Micha Brumlik, Publizist und Autor

Erziehungswissenschaft, Religionsphilosophie, Politik

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Micha Brumlik: Fritz Bauer – Eine persönliche Erinnerung

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von Micha Brumlik

Fritz Bauer – Eine persönliche Erinnerung

Am Sonntag den 1. Juli hatte ich die Gelegenheit, in der Frankfurter Paulskirche der Gedenkfeier für Fritz Bauer beizuwohnen, der genau fünfzig Jahre früher, am 1. Juli des Jahres 1967 gestorben ist. Das war für mich, der ich von 2000-2005 die Ehre hatte, nach dem Gründungsdirektor Hanno Loewy, – er leitet jetzt das jüdische Museum in Hohenems – die Leitung dieses Instituts zur Erforschung der Geschichte und Wirkung des Holocaust zu übernehmen.

Im Jahr 2000 jedenfalls war mir an der Arbeit des nach Fritz Bauer benannten Instituts wichtig, dass wir die Finanzierung der Ausstellung über den Frankfurter Auschwitz-Prozess – sie vorzubereiten war eine sehr große Anstrengung und wurde 2004 eröffnet – bei der Stadt durchsetzen konnten. Das verdankten wir der damaligen Kuratorin Frau Irmtrud Wojak, die zu unterstützen ich mich bemüht habe. Ohne die Mitarbeit von Werner Renz, der sich wie kein anderer mit Leben und Werk Fritz Bauers befasst hatte, ohne die hohe logistische Kompetenz von Werner Lott und – last but not least – Manuela Ritzheim ware diese Ausstellung niemals zustande gekommen. Ansonsten hatten wir es bereits in den Jahren 2000 bis 2005 mit dem Aufkommen des islamistischen Judenhasses zu tun und ich erinnere mich, dass dazu als Institutsdirektor eine ganz Reihe öffentlicher Veranstaltungen ins Leben gerufen habe. Ansonsten haben wir natürlich auch immer Neuerscheinungen zur Shoa publiziert. Und rezensiert. Mir jedenfalls ging es damals vor allem darum, die Arbeit des Fritz Bauer Instituts zur Geschichte und Dokumentation des Holocausts und seiner Folgewirkungen in der Frankfurter Stadtöffentlichkeit zu präsentieren und zu diskutieren.

Der Frankfurter Auschwitzprozess, an den wir in unserer Institutsarbeit damals wieder und wieder erinnerten, war der erste Anstoß dafür, dass die Geschichte des nationalsozialistischen Judenmords über die entsprechenden Prozessberichte wenigstens in den Kreisen des Bildungsbürgertums prominent geworden ist. Das war noch nicht der massenhafte Durchbruch, der erst weitere 20 Jahre später mit der Ausstrahlung des von vielen als zu populär angesehenen Fernsehfilms ,Holocaust’ geschehen ist Bis dahin herrschte in der Bundesrepublik Deutschland das, was man als Verdrängung bezeichnen könnte. Das bricht allmählich in den 50er-Jahren, oftmals durch Zufall, auf. Aber es ist dann in der Tat der Energie und dem moralischen Bewusstsein Fritz Bauers zu verdanken, dass er daraus für die Bundesrepublik Deutschland eine zentrale Veranstaltung gemacht hat. Damals – ich hatte gerade das Abitur am Frankfurter Lessinggymnasium bestanden und bereitete mich auf meine Auswanderung nach Israel vor, schenkte ich diesem Tod überhaupt keine Aufmerksamkeit und das dem Umstand zum Trotz, das ich als Schüler bereits 1963 einige Stunden in dem von Fritz Bauer in Gang gebrachten Auschwitzprozeß verbracht hatte.

Beim anfangs erwähnten Besuch in meiner damaligen Heimatstadt, anlässlich der Gedenkfeier für Fritz Bauer – ich lebe seit Jahren in Berlin – gingen meine Gedanken weit zurück: was konnte, durfte und wollte ein jüdischer Junge im Westdeutschland der 1950er Jahre über Antisemitismus und Holocaust wissen?

Damals, 1967 – ich hatte gerade das Abitur am Frankfurter Lessinggymnasium bestanden und bereitete mich auf meine Auswanderung nach Israel vor – schenkte ich dem Tod von Fritz Bauer überhaupt keine Aufmerksamkeit und das dem Umstand zum Trotz, daß ich als Schüler schon 1963 einige Stunden in dem von ihm in Gang gebrachten Auschwitzprozeß verbracht hatte.

Allerdings: Mit dem NS und der Vergangenheit meiner Familie wurde ich schon relativ früh, im Alter von sieben oder acht Jahren, konfrontiert. Es waren Fotografien meiner Eltern aus jener Zeit, keine Bilder von Vernichtungslagern und dergleichen, wohl aber ein Bild von einem NSDAP-Parteitag, das mir in Erinnerung geblieben ist. Auch erinnere ich mich, dass meine Mutter gelegentlich geweint hat, wenn sie an ihre ermordeten Verwandten gedacht hat sowie : Jahre später äusserte sie, daß nach Deutschland zurückgekehrt zu sein für sie so gewesen sei, wie an offene Gräber zu treten.

Der schulische Geschichtsunterricht, den ich genossen habe, war weitestgehend korrekt, wenngleich es den Begriff Shoah  zu meiner Schulzeit noch nicht gab und daher jemand wie Fritz Bauer im Unterricht nie eine Rolle gespielt hat. Wir haben im Geschichtsunterricht durchaus über den Zweiten Weltkrieg geredet, aber kaum über die Judenverfolgung. Ich hatte eine ganze Reihe von Lehrern, die in der Wehrmacht gewesen sind und die uns jeden Montag ihre missglückte Lebensgeschichte ausgebreitet haben. Die haben meistens – die waren auch innerlich ziemlich kaputt – über das Wochenende zu viel getrunken und uns dann am Montag ihre Lebensgeschichten erzählt. Bei ihnen hatte ich nicht das Gefühl, dass mein Widerspruch etwas gebracht hätte. Aber bei diesem jüngeren Sozialkundelehrer habe ich öffentlich und laut protestiert.  Viele dieser Gespräche verliefen in einer selbstmitleidigen Art und Weise. Ich kann mich noch an unseren Mathematiklehrer erinnern, der mal gesagt hat: „Ich weiß noch, wie ich an der Front stand und gegenüber ein Russe und wie ich mit meinem Gewehr draufgehalten habe.“ Dann hat uns dieser Lehrer noch gebeichtet, in der NSDAP und in der SA gewesen zu sein.

Schließlich hatten wir noch einen jüngeren, sudetendeutschen Sozialkundelehrer, der mit großer Wut über die Vertreibung der Sudetendeutschen erzählte und im selben Atemzug die Unrechtsmäßigkeit der zionistischen Landnahme beklagte. Als Lichtblick mag freilich ein im weitesten Sinne der Bekennenden Kirche zugehöriger Deutschlehrer, Gerhard Venz, gelten, der uns relativ früh die Filme über das ‚Dritte Reich‘, etwa von Michail Romm oder Nacht und Nebel von Alain Resnais gezeigt hat. So war ich, ohne wirklich verstanden zu haben,  worum es geht, 1963/64 beim Frankfurter Ausschwitzprozess.  Mehr noch – als Redakteur der Verbandszeitschrift der zionistischen Jugendbewegung, der ich damals angehörte – interviewte ich gemeinsam mit meiner Genossin Cilly Kugelmann, sie war später die Programmdirektorin des Jüdischen Museums den damaligen Generalstaatsanwalt. Dazu nun einige Ausschnitte aus ihren Erinnerungen:

1964, in dem Jahr in dem wir das Gespräch mit Fritz Bauer führten, folgte Leonid Breschnew dem entmachteten Nikita Chruschtschow auf den Stuhl des Ministerpräsidenten der UdSSR, lehnte Jean-Paul Sartre den Nobelpreis für Literatur ab, wurde in Hofheim im Taunus der erste Bahai Tempel in Europa eröffnet, traten die Beatles, Bill Haley, Chuck Berry und Jimi Hendrix im Hamburger Star-Club auf. In den Kinos liefen Italo-Western und Louis de Funès-Filme, konkurrierte Winnetou II mit Lex Barker als Old Shatterhand und Pierre Brice in der Titelrolle mit James Bonds Goldfinger, moderierte der Entertainer Lou van Burg zum ersten Mal die Spielshow „Der goldene Schuß“. Im Sommer dieses Jahres befand ich mich auf einer Art Erkundungsmission zwecks späterer Auswanderung, einer Gruppenrundreise durch Israel, die von der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland durchgeführt wurde. Auf der Rückreise, in Marseille, wo unser Schiff landete und Fahrt nach Frankfurt mit dem Zug fortgesetzt wurde, las ich in einer deutschen Zeitung einen kurzen Bericht über meinen Vater, der am 21. August als Zeuge im Auschwitzprozess aussagte. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich keine Ahnung, dass er irgendetwas mit diesem Prozess zu tun hatte. Obwohl mich diese Zeitungsnotiz beunruhigte und sicher auch ein Hintergrundmotiv für das folgende Gespräch mit Fritz Bauer, war die Beschäftigung mit dem Prozess für mich auf merkwürdige Weise bald beendet….

Vermittelt hatte das Gespräch ein Gymnasiast aus der Schweiz, der offensichtlich mit dem Generalstaatsanwalt näher bekannt war. Das Gespräch mit Fritz Bauer erschien in der Oktober/ Novemberausgabe der „Meorot“, auf dem das Schwimmbad von Mazuba zu sehen ist, jenem Kibbuz, aus dem die Leiter der Zionistischen Jugendorganisation nach Deutschland kamen, um uns ein Leben an eben diesem Ort unweit der libanesischen Grenze schmackhaft zu machen. Die im Pennälerhumor gehaltene Bildunterschrift drückt die emotionale Botschaft der zionistischen Jugendbewegung aus, verrät aber nicht, dass sich in diesem Heft ein Text über eines der wichtigsten Kapitel der deutschen und jüdischen Nachkriegsgeschichte befindet, auch wenn die Fragen an Bauer mit der Bemerkung eingeleitet werden, dass es um einen Prozess geht der „zurzeit die ganze Welt bewegt“. Wir haben uns zweifellos als Reporter gefühlt, die im Stil bekannter politischer Magazine, das Gespräch mit verbindlichen Floskeln begannen und beendeten. Der gedruckten Zusammenfassung ist die Einschüchterung nicht anzumerken, die Fritz Bauer in seinem Büro in uns ausgelöst hat. Freundlich, aber auffällig distanziert und mit knorriger Stimme beantwortete er unsere Fragen und machte ohne Worte deutlich, dass er nicht die Absicht habe, uns viel Zeit zu widmen.

Wir haben in Fritz Bauer den Mann bewundert, dessen Hartnäckigkeit und Durchsetzungskraft es zu verdanken war, dass das Personal des Konzentrations- und Vernichtungslagers überhaupt zur Verantwortung gezogen werden konnte. Viel größer als unsere Achtung für den Staatsanwalt wird dagegen unsere Empörung über die zwei Jahrzehnte gewesen sein, die verstrichen sind, bis Anklage erhoben werden konnte, weshalb wir mit dem Nachdruck pubertierender Apodiktik gleich am Anfang nach dem Zeitpunkt des Prozesses gefragt haben. Ein weiteres Thema war die Verjährung nationalsozialistischer Verbrechen, was die Öffentlichkeit, Politik und Justiz in diesen Jahren stark beschäftigte. Die sogenannte Verjährungsdebatte war noch nicht geführt, sodass Fritz Bauer davon ausgehen musste, mit dem Auschwitzprozess das letzte Mal NS Verbrecher anklagen zu können. Die Frage nach dem Vertreter der Nebenkläger aus der DDR, Friedrich Karl Kaul, zeigt, welchen Einfluss der Kalte Krieg und die Beziehungen der Bundesrepublik zur Deutschen Demokratischen Republik in der damaligen öffentlichen Meinung einnahm. Dem Ost-Berliner Star-Anwalt, wie er in der Presse gerne genannt wurde, warf man misstrauisch „Strafverteidigung als ideologische Offensive“ vor und integrierte somit den Ost-West Konflikt in den Prozess. Auf unser naives Erstaunen, was ein DDR-Anwalt in einem westdeutschen Prozess zu suchen habe, korrigierte Bauer unsere juristisch fehlerhaft gestellte Frage und überging wortlos deren Inhalt. Am Ende unseres kurzen Gesprächs steht eine Frage, deren Bedeutung sich in den vergangenen 49 Jahren verflüchtigt hat. „Wir hörten davon, dass sich dieser Prozess ungünstig für die Juden auswirken soll“ heißt es in unklarer Formulierung. Waren hier die schlechte Behandlung und die Demütigungen gemeint, die den Zeugen durch die Verteidiger erlitten haben? Ging es um Fragen nach der Kollaboration von Juden, eine Strategie, die gerne von der Verteidigung angewandt wurde? Fanden wir es problematisch, Juden nur noch als Opfer zu sehen? Fritz Bauers Antwort trägt zum Verständnis der Frage nichts bei. Er weist darauf hin, dass sich der Prozess nicht nur gegen die Ermordung von Juden richtete und deutete an, dass nicht sehr viele Juden unter den Zeugen zu finden seien. Dann ging er indirekt auf den sogenannten „Nerobefehl“ ein, den Wunsch Hitlers die Niederlage Deutschlands mit der Zerstörung der noch vorhandenen militärischen Infrastruktur zu rächen, was die Wehrmacht, wie er betonte, verweigerte. Die Auffassung, Hitler wollte das gesamte deutsche Volk bestrafen, war damals weit verbreitet. In meinem Geschichtsunterricht, dem es gerade noch gelang, die Epoche der Weimarer Republik zu erreichen, wurde jede weitere Erkundung der Zeit des Nationalsozialismus mit diesem Argument abgetan. Warum Fritz Bauer sich dieser merkwürdigen Apologetik bediente, sondern im Gegenteil, bedauerte, dass dieses Wissen in Deutschland nicht sehr verbreitet war, schien uns damals nicht bemerkenswert. Auch schien es niemanden gestört zu haben, dass dieses Gespräch inmitten einer bunten Mischung aus Texten über Exkursionen, Erfolgsmeldungen über nach Israel ausgewanderte Kameraden und Informationen über das linkszionistische Kibbuz-Netzwerk Ichud Habonim abgedruckt

wurde. Der Auschwitz-Prozess als ein Thema unter vielen Banalitäten. Die familiäre Absicht, die Verfolgungs- und Emigrationserfahrung nicht mit den eigenen Kindern zu teilen und die zionistische Zukunftsperspektive, die darauf abzielte, Deutschland und Europa zu verlassen, einem Land und einer Gesellschaft, die Mitte der 1960er Jahre, auch nach dem Eichmann-Prozess, noch kein Interesse an der Geschichte der Ermordung der europäischen Juden hatte. Diese beiden Faktoren verhinderte wohl, dass aus der Begegnung mit Fritz Bauer das prägende Erlebnis geworden ist, das es hätte sein können.„[1]

Soweit Cilly Kugelmann. Ich, Micha Brumlik habe dem nichts hinzuzufügen. Kugelmanns Erinnerungen an Fritz Bauer als eine eher periphere Gestalt unserer jüdischen Jugend zu Frankfurt am Main in den frühen 1960er Jahren spricht für sich.

 

 

 

 

 

[1] C.Kugelmann, Fritz Bauer hinterm swimming pool Fritz Bauer Institut / Rauschenberger, K. (Hrsg.)Rückkehr in Feindesland? Fritz Bauer in der deutsch-jüdischen Nachkriegsgeschichte

 

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Juli 5th, 2018 at 7:07 am

Deutschlandfunk| Auschwitz-Prozess: Renaissance der Auseinandersetzung mit Fritz Bauer

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Die erstaunliche Konjunktur von Fritz Bauer 50 Jahre nach dem Auschwitz-Prozess überrasche ihn nicht, sagte Micha Brumlik, Erziehungswissenschaftler und Publizist, im DLF. Mit wachsendem Abstand werde einem die Größe dieses Menschen erst wirklich bewusst. Durch sein Drängen und Insistieren musste sich die Gesellschaft der BRD mit den NS-Verbrechen auseinandersetzen.

Micha Brumlik im Gespräch mit Kathrin Hondl

Micha Brumlik, ehemaliger Leiter des Fritz-Bauer-Instituts, spricht gestikulierend in ein Mikrofon. (imago / IPON)

Micha Brumlik, ehemaliger Leiter des Fritz-Bauer-Instituts (imago / IPON)

Faszinierend sei, dass ein einziger Mensch durch seinen eisernen Willen und seine moralische Integrität die Gesellschaft dieses Landes dazu gebracht habe, sich ihrer Geschichte zu stellen, so Brumlik, ehemaliger Leiter des Fritz Bauer Instituts.

Am kommenden Donnerstag läuft der Film “Der Staat gegen Fritz Bauer” an. Darin geht es um das Zustandekommen des Auschwitz-Prozesses, für das der Hessische Generalstaatsanwalt Fritz Bauer gesorgt hatte.

Eine schwarz-weiß Aufnahme von Fritz Bauer aus dem Jahr 1961. (picture-alliance/ dpa /Goettert)Fritz Bauer verstand die Aufarbeitung der Nazi- Verbrechen als Voraussetzung einer demokratischen Nachkriegsgesellschaft. (picture-alliance/ dpa /Goettert)
Sie können das Gespräch mit Micha Brumlik mindestens sechs Monate in unserem Audio-Archiv nachhören.

 

Quelle: Deutschlandfunk

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September 28th, 2015 at 7:35 am

DER STAAT GEGEN FRITZ BAUER – ab 1.Oktober 2015 im Kino

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Die Bedeutung des hessischen Generalstaatsanwalts Fritz Bauer für das Zustandekommen der Auschwitz-Prozesse der 1960er Jahre ist unumstritten. Doch erst nach seinem Tod wurde sein entscheidender Verdienst um die Ergreifung Eichmanns bekannt. Grimme-Preisträger Lars Kraume (DIE KOMMENDEN TAGE) zeichnet mit DER STAAT GEGEN FRITZ BAUER nun das kraftvolle und fesselnde Porträt eines mutigen Mannes und dessen Kampf um Wahrheit und Gerechtigkeit. Unbeirrbar legte Bauer den Finger in die Wunde und schreckte dabei auch nicht vor unbequemen Fragen der Regierung Adenauer gegenüber zurück.

Burghart Klaußner (ELSER, DAS WEISSE BAND) verkörpert den Titelcharakter kongenial bis in die feinsten Details von Mimik und Gestik. Für die weiteren Rollen in seinem packenden, dichten Portrait der jungen BRD versammelte Lars Kraume mit Ronald Zehrfeld (BARBARA), Sebastian Blomberg (ZEIT DER KANNIBALEN), Lilith Stangenberg (DIE LÜGEN DER SIEGER) und Jörg Schüttauf (SO GLÜCKLICH WAR ICH NOCH NIE) ein hochkarätiges deutsches Schauspieler-Ensemble.

Inhalt

Frankfurt am Main 1957: Der hessische Generalstaatsanwalt Fritz Bauer (Burghart Klaußner) wird bewusstlos in seiner Badewanne aufgefunden. Auf dem Wannenrand: ein fast leeres Rotweinglas und ein nahezu volles Röhrchen Schlaftabletten. Ein gefundenes Fressen für den BKA-Mitarbeiter Paul Gebhardt (Jörg Schüttauf), denn hier wittert er seine Chance, den unliebsamen Generalstaatsanwalt loszuwerden. Er regt einen Polizeibeamten in Bauers Wohnung dazu an, einige weitere Schlaftabletten verschwinden zu lassen, um so den Anschein zu erwecken, Bauer habe einen Selbstmordversuch unternommen und sei in seinem Amt nicht mehr tragbar. Gegenüber dem ehrgeizigen Oberstaatsanwalt Ulrich Kreidler (Sebastian Blomberg) deutet Gebhardt an, dass man nur noch etwas mehr Druck ausüben müsse, um Bauer endlich zu Fall zu bringen.

Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus gelingt es Bauer jedoch rasch, seinen besorgten Vorgesetzten und Parteifreund, den hessischen Ministerpräsidenten Georg-August Zinn (Götz Schubert), zu beruhigen und die Selbstmord-Gerüchte zu zerstreuen. Read the rest of this entry »

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September 9th, 2015 at 11:45 am

Die Presse| Auschwitz-Prozess: “Das Böse bekam plötzlich Namen und Adresse”

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Auschwitz-Prozess in Frankfurt / Bild: (c) imago stock&people (imago stock&people) 

Am 19. August 1965 fielen nach 20 Monaten Verhandlung in Frankfurt die Urteile gegen 20 ehemalige SS-Männer. Vielen Beobachtern waren sie zu milde, der Auschwitz-Prozess gilt dennoch als Wendepunkt in der Geschichte.

   (DiePresse.com)

Das Ergebnis nach über drei Jahren Ermittlungen, 20 Monaten Verhandlung, der Anhörung von 356 Zeugen war ernüchternd: Nur wegen Beihilfe zum Mord verurteilte das Landgericht Frankfurt am Main am 19. August 1965 die Mehrzahl der Angeklagten in der Strafsache 4 Ks 2/63 gegen Robert Mulka und andere, besser bekannt als Auschwitz-Prozess. Trotzdem sehen viele Historiker den Prozess heute als Wendepunkt in der Geschichte: Erstmals habe er die Hölle des Holocaust einer breiten deutschen Öffentlichkeit bekannt gemacht. “Das Böse bekam plötzlich Namen und Gesicht, Alter und Adresse”, sagte der frühere Direktor des Fritz-Bauer-Instituts, Micha Brumlik.

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August 19th, 2015 at 6:06 am

STATEMENT VON VOLKER BOUFFIER: Zum 50. Jahrestag des Urteils im Frankfurter Auschwitz-Prozess

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„Ein Wendepunkt im Umgang mit den Verbrechen der Nationalsozialisten“

Anlässlich des 50. Jahrestages der Urteilsverkündung im Frankfurter Auschwitz-Prozess am morgigen Mittwoch hat der Bundesratspräsident und Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier dessen Bedeutung für die Aufarbeitung der deutschen Geschichte betont: „Vor 50 Jahren ging ein Prozess zu Ende, der einen Wendepunkt im Umgang mit den Verbrechen der Nationalsozialisten darstellt. Er hat den Opfern eine unüberhörbare Stimme verliehen und die Gräueltaten der Nationalsozialisten sichtbar gemacht. Er markierte das Ende der Verdrängung und den Beginn der offenen Auseinandersetzung mit dem Holocaust in Deutschland.“

Hintergrund

Der hessische Generalstaatsanwalt Fritz Bauer hatte am 20. Dezember 1963 in Frankfurt den Prozess gegen 22 Angeklagte eröffnet, die sich für ihre Beteiligung am Mord an Millionen Juden in Auschwitz verantworten sollten. Mehr als 350 Zeugen wurden im Verlauf des 20-monatigen Prozesses gehört, unter ihnen 211 Überlebende des Vernichtungslagers. „Fritz Bauer war ein unermüdlicher Kämpfer gegen das Vergessen und für die Gerechtigkeit. Er hat gegen massivste Widerstände durchgesetzt, dass die Täter vor Gericht kamen. Was viele verdrängen wollten, brachte der Prozess ans Licht. Er war ein Akt der Aufklärung, ein unübersehbares Zeugnis der Schuld nicht weniger Demagogen, sondern tausender Helfer beim geplanten und organisierten Mord an Millionen von Menschen“, so Ministerpräsident Volker Bouffier. „Am 19. August 1965 endete der Auschwitz-Prozess im Frankfurter Gallus-Gebäude mit der Verkündung der Urteile und Haftstrafen für 17 der Angeklagten. Für die Aufarbeitung der Verbrechen der Nationalsozialisten in Deutschland war er ein wichtiger erster Schritt.“

 

Quelle: Pressestelle Staatskanzlei Hessen

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August 18th, 2015 at 11:19 am

RBB| 50 Jahre nach den Urteilen im ersten Auschwitzprozess – Interview mit Micha Brumlik

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18.08.2015 | 06:20 Min. | Verfügbar bis 26.08.2015 | Quelle: Kulturradio vom rbb

Zwei Tage dauerte die Urteilsverkündung: am 19. und 20. August 1965 wurden im ersten Frankfurter Auschwitzprozess 17 Angeklagte verurteilt. Dabei standen in diesem größten Strafprozess der deutschen Nachkriegsgeschichte nicht die Befehlshaber vor Gericht, sondern die, die für die Umsetzung des Massenmordes in Auschwitz verantwortlich waren – vom ‘Funktionshäftling’ über den Apotheker bis zu Adjutanten des Lagerkommandanten. Für den damaligen hessischen Generalstaatsanwalt Fritz Bauer, dessen Rolle für die Aufarbeitung der Nazi-Gräuel in Ausstellung und Filmen gerade neu beleuchtet wird, ging es dabei auch darum, eine ‘Selbstaufklärung’ der deutschen Gesellschaft in Gang zu setzen. Welche Bedeutung diesem öffentlichen Prozess heute zukommt, erläutert Micha Brumlik, ehemaliger Direktor des Fritz-Bauer-Instituts in Frankfurt/M und Senior Advisor am Zentrum Jüdische Studien Berlin-Brandenburg.

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August 18th, 2015 at 11:17 am

JA| GOETHE-UNI: Erziehung ohne Auschwitz

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NS-Pädagogik ist in Frankfurt kein Pflichtfach mehr

23.07.2015 – von Astrid LudwigAstrid Ludwig

Im Geiste Adornos? Goethe-Universität Frankfurt/Main

© dpa

Micha Brumlik spricht von einem Skandal, der Jüdische Jugend- und Studentenverband Hessen kritisiert die Entscheidung scharf, der Asta der Goethe-Universität und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sind empört. Erheblicher Protest regt sich derzeit gegen die Entscheidung des Fachbereichs Erziehungswissenschaften an der Frankfurter Goethe-Universität, künftig die Vorlesungen zur Pädagogik in der NS-Zeit aus dem Curriculum für Lehramtsstudenten zu nehmen.

Sie sollen für den Besuch keine Credit Points, wichtige Leistungspunkte für das Studium, mehr erhalten. Das Studienangebot für angehende Lehrer zum Thema Indoktrination und Pädagogik im »Dritten Reich« soll nur noch als Spezialthema in Vertiefungsseminaren angeboten und bewertet werden. Zudem wurde das Studiengangs-Modul »Theorie und Geschichte« von zwei auf ein Semester gekürzt – auch Erziehungswissenschaftler erhalten dann nur noch die Hälfte an Credit Points.

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taz| Neuer Vorlesungskatalog der Goethe-Uni: NS-Pädagogik gestrichen

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An der Uni Frankfurt sollen Einführungsseminare zur NS-Pädagogik aus dem Veranstaltungskatalog verschwinden. Dagegen regt sich Kritik.

Eine Schulklasse zur NS-Zeit. Ein Schüler steht vor einer Tafel, auf der ein Davidstern zu sehen ist.

Eine deutsche Schule zur NS-Zeit: Unterricht in Rassismus und Antisemitismus. Foto: imago/United Archives International

Wie wurden Schüler während der Nazidiktatur pädagogisch indoktriniert? Und welche Lehren ziehen LehrerInnen heute daraus – wie halten sie dagegen, wenn Schüler sich untereinander als „Spasti“ oder „Jude“ beschimpfen? Themen, die der Frankfurter Professor Benjamin Ortmeyer in seinen Vorlesungen mit angehenden LehrerInnen und Erziehungswissenschaftlern diskutierte.

„Die Vorlesungen waren immer gut besucht. Er hätte die Veranstaltung auch zwei- oder dreimal anbieten können“, berichtet Daniel Katzenmaier, der Erziehungswissenschaften studiert und Mitglied im Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) ist.

Doch ab Herbst werden in Frankfurt vermutlich nicht mehr, sondern weniger Studierende über NS-Pädagogik debattieren. Der Fachbereich Erziehungswissenschaften der Goethe-Universität hat im Einvernehmen mit der für Lehrerbildung zuständigen Akademie für Bildungsforschung die Einführungsvorlesung zum kommenden Semester aus dem Curriculum der Lehramtsstudierenden genommen. Und zwar aus pragmatischen Gründen.

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Deutschlandradio Kultur| Vergeben als psychologische Geste – Micha Brumlik im Gespräch

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LÜNEBURGER AUSCHWITZ-PROZESS: Vergeben als psychologische Geste

Micha Brumlik im Gespräch mit Anke Schaefer und Christopher Ricke

Die Auschwitz-Überlebende Eva Kor sitzt am 21.04.2015 im Gerichtssaal in Lüneburg (Niedersachsen) (pa/dpa/Stratenschulte)
Die Auschwitz-Überlebende Eva Kor hat dem Angeklagten und früheren SS-Mann Otto Gröning vergeben (pa/dpa/Stratenschulte)

Darf es nach Auschwitz überhaupt ein Verzeihen geben? Darüber wird nach der öffentlichen Geste der Überlebenden Eva Kor im Prozess gegen den SS-Mann Otto Gröning diskutiert. Der Publizist Micha Brumlik warnt davor, von außen Urteile über die Handlungen der Opfer abzugeben.

Die öffentliche Vergebung der Auschwitz-Überlebenden Eva Kor im Prozess gegen den früheren SS-Mann Otto Gröning hat eine heftige Diskussion ausgelöst. Kor hatte ihm am zweiten Verhandlungstag dafür gedankt, dass er seine moralische Mitschuld eingestanden und den Holocaust nicht geleugnet habe.

Micha Brumlik, Erziehungswissenschaftler, Publizist und langjähriger Leiter des Fritz Bauer Instituts, bewertet die Geste Eva Kors vor allem als psychologische Handlung:

“Wenn es dieser alten Dame das Leben und Weiterleben erleichtert, zu vergeben, dann gibt es dagegen überhaupt nichts einzuwenden.”

Es bestünden allerdings Zweifel daran, ob der Täter tatsächlich aufrichtig bereut und sein Verbrechen eingesehen habe, so Brumlik:

“Wenn man sich die Begriffswahl ansieht, mit der er darüber gesprochen hat, wie die sterblichen Überreste der Ermordeten verbrannt wurden – wenn er davon geredet hat, dass diese ‘entsorgt’ wurden – dann lässt das nicht auf besonderes Feingefühl schließen.”

Gröning hatte “gute Gründe” für sein Schuldeingeständnis

Ein “etwas ausführlicheres Bekenntnis” des Angeklagten wäre seiner Auffassung nach sinnvoll gewesen, meinte Brumlik. Man dürfe nicht vergessen, dass Gröning gute Gründe gehabt habe, im Prozess auf diese Weise aufzutreten:

“Immerhin drohen ihm ja in seinem hohen Alter noch drei Jahre Gefängnis. Und in diesem Fall ist jeder gut beraten, wenn er vor Gericht seine Schuld eingesteht. Über die Authentizität dessen können wir nicht urteilen.”

Das Leid der Nebenkläger

Für die Nebenkläger sei es wichtig, dass das ihnen widerfahrene Leid in diesem Prozess auch offiziell als “moralisch verurteilungswürdig und abscheulich” festgehalten werden,  sagte Brumlik:

“Menschen reagieren auf erlittenes Unrecht unterschiedlich. Die einen wollen Gerechtigkeit, die anderen wollen sich von der Last des erlittenen Unrechts befreien. Ich glaube nicht, dass es gleichsam von außen möglich ist, hier Urteile abzugeben. Jedenfalls nicht über die Opfer.”

 

Quelle: Deutschlandradio Kultur

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April 28th, 2015 at 7:45 pm

TAZ| Erste deutsche Holocaust-Professur: Wurde auch Zeit

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Eine Professur für Holocaust-Forschung fehlte in Deutschland bisher. Am Fritz-Bauer-Institut in Frankfurt wird dies nun geändert.

Das KZ in Auschwitz als Forschungsgegenstand. Bild: ap

FRANKFURT AM MAIN taz | 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs wird es auch in Deutschland die erste reguläre Holocaust-Professur geben, eine Stelle, die sich einzig und alleine der Erforschung der Geschichte und Wirkung des Holocausts annimmt. Wie das hessische Wissenschaftsministerium in der vergangenen Woche mitteilte, entsteht sie am Fritz-Bauer-Institut in Frankfurt. Damit schließen die Hessen eine Lücke in der deutschen Forschungslandschaft.

Einen Master in Holocaust und Genocide Studies oder einen Bachelor in Holocaust-Forschung bieten Universitäten in Schweden, den Niederlanden, Österreich und den USA schon längst an – inklusive zugehöriger Professuren.

Auch in Deutschland forschen einige Institute dazu, beispielsweise das Institut für Zeitgeschichte in München, das Simon-Dubnow-Institut für Jüdische Geschichte und Kultur in Leipzig oder das Zentrum Jüdische Studien Berlin-Brandenburg. Eine Professur gibt es bislang aber nirgendwo.

Auch nicht am Frankfurter Fritz-Bauer-Institut. „Mit seiner Ausrichtung ist es in Deutschland einmalig“, erklärt Micha Brumlik, Senior Advisor am Zentrum Jüdische Studien Berlin-Brandenburg. Als einzige Einrichtung beschäftige sich das Fritz-Bauer-Institut schwerpunktmäßig mit der Erforschung des Holocausts und dessen Wirkung auf die folgenden Generationen.

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Written by lbucklitsch

April 23rd, 2015 at 9:45 am

TAZ| Jüdische Heimat Bundesrepublik

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ANTISEMITISMUS Wie steht es um die Juden in Europa? Nach den Anschlägen von Paris und Kopenhagen fordert Benjamin Netanjahu, sie sollten nach Israel auswandern. Doch Europa ist und wird auch jüdisch bleiben

VON MICHA BRUMLIK

Der israelische Premier Benjamin Netanjahu befindet sich im Wahlkampf und muss ernsthaft fürchten, im März abgewählt zu werden. Daher nutzt er jede Gelegenheit, sich ins rechte Licht zu setzen. Er schreckte daher auch nicht davor zurück, sich uneingeladen in die erste Reihe der großen Trauerdemonstration von Paris für die Opfer der islamistischen Mordtaten zu drängen. Die Hinterbliebenen der ermordeten Juden bedrängte er, die sterblichen Überreste der Opfer in Israel beisetzen zu lassen. Die Juden Frankreichs rief er zur Auswanderung auf. Jetzt, nach dem tödlichen Anschlag in Kopenhagen und der Ermordung eines jüdischen Wachmanns, steigerte er seine Rhetorik noch und forderte die Juden ganz Europas auf, nach Israel auszuwandern – in Netanjahus anmaßenden Worten sei dies ihre Heimat.

Bei alledem ist die Wahrscheinlichkeit, in Israel einem terroristischen Attentat zum Opfer zu fallen, keineswegs geringer als in Frankreich oder Dänemark. Allerdings, so viel ist einzuräumen, sind aus Frankreich ausgewanderte Juden in Israel vor Anpöbeleien in Schulen und auf Straßen sicher – anders als in französischen Vorstädten. Auch in Deutschland wurde vor beinahe zwei Jahren ein Rabbiner mit seiner kleinen Tochter auf offener Straße angegriffen, im vergangenen Sommer wurden zum ersten Mal seit 1945 auf deutschen Straßen wieder offen judenfeindliche Hassparolen geschrien. Daher sind auch hierzulande nicht wenige jüdische Familien verunsichert, manche überlegen, das Land zu verlassen.

Doch kann das nicht die richtige Antwort auf Terror und Antisemitismus sein. Treffender als es der neu gewählte Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, am 15. Januar in der Jüdischen Allgemeinen zu Protokoll gegeben hat, kann man es kaum ausdrücken: “Angst war noch nie ein guter Ratgeber. Und ich würde es auch als falsch empfinden, vor Terrorismus einzuknicken.”……

…………………..

Auch gehört ein Paul Celan, der für die Lyrik im Nachkriegsdeutschland bestimmend war, der deutschsprachigen jüdischen Kultur an, wenngleich der aus

Auch gehört ein Paul Celan, der für die Lyrik im Nachkriegsdeutschland bestimmend war, der deutschsprachigen jüdischen Kultur an, wenngleich der aus Czernowitz stammende Dichter ein Heimatloser war und blieb.

Pluralistische Demokratie

Es waren schließlich remigrierte jüdische Politologen, die der jungen Republik ihr Selbstverständnis als verfasster, pluralistischer Demokratie gaben: Ernst Fraenkel, Richard Löwenthal und Franz Neumann sowie Ossip Flechtheim, der an einer demokratisch-sozialistischen Option festhielt.

Aber auch eine wiedererstehende Judaistik verdankt zurückgekehrten Jüdinnen und Juden außerordentlich viel: Eine Neugründung dieses Fachs hätte es ohne Jacob Taubes und Marianne Awerbuch nicht gegeben.

Zu erinnern ist auch an Adolf Leschnitzer, der 1955 in Berlin die erste Honorarprofessur für die “Geschichte des deutschen Judentums” erhielt, sowie an den Religionswissenschaftler Hans-Joachim Schoeps und den Historiker Joseph Wulf – er verzweifelte tödlich an der Gleichgültigkeit Nachkriegsdeutschlands.

Zu nennen sind weiterhin bedeutende Pädagogen: Max Fürst, der uns ein anschauliches Bild der jüdischen Jugendbewegung in Weimar hinterlassen hat, der Erziehungswissenschaftler Ernst Jouhy, der nach einer Tätigkeit in der französischen Résistance Lehrer an der Odenwaldschule und dann Professor in Frankfurt wurde – vor allem aber auch Berthold Simonsohn, der nach leidvoller Haft in Theresienstadt, nach Jahren aktiver jüdischer Sozialarbeit als Professor in Frankfurt am Main Wiederbegründer der psychoanalytischen Pädagogik wurde.

Ohne Remigranten auch kein erneuertes deutsches Theater: die Schauspieler und Regisseure Fritz Kortner, Ernst Deutsch und Ida Ehre, Therese Giehse und Kurt Horwitz.

Sie alle, Männer und Frauen, sind bis heute Vorbilder im Kampf gegen Judenhass, Rassismus und Demokratieverachtung – egal, ob diese Haltungen von mörderischen, salafistischen Wirrköpfen oder dumpfen Wutbürgern wie den Pegida-Demonstranten an den Tag gelegt werden.

Für die Juden in der Bundesrepublik Deutschland gilt auch heute – mit Abstrichen -, was Bertolt Brecht 1952 in seiner “Kinderhymne” geschrieben hat: Und weil wir dies Land verbessern, lieben und beschirmen wir’s.

Das gilt, wie gesagt, nur mit Abstrichen. Denn “lieben” kann man – in den Worten des ehemaligen Bundespräsidenten Gustav Heinemann – allenfalls seine Frau, aber nicht seinen Staat.

Allemal aber genügt Respekt, um zu bleiben und die nach dem Nationalsozialismus unter Schmerzen erkämpfte demokratische Kultur vor Ort, also in Deutschland, zu verteidigen.

Intellektuell war die Gründung der Bundesrepublik Deutschland wesentlich Werk jüdischer RemigrantInnen

 stammende Dichter ein Heimatloser war und blieb.

Pluralistische Demokratie

Es waren schließlich remigrierte jüdische Politologen, die der jungen Republik ihr Selbstverständnis als verfasster, pluralistischer Demokratie gaben: Ernst Fraenkel, Richard Löwenthal und Franz Neumann sowie Ossip Flechtheim, der an einer demokratisch-sozialistischen Option festhielt.

Aber auch eine wiedererstehende Judaistik verdankt zurückgekehrten Jüdinnen und Juden außerordentlich viel: Eine Neugründung dieses Fachs hätte es ohne Jacob Taubes und Marianne Awerbuch nicht gegeben.

Zu erinnern ist auch an Adolf Leschnitzer, der 1955 in Berlin die erste Honorarprofessur für die “Geschichte des deutschen Judentums” erhielt, sowie an den Religionswissenschaftler Hans-Joachim Schoeps und den Historiker Joseph Wulf – er verzweifelte tödlich an der Gleichgültigkeit Nachkriegsdeutschlands.

Zu nennen sind weiterhin bedeutende Pädagogen: Max Fürst, der uns ein anschauliches Bild der jüdischen Jugendbewegung in Weimar hinterlassen hat, der Erziehungswissenschaftler Ernst Jouhy, der nach einer Tätigkeit in der französischen Résistance Lehrer an der Odenwaldschule und dann Professor in Frankfurt wurde – vor allem aber auch Berthold Simonsohn, der nach leidvoller Haft in Theresienstadt, nach Jahren aktiver jüdischer Sozialarbeit als Professor in Frankfurt am Main Wiederbegründer der psychoanalytischen Pädagogik wurde.

Ohne Remigranten auch kein erneuertes deutsches Theater: die Schauspieler und Regisseure Fritz Kortner, Ernst Deutsch und Ida Ehre, Therese Giehse und Kurt Horwitz.

Sie alle, Männer und Frauen, sind bis heute Vorbilder im Kampf gegen Judenhass, Rassismus und Demokratieverachtung – egal, ob diese Haltungen von mörderischen, salafistischen Wirrköpfen oder dumpfen Wutbürgern wie den Pegida-Demonstranten an den Tag gelegt werden.

Für die Juden in der Bundesrepublik Deutschland gilt auch heute – mit Abstrichen -, was Bertolt Brecht 1952 in seiner “Kinderhymne” geschrieben hat: Und weil wir dies Land verbessern, lieben und beschirmen wir’s.

Das gilt, wie gesagt, nur mit Abstrichen. Denn “lieben” kann man – in den Worten des ehemaligen Bundespräsidenten Gustav Heinemann – allenfalls seine Frau, aber nicht seinen Staat.

Allemal aber genügt Respekt, um zu bleiben und die nach dem Nationalsozialismus unter Schmerzen erkämpfte demokratische Kultur vor Ort, also in Deutschland, zu verteidigen.

Intellektuell war die Gründung der Bundesrepublik Deutschland wesentlich Werk jüdischer RemigrantInnen

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Written by lbucklitsch

Februar 23rd, 2015 at 8:08 am

70 Jahre nach Auschwitz – 27. Januar 2015

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Teilnehmer der Pressekonferenz am 26. Januar 2009 in Berlin

Im Wortlaut: “Vermächtnis der Überlebenden”

Erinnerung bewahren – authentische Orte erhalten – Verantwortung übernehmen

Wir, die Unterzeichnenden, Überlebende der deutschen Konzentrationslager, Frauen und Männer, vertreten Internationale Häftlingskomitees der Konzentrationslager und ihrer Außenkommandos. Wir gedenken unserer ermordeten Familien und der Millionen Opfer, die an diesen Orten der Asche getötet wurden. Ihre Verfolgung und Ermordung aus rassischen, politischen, religiösen, sozialen, biologischen und ökonomischen Gründen und ein verbrecherischer Krieg haben die Welt an den Rand des Abgrunds geführt und eine schreckliche Bilanz hinterlassen.

Nach unserer Befreiung schworen wir eine neue Welt des Friedens und der Freiheit aufzubauen: Wir haben uns engagiert, um eine Wiederkehr dieser unvergleichlichen Verbrechen zu verhindern. Zeitlebens haben wir Zeugnis abgelegt, zeitlebens waren wir darum bemüht, junge Menschen über unsere Erlebnisse und Erfahrungen und deren Ursachen zu informieren.

Gerade deshalb schmerzt und empört es uns sehr, heute feststellen zu müssen: Die Welt hat zu wenig aus unserer Geschichte gelernt. Gerade deshalb müssen Erinnerung und Gedenken weiterhin gleichermaßen Aufgabe der Bürger und der Staaten sein.

Die ehemaligen Lager sind heute steinerne Zeugen: Sie sind Tatorte, internationale Friedhöfe, Museen und Orte des Lernens. Sie sind Beweise gegen Verleugnung und Verharmlosung und müssen auf Dauer erhalten werden. Sie sind Orte der wissenschaftlichen Forschung und des pädagogischen Engagements. Die pädagogische Betreuung der Besucher muss ausreichend gewährleistet sein.

Die unvergleichlichen Menschheitsverbrechen der Nationalsozialisten – erinnert werden muss in diesem Zusammenhang vor allem an den Holocaust – geschahen in deutscher Verantwortung. Deutschland hat viel zur Aufarbeitung seiner Geschichte getan. Wir erwarten, dass die Bundesrepublik und ihre Bürger auch in Zukunft ihrer Verantwortung in besonderem Maße gerecht werden.

Aber auch Europa hat seine Aufgabe: Anstatt unsere Ideale für Demokratie, Frieden, Toleranz, Selbstbestimmung und Menschenrechte durchzusetzen, wird Geschichte nicht selten benutzt, um zwischen Menschen, Gruppen und Völkern Zwietracht zu säen. Wir wenden uns dagegen, dass Schuld gegeneinander aufgerechnet, Erfahrungen von Leid hierarchisiert, Opfer miteinander in Konkurrenz gebracht und historische Phasen miteinander vermischt werden. Daher bekräftigen wir den von der ehemaligen Präsidentin des Europäischen Parlaments und Auschwitz-Überlebenden Simone Veil vor dem Deutschen Bundestag 2004 ausgesprochenen Appell zur Weitergabe der Erinnerung: “Europa sollte seine gemeinsame Vergangenheit als Ganzes kennen und zu ihr stehen, mit allen Licht- und Schattenseiten; jeder Mitgliedstaat sollte um seine Fehler und sein Versagen wissen und sich dazu bekennen, mit seiner eigenen Vergangenheit im Reinen zu sein, um auch mit seinen Nachbarn im Reinen sein zu können.”

Unsere Reihen lichten sich. In allen Instanzen unserer Verbände, auf nationaler wie internationaler Ebene, treten Menschen an unsere Seite, um die Erinnerung aufzunehmen: Sie geben uns Vertrauen in die Zukunft, sie setzen unsere Arbeit fort. Der Dialog, der mit uns begonnen wurde, muss mit ihnen fortgeführt werden. Für diese Arbeit benötigen sie die Unterstützung von Staat und Gesellschaft.

Die letzten Augenzeugen wenden sich an Deutschland, an alle europäischen Staaten und die internationale Gemeinschaft, die menschliche Gabe der Erinnerung und des Gedenkens auch in der Zukunft zu bewahren und zu würdigen. Wir bitten die jungen Menschen, unseren Kampf gegen die Nazi-Ideologie und für eine gerechte, friedliche und tolerante Welt fortzuführen, eine Welt, in der Antisemitismus, Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus keinen Platz haben sollen.

Dies sei unser Vermächtnis.
Berlin, 25. Januar 2009

 

Noach Flug (Jerusalem)
Internationales Auschwitz Komitees

Sam Bloch (New York)
World Federation of Bergen-Belsen

Bertrand Herz (Paris)
Internationales Buchenwald Komitee

Max Mannheimer (München)
Internationales Dachau Komitee

Uri Chanoch (Jerusalem)
Internationales Komitee Nebenlager Dachau

Jack Terry (New York)
Internationales Flossenbürg Komitee

Albert van Hoey (Brüssel)
Internationales Komitee Mittelbau-Dora

Robert Pincon (Tours)
Internationales Neuengamme Komitee

Annette Chalut (Paris)
Internationales Ravensbrück Komitee

Pierre Gouffault (Paris)
Internationales Sachsenhausen Komitee

Written by lbucklitsch

Januar 26th, 2015 at 10:23 pm

DW| Nazis wurden zu schlechten US-Agenten

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Dass Nazis nach dem Zweiten Weltkrieg als Spione für US-Geheimdienste gearbeitet haben, ist bekannt. Jetzt haben US-Forscher herausgefunden, wie viele es waren und was sie bewirkt haben.

CIALogo auf dem Fußboden im Hauptquartier in Langley (Foto: Saul Loeb/AFP)

Klaus Barbie war einer der berüchtigtsten Nazis. Als “Schlächter von Lyon” ging der Gestapo-Mann in die Geschichte ein. Dennoch vergingen Jahrzehnte, bis er sich für seine Taten verantworten musste. Barbie war zwar ein Kriegsverbrecher – dennoch blieb er nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst unbehelligt. Denn er hatte einen mächtigen Verbündeten: die Spionageabwehr der US-Armee. Erst als Barbie in Bolivien enttarnt, in den 1980er Jahren an Frankreich ausgeliefert und dort verurteilt wurde, kam ans Licht der Öffentlichkeit, dass er und andere hochrangige Nazis nach Ende des Krieges für US-Geheimdienste tätig waren.

Konservative Schätzung

Jetzt haben US-Historiker die Kapitel der Geschichte umfassend analysiert und dabei auch die Qualität der durch die “Nazi-Spione” gelieferten Informationen untersucht. Nach Auswertung freigegebener US-Geheimdienstakten beziffern die Forscher die Zahl der Nazis, die nach dem Krieg für US-Dienste arbeiteten, auf mindestens 1000. “Das ist eine konservative Schätzung”, sagt Norman J. W. Goda, einer der beteiligten Historiker. “Die Schätzung basiert auf langwieriger Analyse der Akten. Aber die Wahrheit ist, wir haben keine exakte Zahl”, sagt der Professor für Holocaust-Studien an der Universität von Florida.

Nazi-Kriegsverbrecher Klaus Barbie während des Zweiten Weltkrieges (Foto: dpa)Nazi-Kriegsverbrecher Klaus Barbie: tätig für die Spionageabwehr der US-Armee

Denn nicht alle Akten wurden freigegeben, manche gingen möglicherweise verloren. Zudem spiegelt die Zahl 1000 nur die direkten, nicht aber die indirekten Beziehungen wider. Falls die von CIA oder FBI angeworbenen Nazis ihrerseits ehemalige Hitler-Schergen als Spione anheuerten, so sind diese nicht in der Schätzung enthalten – ebenso wenig wie die große Zahl an nicht-deutschen, Nazis in Ungarn, Rumänien oder der Ukraine. Während die genaue Zahl der zu Spionen umfunktionierten Nazis also offenbleibt, gibt es keine Zweifel am geringen Informationsgehalt, den die neuen Agenten ihren amerikanischen Auftraggebern lieferten.

Keine entscheidenden Informationen

“Es gibt keinen Fall, der uns bekannt ist, von dem man sagen, dort wurden entscheidende Informationen geliefert, etwa über die anstehende Berlin-Blockade oder etwas Ähnliches”, sagte Goda der Deutschen Welle. “Das ist einfach nie passiert.” Als Beispiel nennt er Wilhelm Höttl, einst Mitarbeiter des österreichischen Sicherheitsdiensts (SD), der nach dem Krieg von US-Geheimdiensten angeworben wurde. “Irgendwann fand die CIA heraus, dass die Geheimdienst-Berichte, die Wilhelm Höttl schrieb, auf Zeitungsartikeln basierten, die er gelesen hatte.”

Die von den Amerikanern rekrutierten Deutschen, so Goda, waren einfach keine guten Agenten, was dazu führte, dass viele von den Sowjets abgehört oder umgedreht wurden. Was die Forscher jedoch wirklich überraschte, war der Mangel an Informationen der US-Dienste über die Vergangenheit ihrer Rekruten. Dabei waren die betreffenden Akten häufig verfügbar und sogar unter amerikanischer Kontrolle. “Anders ausgedrückt: Es wäre sehr einfach gewesen, diese Dinge herauszufinden”, so Gota.

Unglaubliche Fälle

Wegen fehlender oder mangelnder Überprüfung wurden Männer angeworben, die persönlich an schweren Nazi-Verbrechen beteiligt waren. “Es gab einen Fall in den frühen 1950er Jahren, als die Spionageabwehr der US-Army einen Mann namens Hermann Höffle einstellte.” Doch der war zuvor ein leitender Mitarbeiter von Odilo Globocnik, einem österreichischen Nazi und SS-Führer, der im Zusammenhang mit der “Aktion Reinhard” für die Ermordung von mehr als einer Million Juden in Polen verantwortlich war. “Das war also kein unbekannter Gestapo-Mitarbeiter”, macht Forscher Goda deutlich. “Höffle war ein führender Mitarbeiter bei einer wichtigen Vernichtungskampagne in Polen.”

Joseph McCarthy (Foto: UPI)US-Senator Joseph McCarthy: “Paranoide Kommunistenfurcht”

US-Dienste warben Höffle an, um rechte Gruppen in der Gegend von München zu beobachten – ohne genau zu wissen, mit wem sie es zu tun hatten, betont Goda. “Die Tatsache, dass es überhaupt eine Beziehung zu diesem Mann gab, der später von den Westdeutschen verhaftet wurde, ist wirklich unglaublich.”

Dennoch ist es zu einfach, mit dem Wissen von heute die US-Geheimdienste von damals für die Anwerbung teils schwer belasteter Personen pauschal zu kritisieren. “In den USA herrschte eine Stimmung, in der man sich ernsthaft bedroht gefühlt hat”, sagt Micha Brumlik, ehemaliger Leiter des Frankfurter Fritz-Bauer-Instituts zur Holocaustforschung. Moralische Fragen spielten im Vergleich zur Eindämmung der Sowjetunion eine untergeordnete Rolle.

“Man darf auch nicht vergessen”, so Brumlik im DW-Interview, “dass zu Beginn der 1950er Jahre in den USA der sogenannte McCarthyismus herrschte, eine geradezu hysterische, paranoide Kommunistenfurcht. Und vor diesem Hintergrund scheute man sich dann auch nicht, Verbrecher in Dienst zu stellen, um diesen neuen – und wie man glaubte unglaublich gefährlichen – Gegner zu bekämpfen.”

Gefragt, ob man etwas aus dieser Episode für die Gegenwart lernen können, zeigen sich die Experten Brumlik als und Gota skeptisch. Es liege einfach in der Natur von Geheimdiensten, mit dubiosen oder belasteten Charakteren zusammenzuarbeiten. “Wenn es überhaupt eine Lehre gibt, dann ist es die, wirklich über seine Quellen Bescheid zu wissen”, sagt US-Historiker Gota.

 

Quelle: Deutsche Welle

Written by lbucklitsch

Oktober 29th, 2014 at 6:39 am

Anlässlich seines 111. Geburtstags ehrt das Frankfurter Logenhaus Dr. Fritz Bauer

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Die Veranstalter der folgenden Geburtstagsfeier baten uns, die Einladung auch an Sie alle weiterzuleiten, was wir hiermit gerne tun!
Seien Sie alle herzlich willkommen! 
Eine Anmeldung können wir wg. des grossen Interesses nur empfehlen. Bitte richten Sie diese an e.panne@mac.com.

Anlässlich seines 111. Geburtstags ehrt das Frankfurter Logenhaus Finkenhofstraße 17 

Dr. Fritz Bauer

Der ehemalige Hessische Generalstaatsanwalt und große Humanist (1903 – 1968)
wird an seinem Geburtstag, Mittwoch, den 16.7.2014, gewürdigt.

Die feierliche Veranstaltung beginnt um 20:00 Uhr im Großen Saal des Logenhauses.

Der mit dem Prädikat “besonders wertvoll” ausgezeichnete Dokumentarfilm

Fritz Bauer – Tod auf Raten
http://fritz-bauer-film.de

der preisgekrönten Regisseurin Ilona Ziok wird an diesem Abend wieder in Frankfurt am Main aufgeführt.
Seit seiner aufsehenerregenden Weltpremiere auf der Berlinale 2010 tourt der Film
nun im 5. Jahr erfolgreich durch Deutschland und um die Welt.

Umrandet wird der feierliche Abend von einem kurzen musikalischen Beiprogramm,
in dem gemeinsam bekannte Widerstands- und KZ-Lieder gesungen werden,
um so an Fritz Bauer zu erinnern, der vom Verfolgten des NS-Regimes zum Verfolger von NS-Verbrechern wurde, und in seinem Sinne der unzähligen Opfer der Nazis sowie der Mutigen im Widerstand gegen Hitler zu gedenken.

Die vorgesehenen Lieder:
Die Gedanken sind frei – Trotz alledem und alledem – Das Buchenwaldlied – Sag mir, wo die Blumen sind – We Are The World
Das Musikprogramm wird aufgezeichnet und in Ausschnitten mit Liedern bekannter Sänger kombiniert
als Bonus-CD zu der geplanten DVD des Films Ende des Jahres erscheinen.

Eine Diskussion über das Geburtstagskind mit spannenden Gästen ergänzt diese besondere Feier.

Written by lbucklitsch

Juli 8th, 2014 at 7:43 pm