Micha Brumlik, Publizist und Autor

Erziehungswissenschaft, Religionsphilosophie, Politik

TAZ| Die diasporische Lektion

without comments

Die Erfahrung Israels lehrt: Demokratien brauchen einen pluralistischen Univeralismus. Es gilt, die verschiedenen Identitäten zu verbinden.

Heute erleben wir die Verlagerung vom Diaspora-Juden zum Israel-Juden. Bild: reuters/Amir Cohen

Was bedeutet jüdisches Leben in einer globalisierten Moderne? Dieser Frage widmete sich kürzlich das Jüdische Museum Berlin in einer hochkarätig besetzten Tagung. Eine Frage, die natürlich nicht jenseits des Bezugs zu Israel gestellt werden kann.

Einer der Tagungsteilnehmer, Micha Brumlik, hat dazu im Vorfeld einen Essay in der taz veröffentlicht. Brumlik schreibt, dass das geplante Gesetz, das Israel zum „Staat des jüdischen Volkes“ erklären soll, zu einer innerjüdischen Spaltung führen würde: Es würde Israel und die jüdische Diaspora auseinanderdividieren.

Man kann tatsächlich von einer drohenden Spaltung des Judentums sprechen. Doch diese verläuft nicht einfach zwischen Israel und der Diaspora. Die Bruchlinie scheint komplexer. Eine Gruppe reiht sich um den Signifikanten „Israel“. Diese Gruppe ist aber keineswegs identisch mit den Bewohnern des Landes. Hier findet sich neben einem Teil der Israelis jener Teil der Diaspora, der sich als fünfte Kolonne, als vehementer Statthalter einer jüdischen Nation versteht.

Die andere Gruppierung schart sich um den Signifikanten „Diaspora“. Sie ist aber keineswegs identisch mit den Gemeinden weltweit. Sie umfasst Teile von diesen ebenso wie Teile der Israelis. Man kann auch in Israel ein Diaspora-Jude sein.

weiterlesen

Written by lbucklitsch

Dezember 27th, 2014 at 10:24 am