurter Logenhaus Finkenhofstraße 17 

Dr. Fritz Bauer

Der ehemalige Hessische Generalstaatsanwalt und große Humanist (1903 – 1968)
wird an seinem Geburtstag, Mittwoch, den 16.7.2014, gewürdigt.

Die feierliche Veranstaltung beginnt um 20:00 Uhr im Großen Saal des Logenhauses.

Der mit dem Prädikat „besonders wertvoll“ ausgezeichnete Dokumentarfilm

Fritz Bauer – Tod auf Raten
http://fritz-bauer-film.de

der preisgekrönten Regisseurin Ilona Ziok wird an diesem Abend wieder in Frankfurt am Main aufgeführt.
Seit seiner aufsehenerregenden Weltpremiere auf der Berlinale 2010 tourt der Film
nun im 5. Jahr erfolgreich durch Deutschland und um die Welt.

Umrandet wird der feierliche Abend von einem kurzen musikalischen Beiprogramm,
in dem gemeinsam bekannte Widerstands- und KZ-Lieder gesungen werden,
um so an Fritz Bauer zu erinnern, der vom Verfolgten des NS-Regimes zum Verfolger von NS-Verbrechern wurde, und in seinem Sinne der unzähligen Opfer der Nazis sowie der Mutigen im Widerstand gegen Hitler zu gedenken.

Die vorgesehenen Lieder:
Die Gedanken sind frei – Trotz alledem und alledem – Das Buchenwaldlied – Sag mir, wo die Blumen sind – We Are The World
Das Musikprogramm wird aufgezeichnet und in Ausschnitten mit Liedern bekannter Sänger kombiniert
als Bonus-CD zu der geplanten DVD des Films Ende des Jahres erscheinen.

Eine Diskussion über das Geburtstagskind mit spannenden Gästen ergänzt diese besondere Feier.

Written by lbucklitsch

Juli 8th, 2014 at 7:43 pm