Micha Brumlik, Publizist und Autor

Erziehungswissenschaft, Religionsphilosophie, Politik

Archive for the ‘Flüchtlinge’ Category

TAZ| Essay zum Nationalismus in Europa: Was heißt eigentlich Integration?

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Der Glaube, MigrantInnen müssten sich in eine Tugendgemeinschaft einpassen, konkurriert mit dem liberalen Rechtsstaat.

Es sind keineswegs nur AfD- oder Pegida-AnhängerInnen, die sich die Frage stellen, ob die deutschen Grenzen noch sicher sind und wie Millionen von Flüchtlingen integriert werden können. Auch ansonsten durchaus mittig denkende, akademisch gebildete BürgerInnen, aber allemal auch PolitikerInnen aller Parteien stellen sich diese Frage. Dabei bleibt eines offen: Was soll überhaupt unter „Integration“ verstanden werden? Ebenso ungeklärt bleibt, wohin beziehungsweise in was überhaupt integriert werden soll.

Die öffentliche Meinung schwankt dabei zwischen einer Integration in ein Volk, eine Kultur, eine Werteordnung oder in eine Nation hin und her. Im Folgenden sei zunächst zwischen einem „dünnen“ und einem „dichten“ Begriff der Integration unterschieden. Der deutsche Staat, so wie er faktisch existiert, beziehungsweise der heute in Europa übliche Nationalstaat soll hier als dasjenige verstanden werden, wohin integriert werden soll.

Daher ist zunächst zwischen der Bevölkerung eines Staates und seiner BürgerInnenschaft zu unterscheiden. Die Bevölkerung ist die Summe aller Menschen, die in den Grenzen eines Staates leben – seien sie Babys oder auf einige Zeit im Lande lebende TouristInnen. Sie alle genießen Rechte, haben jedoch in der Regel keine Möglichkeit, das Setzen oder Ausgestalten dieser Rechte zu beeinflussen.

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November 10th, 2015 at 10:33 am

TAZ| Leere Hände, leere Debatte

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KOLUMNE VON MICHA BRUMLIK

Zwei Hände sind ausgestreckt und bereit zum Schütteln

Ready for Shake-off: So weit haben es Klöckner und der Imam nicht gebracht. Foto:  dpa

Vermeintlich Empörendes hatte die rheinland-pfälzische CDU-Vorsitzende Julia Klöckner, eine bekennende evangelische Christin, mitzuteilen: Nach ihrer Ankündigung, ein von Muslimen belegtes Flüchtlingslager zu besuchen, habe der dort amtierende Imam mitteilen lassen, ihr aus religiösen Gründen nicht die Hand geben zu können – woraufhin Klöckner ihren Besuch absagte. Als diese Episode in einer Talkshow zum Besten gegeben wurde, berichtete die nordrhein-westfälische Bildungsministerin Sylvia Löhrmann, ihr sei dasselbe mal mit einer Gruppe orthodoxer Juden geschehen.

Nach kurzem Schweigen erörterte die Talkrunde dann umso lebhafter die Frage, ob die Weigerung frommer Männer, Frauen die Hand zu geben, ein Indikator mangelnder Integrationswilligkeit sei. Damit wurde das Händeschütteln zwischen Männern und Frauen als Beweis dafür, die Werteordnung Deutschlands, ja das Grundgesetz anerkannt zu haben, inthronisiert. Das heißt jedoch umgekehrt: Männer, die sich aus religiösen wie auch immer verqueren Keuschheitsvorstellungen heraus weigern, Frauen die Hand zu geben, beweisen damit die deutsche Verfassung und ihr höchstes Prinzip, die „Würde des Menschen“ nicht achten zu wollen.

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September 29th, 2015 at 11:36 am

MIGAZIN| UNI LEPZIG: Website für geflüchtete Wissenschaftler

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An der Uni Leipzig wurde ein Online-Portal für geflüchtete Wissenschaftler freigeschaltet. Die Website soll den Kontakt zwischen deutschen und geflüchteten Wissenschaftlern herstellen, um diese bei der Fortführung ihrer Forschungstätigkeit zu unterstützen.

Chance for Science, wissenschaft, wissenschaftler, geflüchtete, flüchtlinge

www.chance-for-science.de
An der Universität Leipzig ist eine Online-Plattform für geflüchtete Wissenschaftler freigeschaltet worden. Die am Lehrstuhl für Betriebswirtschaftliche Steuerlehre aufgebaute Website solle den Kontakt zwischen deutschen Forschern und Flüchtlingen herstellen, teilte die Universität am Montag mit. Ziel sei, bei der Fortführung der Forschungstätigkeit in Deutschland zu helfen.

Written by lbucklitsch

September 22nd, 2015 at 7:37 am

Deutschland| Refugees Welcome: Tag des Flüchtlings 2015 – 02.Oktober 2015

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„Refugees Welcome!“ ist das diesjährige Motto des Tag des Flüchtlings, der am 2. Oktober im Rahmen der Interkulturellen Woche stattfindet. Hoffnung macht: In Deutschland ist die Solidaritätsbewegung für Flüchtlinge so groß wie noch nie. Ehrenamtliche unterrichten Deutsch, sammeln Kleidung und organisieren Fahrdienste, Schülerinnen und Schüler verhindern Abschiebungen und Vereine organisieren Sport- und Freizeitaktivitäten. Sie wollen sich engagieren? Hier finden Sie Infos, Tipps, Kontakte.

Doch Willkommenskultur fährt gegen die Wand, wenn die politische Rückendeckung fehlt. Kommunal ist diese oft noch zu finden, doch auf Bundesebene gilt im Kern: Integration ist erst erwünscht, wenn der Aufenthalt gesichert ist. Isolation in großen Flüchtlingslagern, Hürden und Verbote beim Arbeitsmarktzugang und der fehlende Sprachkursanspruch verhindern die Integration. Gleichzeitig nehmen rechte Hetze und Gewalt gegen Flüchtlinge zu.

Zum Tag des Flüchtlings ruft PRO ASYL dazu auf, Flüchtlinge willkommen zu heißen und Integration zu ermöglichen. Unsere Botschaft: Flüchtlinge sind keine Last, sie sind eine Chance.

Heft zum Tag des Flüchtlings 2015

Unsere jährliche Übersicht aktueller flüchtlingspolitischer Themen.

Heft bestellen im Shop

Mitmachen


Bundesweit engagieren sich Tausende Menschen für Flüchtlinge und es werden immer mehr. Auch Sie wollen Flüchtlinge unterstützen? Das ist großartig. Auf diesen Seiten finden Sie Infos, Tipps, Kontakte und weiterführende Materialhinweise.

1. Gleichgesinnte finden

Informieren Sie sich bei den Flüchtlingsräten, welche unabhängigen Strukturen es vor Ort schon gibt: Die Flüchtlingsräte sind unsere Kooperationspartner auf Landesebene. In vielen Bundesländern vernetzen sie Initiativen und lokale Kontakte. Hier finden Sie Ihren Flüchtlingsrat – nehmen Sie Kontakt auf.

In vielen Städten und Gemeinden gibt es bereits lokale Initiativen und Projekte für Flüchtlinge. Viele von ihnen haben wir auf einer Übersichtskarte eingetragen. Darüberhinaus existieren mittlerweile mehrere regionale Übersichtseiten, die Initiativen und Projekte aus ihrer Region sammeln. Zentrale Ansprechpartner zum Thema ehrenamtliches Engagement vor Ort sind die Landesflüchtlingsräte.

[Die Vollständigkeit oder Aktualität der angegebenen Daten  können wir leider nicht garantieren. Helfen Sie mit, um dieses Informationsangebot zu verbessern: Über Korrekturen und Ergänzungen freuen wir uns. Entsprechende Hinweise bitte aninitiativen(at)proasyl.de.]


Noch nichts gefunden? Gründen Sie selbst eine Unterstützer-Gruppe!
Besuchen Sie öffentliche Veranstaltungen, Filmvorführungen, Vorträge, Seminare zu Migrations- und Flüchtlingsthemen und geben dort eine Kontaktliste zur Gründung herum. Tauschen Sie sich mit anderen Gruppen in den Nachbarstädten oder ‑kreisen aus. Vernetzen Sie sich imLandesflüchtlingsrat, ihre Gruppe kann dort zumeist auch Mitglied werden.

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Written by lbucklitsch

September 17th, 2015 at 2:55 pm

Amnesty| Keine Verschärfung der Asylpolitik – Gemeinsam Flüchtlinge schützen

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50jahre.amnesty.de logo

Die Hilfsbereitschaft der Menschen, die zurzeit Flüchtlinge an deutschen Bahnhöfen willkommen heißen, ist groß. Sie halten „Welcome“-Schilder, applaudieren und reichen den Ankömmlingen Essen, Getränke und Kleidung. Endlich haben einzelne Politiker und Politikerinnen begriffen, dass es die gesetzliche und moralische Pflicht Europas ist, Asylsuchende zu schützen. Das gibt Grund zur Hoffnung.

Dennoch bleibt Realität, dass sich viele Staaten abschotten, wenn es um Flüchtlinge und Asylsuchende geht. Die EU und ihre Mitgliedstaaten tragen die Verantwortung für eine Politik, die schutzbedürftige Menschen auflebensgefährliche Fluchtrouten zwingt, auf denen Tausende im Mittelmeer ertrinken oder Dutzende in Lastwagen ersticken. Sie sind verantwortlich, wenn Polizei- und Sicherheitskräfte gewaltsam gegen Asylsuchende vorgehen, sie ohne Prüfung der Asylgründe abschieben oder unter menschenunwürdigen Bedingungen einsperren.

Wir müssen von Politikern und Politikerinnen weiterhin einfordern, dass sie ihre Verantwortung wahrnehmen und Flüchtlingen mehr Schutz bieten!

Seien Sie in Berlin mit dabei und unterstützen Sie unsere Kundgebung für einen besseren Flüchtlingsschutz! Hier geht es zum begleitenden Facebook-Event: http://bit.ly/fluechtlingsschutz

Jetzt ist der Zeitpunkt, um aktiv zu werden: Am 14. September diskutieren die EU-Innen- und Justizminister_innen in Brüssel, wie sie auf die steigenden Flüchtlingszahlen reagieren sollen. Auch der deutsche Bundesinnenminister Thomas de Maizière nimmt an dem Treffen teil. Amnesty International begrüßt die Gespräche für eine einheitliche europäische Flüchtlingspolitik. Sie dürfen jedoch auf keinen Fall in einer Verschärfung der Asylgesetzgebung enden!

Deshalb organisiert Amnesty International am 13. September 2015 um 11.55 Uhr eine Kundgebung vor dem Bundesinnenministerium in Berlin.Wir wollen den deutschen Bundesinnenminister daran erinnern: Asyl zu suchen ist ein Menschenrecht, festgehalten in Artikel 14 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Es gilt für alle Menschen und unter allen Umständen.

Wir fordern: Deutschland und alle anderen EU-Mitgliedstaaten müssen mehr legale Einreisemöglichkeiten für Flüchtlinge schaffen! Dazu gehören die Aufstockung von Resettlement-Plätzen und humanitären Aufnahmeprogrammen für besonders schutzbedürftige Flüchtlinge sowie die Erleichterung der Familienzusammenführung. Flüchtlinge müssen zudem die Möglichkeit erhalten, an den Landgrenzen der EU sicher einen Asylantrag stellen zu können.

Das Konzept der sicheren Herkunftsstaaten muss abgeschafft werden.Jeder und jede Asylsuchende hat ein Recht auf eine individuelle Prüfung des Asylantrags. Sogenannte „sichere Herkunftsstaaten“ lassen eine solche Prüfung nicht zu. Darüber hinaus müssen Flüchtlinge in den Aufnahmeländern vor Gewalt geschützt und menschenwürdig untergebracht werden.

In Deutschland sind die Innenminister und -senatoren der Länder für die Aufnahme und Unterbringung von Flüchtlingen zuständig. Deshalb richtet sich Amnesty International in einer aktuellen Petition auch an Roger Lewentz, den derzeitigen Vorsitzenden der Innenministerkonferenz der Länder.

Werden Sie aktiv! Unterzeichnen Sie unsere Online-Petition und fordern Sie sichere Zugangswege für Flüchtlinge: http://www.amnesty.de/sos-europa

Mehr legale Einreisemöglichkeiten, eine menschenwürdige Unterbringung und einen besseren Schutz vor Gewalttaten: Deutschland und andere EU-Mitgliedstaaten müssen und können einen größeren Beitrag bei der Aufnahme und Unterbringung von Flüchtlingen leisten!

Vielen Dank für Ihren Einsatz!

Mit freundlichen Grüßen

Amnesty International Deutschland

Written by lbucklitsch

September 10th, 2015 at 2:29 pm

BERLIN| SO KÖNNEN SIE IN BERLIN HELFEN – WICHTIGE HINWEISE FÜR FLÜCHTLINGSHELFER

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Allgemeines

Liebe Unterstützer,
wir bitten euch nichts eigenständig zu den Notunterkünften zu bringen. Wartet auf Anfragen ihrseits oder unsererseits. Wer in den Notunterkünften helfen möchte schreibt bitte eine Email direkt an die jeweilige Unterkunft. Nicht unaufgefordert hinfahren, das erschwert Arbeit und Situation vor Ort. Wenn Bedarf nach Hilfe vorhanden ist, seit ihr gerne willkommen. Generell kann sich die Situation im Laufe des Tages immer ändern, also schaut hier nach updates.Generell gilt, bitte NUR das vorbeibringen, was auf der Bedarfsliste mit “Ja” vermerkt ist. Es gibt keine Möglichkeiten für warme Essensausgabe und keine Teller etc vor Ort. Ein Taschenmesser mit Schere ist perfekt um mal Obst, Brot etc zu schneiden oder beim Basteln mit Kindern Luftballonschnüre abzuschneiden.

Angebote für Kinder sind toll, aber bitte nicht zuviel auf ein mal. Nicht jedes Kind möchte mitmachen – akzeptiert dies bitte. Bei Spielzeugausgaben vergeßt bitte die Kinder, die bei ihren Eltern auf den Wiesen sitzen, nicht.

Die LaGeSo Hilfsaktion wird koordiniert von “Moabit Hilft” und “Die Johanniter

Notfall Telefon von „Moabit Hilft“: 0151 28005150

(Nehmt es uns bitte nicht übel, wenn ihr auf die Bestätigung für die Aufnahme in eine Gruppe etwas warten müsst. Wir sind tagsüber vor Ort auf dem Gelände der LaGeSo. Wir bemühen uns, euch so schnell wie möglich in die Gruppen aufzunehmen und eure Fragen zu beantworten.)

Wir bitten darum, dass nur vollständig geimpfte Personen im direkten Kontakt mit den Geflüchteten sind. (Info)

Aktuelle Bedarfslisten für Spenden und die Frage, ob wir Helfer vor Ort brauchen:

  • Bedarfsliste Standort LaGeSo: Hier
  • Bedarfsliste Standort LaGeSo Caritas: Hier
  • Bedarfsliste Standort Karlshorst: Hier
  • Bedarfsliste Standort Spandau (Bamf): Hier
  • Bedarfsliste Standort Fehrbelliner Platz 4 “Freiwillige helfen”: Hier
  • Bedarfsliste für geringe Stückzahlen Standort Fehrbelliner Platz 4
    “Freiwillige helfen”: Hier

Bei großen Spenden für den Standort LaGeSo…

  • schickt bitte eine Email an: moabit.hilft@gmail.com
    mit dem Betreff: „SPENDE: [ART DER SPENDE]“

Was muss ich beim Spenden beachten?

  • Eine genaue Anleitung findet ihr hier, wenn ihr Spielzeug, Kuscheltiere oder Kleidung für die Flüchtlinge spenden möchtet

Wollt ihr bei der Planung aktiv mitwirken?

  • Facebookgruppe für das LaGeSo: Hier
  • Facebookgruppe für das Aufnahmelager Lebach: Hier
  • Facebookgruppe für Spandau vor dem BAMF: Hier
  • Facebookgruppe für Fehrbelliner Platz 4 “Freiwillige helfen”: Hier
  • Dienstplant für Helfer für Fehrbelliner Platz 4 “Freiwillige helfen”: Hier

Hinweis für die Gruppe LaGeSo: (Es stehen aktuell über 1.000 Leute für die Facebook Gruppe an. Wir prüfen mit 3 Admins alle Profile, daher dauert es leider etwas länger alle rein zu lassen. Daher hier eine ABKÜRZUNG: Alle, die länger als 1 Jahr bei Facebook sind und “Refugees welcome” im Profilbild haben, werden schneller bestätigt. Wir freuen uns auf euch alle!!!)

Wollt ihr den Standort LaGeSo finanziell unterstützen:

  • Könnt ihr das auf der Homepage von Moabit Hilft tun. Schreibt in den Überweisungszweck der Spende das Wort “LaGeSo” hinein. Jeder Euro hilft!
    Spendenlink

Fahrgemeinschaften und mobile Sammelstellen

  • Wollt ihr bei der Organisation der Fahrgemeinschaftsgruppe mitwirken, dann seid ihr in unserer Facebook Gruppe gern willkommen.
  • Eine Google-Maps-Übersicht über Spenden zum Abholen und Fahrer findet ihr:hier
  • Meldet euch zum Verabreden von Fahrgemeinschaften unter folgdenem Link an:Hier
  • Bei Fragen oder Anregungen wendet euch bitte über Facebook an Daniela GrebeoderJohannes B. Wagner.
  • Solltet ihr kein Facebook Account besitzen, dann könnt ihr eure Fragen auch via Email an lageso@spasswald.de stellen.

Bei einem medizinischen Notfall…

Beantragung der roten Karte:

Freies W-Lan für die Geflüchteten.

  • Wie Anwohner ohne Kosten und Mühen dieses Projekt möglich machen können. Mehr findest du hier.

Quelle: MOABIT hilft

Written by lbucklitsch

September 9th, 2015 at 1:49 pm

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Flüchtlinge: Hass und hohe Hürden für Helfer | Panorama | NDR

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Persönliches Engagement für Flüchtlinge wird gern gefordert. Doch Bürger, die sich einsetzen, werden übel beschimpft. Und die Politik legt ihnen Steine in den Weg.

 

Written by lbucklitsch

Juni 5th, 2015 at 11:53 am