Micha Brumlik, Publizist und Autor

Erziehungswissenschaft, Religionsphilosophie, Politik

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JA| MARTIN BUBER: Urjüdisches?

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Zum 50. Todestag: Ein kritischer Blick auf das Verhältnis des Philosophen zum Chassidismus

11.06.2015 – von Micha BrumlikMicha Brumlik

Martin Buber (1878–1965)

© JA / Max Ehlert

Martin Buber, er starb vor 50 Jahren in Jerusalem, war selbst kein Chassid – jedenfalls nicht im herkömmlichen Verständnis des Wortes. Wohl aber waren es Glaube, Kultur und Lebensformen der Chassidim, die er einem – wenn man so will – »westlichen« Publikum nahebrachte.

1878 als Sohn eines in Wien lebenden, früh geschiedenen Ehepaares geboren, verbrachte er prägende Jahre seiner Jugend in Lemberg bei seinem Großvater Salomon Buber, einem eminent gebildeten, der Haskala verpflichteten Midraschgelehrten. Als Jugendlicher kam er gelegentlich in Kontakt mit chassidischen Gemeinschaften und ihren spirituellen Führern.

Diese Chassidim und ihre Führer, die »Zaddikim«, waren nach Auffassung jüdischer Gelehrter jener Zeit – wenn überhaupt – allenfalls noch Verfallsformen ehemaliger Größe. Gleichwohl wurden sie von den in Berlin und Wien lebenden modernen, keineswegs nur »assimilierten«, Juden, die sich einer geistigen Leere gegenübersahen, spätestens mit dem Ersten Weltkrieg als Inbegriff echten, eigentlichen Judentums angesehen.

ZADDIKIM Martin Buber jedenfalls fand in den Nachrichten über die ersten Generationen chassidischer Zaddikim das, worum es ihm letztlich ging: »Urjüdisches«! Das Studium ihres Lebens und ihrer Lehren ging mit seinem frühen zionistischen Engagement Hand in Hand, ohne jedoch jemals zur Deckung zu kommen. So publizierte er bereits 1906 Die Geschichte des Rabbi Nachman, 1908 folgte die Legende des Baal Schem. 1918 schließlich legte er öffentlich Rechenschaft über sein Interesse am Chassidismus ab: Mein Weg zum Chassidismus.

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Written by lbucklitsch

Juni 11th, 2015 at 11:53 am