Micha Brumlik, Publizist und Autor

Erziehungswissenschaft, Religionsphilosophie, Politik

Archive for Dezember, 2015

JA| Nicht ohne den Tanach

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In Berlin diskutierten Juden und Protestanten über den Zustand des interreligiösen Dialogs

 von Ingo WayIngo Way

Im April dieses Jahres sorgte ein Aufsatz des protestantischen Theologen Notger Slenczka, der bereits zwei Jahre zuvor veröffentlicht worden war, für heftige Debatten (vgl. Jüdische Allgemeine vom 23. April). Darin hatte Slenczka die These vertreten, dass der Tanach, das Alte Testament (AT) in christlicher Diktion, nicht als heiliger Text des Christentums gelten könne.

Er regte daher an, den Tanach unter die Apokryphen einzuordnen, also jenen Texten des Judentums, die für Christen nicht zum biblischen Kanon zählen. »Sie – die christliche Kirche – ist als solche in den Texten des AT nicht angesprochen«, schrieb Slenczka. Sowohl von jüdischer als auch von christlicher Seite war ihm daraufhin Antijudaismus vorgeworfen worden.

Nun wollte die Evangelische Akademie zu Berlin in Zusammenarbeit mit dem Moses Mendelssohn Zentrum (MMZ) auf der Tagung »›Nicht ohne das Alte Testament‹. Die Bedeutung der Hebräischen Bibel für Christentum und Judentum« gemeinsam mit Notger Slenczka dessen umstrittene Thesen diskutieren.

»SCHERBENGERICHT« Kurz vorher sagte dieser seine Teilnahme jedoch ab, weil er der Meinung war, dass seine Haltung falsch dargestellt werde. Die Veranstaltung sei im Lichte des Ankündigungsflyers als »Scherbengericht« über eine ihm fälschlicherweise zugeschriebene Position angelegt, hieß es in seinem Schreiben an die Akademie.

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Written by lbucklitsch

Dezember 17th, 2015 at 3:50 am

JA| BERLIN: Irrtümer der Vergangenheit

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Eine Tagung beschäftigt sich mit der Bedeutung des Alten Testaments und fragt nach historischer Schuld der Kirche im Umgang mit dem Judentum

Die Kirche muss sich nach Überzeugung von Theologen stärker mit ihren antijüdischen Traditionen und ihrer historischen Schuld im Umgang mit dem Judentum auseinandersetzen.

Dabei müsse auch die »tragende Funktion des jüdischen Glaubens für den christlichen Glauben« deutlich gemacht werden, sagte der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Markus Dröge, am Donnerstag bei einer Tagung in Berlin. Dies sei eine dauerhafte Aufgabe.

NACHHOLBEDARF Bei der Aufklärung über die Schuldgeschichte der christlichen Theologie gebe es »ungeheuren Nachholbedarf«, betonte der evangelische Theologieprofessor und frühere Präsident der Berliner Humboldt-Universität, Christoph Markschies. Dies müsse angehenden Theologen besser vermittelt werden. Historische Kenntnisse könnten dazu beitragen, »die Irrtümer der Vergangenheit« nicht zu wiederholen. Thema der Tagung der Evangelischen Akademie zu Berlin war die Bedeutung des Alten Testaments, des jüdischen Tanach, in den christlichen Kirchen.

Der evangelische Theologieprofessor Notger Slenczka, dessen Thesen vor einigen Monaten Kritik bei Professorenkollegen ausgelöst hatten, hatte zuvor seine Teilnahme an der Tagung zurückgezogen. Slenczka begründete diesen Schritt mit nachträglichen Änderungen in der Ausrichtung und im Programm.

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Written by lbucklitsch

Dezember 11th, 2015 at 3:49 am

TAZ| Micha Brumlik: Buch über das Zeitalter der Aufklärung: Habe Mut zu wissen

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Mündigkeit, gute Politik und vor allem Vernunft: Steffen Martus erzählt von der Aufklärung und einem großem deutschen 18. Jahrhundert.

„Aufklärung“ ist, so Immanuel Kant in der Berlinischen Monatsschriftdes Jahres 1784 der „Ausgang des Menschen aus selbstverschuldeter Unmündigkeit.“ Das war fünf Jahre vor der Französischen Revolution, die Kant Jahre später als „Geschichtszeichen“ begrüßen sollte. Freilich sei diese selbst verschuldete Unmündigkeit, so Kant weiter, nicht einem Mangel des Verstandes, sondern einem Mangel an Mut zuzurechnen. Weshalb das Motto der Aufklärung nur lauten könne: „Sapere Aude“ – „habe Mut zu wissen!“

Nun ist zum ersten Mal eine ausführliche Studie zu den Vorbedingungen und Folgen dieser sprichwörtlich gewordenen Definition erschienen. Der Berliner Germanist Steffen Martus ruft in seinem umfassenden Buch eine weitgehend vergessene Epoche in Erinnerung, die bisher von Geschichtswissenschaft und im Allgemeinverständnis ein eher stiefmütterliches Dasein fristete.

Im Schatten der Debatten um den „deutschen Sonderweg“ wurde häufig übersehen, dass neben Frankreich auch die deutschsprachigen Länder Orte der Aufklärung waren. In Kunst, Philosophie und politischem Wollen waren sie allemal dem Ziel vernünftig begründeter Herrschaft im Horizont der Freiheit verbunden.

Keineswegs war Immanuel Kant der einzige, der dafür eintrat. Allerdings – und das erschwert den Zugang zur deutschen Aufklärung – gab es hierzulande, anders als in Frankreich oder England – kein in sich geschlossenes, mehr oder minder durch ein einziges Zentrum repräsentiertes politisches Gemeinwesen.

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Written by lbucklitsch

Dezember 8th, 2015 at 3:15 pm

FR|Micha Brumlik: NICHOLAS STARGARDT „DER DEUTSCHE KRIEG 1939-45“ – Der Mord an den Juden war kein Geheimnis

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Von MICHA BRUMLIK

Die alliierten Bombenangriffe auf Hamburg wurden seit 1943 „als Vergeltung gegen die Behandlung der Juden durch uns“ bezeichnet.  Foto: epd

Krieg und Schuld: Nicholas Stargardts außerordentliche Alltagsgeschichte aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs.

Bis weit in die 1950er Jahre, ja bis zur Wende zum dritten Jahrtausend und auch noch gegenwärtig sind viele Deutsche in Ost und West davon überzeugt gewesen, dass sich die Art und Weise, wie die Alliierten gegen Hitlers Deutschland Krieg führten, sich nicht wesentlich von den Verbrechen unterschied, die deutsche Truppen ihren Feinden im Krieg – nicht zuletzt deren Zivilbevölkerung, von den Juden ganz zu schweigen – zufügten.

Dass sich hinter dieser Larmoyanz ein massives Schuldbewusstsein verborgen hat, beweist eine neue, umfassende Darstellung des Zweiten Weltkriegs nicht nur in militärgeschichtlicher, sondern zumal in alltagsgeschichtlicher Perspektive.

Das soeben erschienene Buch „Der deutsche Krieg 1939-1945“ des in Großbritannien forschenden australischen Historikers Nicholas Stargardt überzeugt nicht nur durch die ebenso panoramatische, sehr anschauliche Darstellung des Kriegsgeschehens – vom Überfall auf Polen im September 1939 bis zur Kapitulation einer ausgebluteten Gesellschaft im Mai 1945 – sondern auch und vor allem dadurch, dass es sich eines häufig mit Argwohn betrachteten Quellenfundus bedient: nämlich persönlicher Tagebuchaufzeichnungen, privater Briefwechsel per Feldpost sowie der Mitteilungen nationalsozialistischer Inlandsdienste.

Sowenig sich im streng soziologischen Sinn die Repräsentativität der aus Alltagsquellen erhobenen Einstellungen der Deutschen während des Zweiten Weltkrieges beweisen lässt, so sehr belegen sie doch typische Haltungen während dieses Krieges.

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Dezember 8th, 2015 at 3:12 pm

evangelisch.de| Neue Runde im Professorenstreit um Altes Testament

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Theologieprofessor Slenczka sagt Teilnahme an Akademietagung ab
Die Kontroverse über den Stellenwert des Alten Testamentes für die evangelische Theologie geht in eine neue Runde. Der evangelische Theologieprofessor Notger Slenczka, dessen Thesen vor einigen Monaten Kritik bei Professorenkollegen ausgelöst hatten, zog nun seine Zusage zur Teilnahme an einer Tagung der Evangelischen Akademie zu Berlin zurück. Slenczka begründete diesen Schritt mit nachträglichen Änderungen in der Ausrichtung und im Programm der Tagung, ergibt sich aus einem am Mittwoch veröffentlichten Schreiben des Theologen an die Akademie. Rüdiger Sachau, Direktor der Evangelischen Akademie, wies die Vorwürfe zurück.

Die Veranstaltung „Nicht ohne das Alte Testament“ sei im Lichte des Ankündigungsflyers als „Scherbengericht“ über eine ihm fälschlicherweise zugeschriebene Position angelegt, schreibt Slenczka. Der an der Humboldt Universität Systematische Theologie lehrende Professor wirft der Akademie vor, sie mache sich dabei zur „Gehilfin der Debattenfeigheit“.

Laut Programm will die Akademietagung der Frage nachgehen, ob es einem christlichen Ernstnehmen der Bedeutung der hebräischen Bibel für das Judentum entspreche, „wenn man das ‚Alte Testament‘ aus dem christlichen Kanon herausschneidet?“. Slenczka sollte dabei über „Das Alte im Neuen. Sechs Thesen zur hermeneutischen Frage im Hintergrund des Streits um das Alte Testament“ sprechen und anschließend mit dem jüdischen Pädagogen Micha Brumlik diskutieren.

Anmeldungen für Tagung überraschend hoch

Den Vorwurf einer „Debattenfeigheit“ weise die Evangelische Akademie entschieden zurück, sagte Direktor Sachau. Der Beitrag von Slenczka und das Podiumsgespräch mit Brumlik hätten am zweiten Veranstaltungstag einen zentralen Platz eingenommen. Das Tagungsprogramm sei ein Beleg dafür, dass wir uns der Debatte mit Slenczka gern gestellt hätten. Die Anmeldezahlen für die Tagung, die vom 8. bis 11. Dezember in der Französischen Friedrichstadtkirche stattfindet, überträfen die Erwartungen, ergänzte Sachau. Bisher haben sich 125 Teilnehmer angemeldet.

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BILD| NEUAUFLAGE VON HITLERS ,,MEIN KAMPF‘‘ | Es ist wieder da – aber wie gefährlich ist das?

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Wer verdient an der Neu-Ausgabe des widerlichen Buches?

Vor rund 70 Jahren wurde Hitlers „Mein Kampf“ in Deutschland verboten. Jetzt soll sein Judenhass-Buch wieder verkauft werden – als kommentierte Neu-Ausgabe.

BRAUCHEN WIR DIESES BUCH WIRKLICH NOCH EINMAL? ODER IST ES ZU GEFÄHRLICH?

Am 15. Januar 2016 erscheint „Hitler, Mein Kampf. Eine kritische Edition“ (2 Bände, knapp 2000 Seiten, 59 Euro). Mit 3500 historisch-kritischen Anmerkungen wollen dieHerausgeber vom renommierten Münchner Institut für Zeitgeschichte (IfZ) alle Gefahren bannen, die von dem Buch heute noch ausgehen könnten.

In der Originalfassung verbreitete „Mein Kampf“ Hitlers menschenverachtende Rassenideologie, stellte Juden als „Völkerparasiten“ dar und die „jüdische Rasse“ als „Weltpest“.

Hitler-Biograf und BILD-Autor Ralf Georg Reuth: „,Mein Kampf‘ wurde zur ideologischen Grundlage für den Holocaust, in dessen Folge sechs Millionen Juden ermordet wurden.“

Hintergrund: Seit 1946 hatte der Freistaat Bayern die Rechte an Hitlers Buch, konnte jedwede Veröffentlichung unterbinden. Doch nach einer gesetzlichen Frist von 70 Jahren – ab 1. Januar 2016 – ist das deutlich schwieriger.

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Written by lbucklitsch

Dezember 3rd, 2015 at 8:23 am

TAZ| Micha Brumlik über Juden und Muslime: „Problematische Pauschalurteile“

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Die Äußerungen Josef Schusters über arabische Kultur hält Micha Brumlik für schwierig. Und die Debatte über Obergrenzen für Flüchtlinge findet er schrecklich.

taz: Herr Brumlik, der Präsident des Zentralrats, Josef Schuster, hat mit seinen Äußerungen über Flüchtlinge aus Syrien den Vorwurf auf sich gezogen, rassistische Ressentiments zumindest zu bedienen. Wie sehen Sie das?

Micha Brumlik: Ich finde es problematisch, dass Josef Schuster ein Pauschalurteil über das abgegeben hat, was er für arabische Kultur hält – also über einen Raum, der immerhin vom Atlantik bis an den Indischen Ozean reicht.

Seine Äußerungen werfen die Frage auf, wie verbreitet solche Einstellungen in der jüdischen Gemeinde in Deutschland sind. Sind sie symptomatisch?

Ich vermute, ja. Die jüdische Gemeinschaft heute besteht ja zu etwa 90 Prozent aus Immigranten aus der ehemaligen Sowjetunion. Nun wissen wir aus soliden soziologischen Untersuchungen, etwa den Untersuchungen der an der Bar-Ilan-Universität lehrenden Soziologin Larissa Remenik, dass die Migranten aus der ehemaligen Sowjetunion die politische Landschaft Israels tatsächlich – in einer wenn auch säkularen Weise – nach rechts verschoben haben. So darf man daraus schließen, dass dies in den jüdischen Gemeinden in Deutschland nicht wesentlich anders sein wird.

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IM WORTLAUT

Viele Flüchtlinge entstammten „Kulturen, in denen der Hass auf Juden und die Intoleranz ein fester Bestandteil sind“, hat der Vorsitzende des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, kürzlich derWelt gesagt, und hinzugefügt, man könne „zu dem Schluss kommen, hier handele es sich nicht um ein religiöses Problem, sondern um ein ethnisches“. Dass er zudem über eine Asyl-„Obergrenze“ sinnierte, hat ihm viel Protest eingebracht: Vergangenen Dienstag demonstrierten in Berlin etwa 70 Menschen unter dem Motto „Nicht in unserem Namen – Juden gegen Rassismus“ gegen die Äußerungen. (bx)

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Einige der Wortführer des anti­muslimischen Diskurses in Europa sind jüdischer Herkunft – aber allesamt keine Einwanderer aus der Sowjetunion, sondern alteingesessen. Dazu zählen in Deutschland etwa Henryk M. Broder und der verstorbene Ralph ­Giordano, Leon de Winter in den Niederlanden oder Éric Zemmour und Alain Finkielkraut in Frankreich. Geht das Problem nicht doch tiefer?

Das ist richtig. Aber das sind doch mehr oder weniger Einzelstimmen, die nicht die Meinung jüdischer Gemeinden und Gemeinschaften repräsentieren. Ich will auch darauf hinweisen, dass Josef Schuster ausdrücklich zwischen dem Islam als Religion und dem, was er für arabische Kultur hält, unterschieden hat. Mit Leuten wie Ralph Giordano habe ich mich in den letzten Jahren heftig gestritten. Er glaubte auf seine alten Tage ein weiteres Mal, gegen etwas Faschistoides ankämpfen zu müssen, und war weder bereit noch willens, zwischen Islam als Religion und Islamismus als politischer Ideologie zu unterscheiden. Darin liegt letzten Endes das Problem. Das ist so, als würde man nicht unterscheiden wollen zwischen dem Christentum und dem Franco-Faschismus – oder zwischen Judentum und dem, was die Siedler im Westjordanland betreiben.

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TAZ| Vor vierzig Jahren starb Hannah Arendt: Dichtung und Gegenwart

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KOMMENTAR VON MICHA BRUMLIK

Vor vierzig Jahren, am 4. Dezember 1975, starb Hannah ­Arendt in New York. Sie, die das Schicksal von Staatenlosen und damit Flüchtlingen sowie die Brüchigkeit der Menschenrechte ebenso zu ihrem Thema gemacht hat wie die Frage nach einer Revolution, die ihren Namen wirklich verdient, gibt auch unseren aktuellen Debatten Stichworte und Argumente vor. Ja, ­Arendt ist derzeit in aller Munde, geradezu eine Zeitgenossin: Nicht nur ist ein erfolgreicher Spielfilm über sie gedreht worden, nein, auch der um seine Wiederwahl kämpfende ­baden-würt­tembergische Ministerpräsident Kretschmann zitiert sie gerne, mehr noch: Nachdem schon vor Jahren an der Technischen Universität Dresden ein „Hannah-­Arendt-Institut für Totalitarismusforschung“ etabliert worden ist, soll nun auch in Stuttgart ein zivilgesellschaftlich getragenes „Hannah-­Arendt-Institut für politische Gegenwartsfragen“ gegründet werden. Indes eignen sich weder Arendts Leben noch ihr politisches Denken – Philosophin wollte sie nicht sein – dazu, sie als Ikone, gleichsam als Schutzheilige für alles, was irgendwie progressiv erscheint, dem Streit zu entziehen.

Arendt weiterdenken

Vierzig Jahre nach Arendts Tod sind nun zwei Bücher erschienen, die das nachdrücklich untermauern. So hat die Autorin Alexandra Popp für alle, die sich erstmals mit Arendt befassen wollen, eine bestens lesbare, geradezu spannende Einführung verfasst. Ihr Buch „Hannah Arendt. Eine Denkbiografie“ informiert nicht nur verlässlich über die Grundzüge ihres Werks, sondern auch darüber, welche Einsichten sie den Erfahrungen ihres Lebens verdankt. Nicht zuletzt erörtert der Band, in welcher Richtung ­­Arendts Denken in der globalisierten Welt, die uns gegenwärtig durch die Flüchtlingskrise und den Terror des IS so nahe ist, wie nie zuvor, weiter zu entwickeln wäre.

Dass ­Arendt keine Heilige, sondern eine streitbare, oft auch irrende Intellektuelle gewesen ist, dürfte seit ihren Meinungen zur Rassentrennung in den Südstaaten wie zum Zionismus bekannt sein; dass Arendt sich auch der von ihr bewunderten Dichtkunst gewidmet hat, weniger. Soeben ist ein Bändchen unter dem Titel „Ich selbst, auch ich tanze. Die Gedichte“ erschienen, das die Germanistin Irmela von der Lühe mit einem luziden Nachwort versehen hat. Bekanntermaßen war die jüdische Studentin während ihres Studiums in Marburg in den Jahren 1924 bis 1926 die Geliebte des verheirateten Philosophen Martin Heidegger, eines Antisemiten, dessentwegen sie Marburg 1926 verließ. 1925 dichtete sie empfindsam: „Du fügest zusammen / wie nie unsere Hände/Wir glauben an Treue und fühlen die Wende / Wir können nicht sagen, wie sehr wir uns einen. / Wir können nur weinen.“

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Written by lbucklitsch

Dezember 1st, 2015 at 4:09 pm