Micha Brumlik, Publizist und Autor

Erziehungswissenschaft, Religionsphilosophie, Politik

Archive for the ‘Holocaust’ Category

Rede von Bundeskanzlerin Merkel auf der Zentralen Gedenkveranstaltung zum 80. Jahrestag der Reichspogromnacht am 9. November 2018

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Sehr geehrter Herr Bundespräsident,
sehr geehrter Herr Präsident des Bundestags,
sehr geehrter Herr Präsident des Bundesrats,
sehr geehrter Herr Schuster,
Exzellenzen,
liebe Kolleginnen und Kollegen aus dem Kabinett, der Bundesregierung und den Landtagen,
sehr geehrte Ehrengäste,

80 Jahre Pogromnacht – warum, meine sehr geehrten Damen und Herren, rede ich heute zu Ihnen über dieses Thema? Die erste offensichtliche Antwort ist die einfache Tatsache, dass die Pogromnacht heute 80 Jahre in der Vergangenheit liegt und es schon der Anstand gebietet, die Geschehnisse an einem Gedenktag auch durch die Bundeskanzlerin einzuordnen. Die Ereignisse der Novemberpogrome 1938 waren eine wichtige Wegmarke zum Zivilisationsbruch der Shoa. Die Folge waren sechs Millionen ermordete Juden und unsägliches Leid vieler weiterer Millionen Menschen. All dieses Leid kann man gar nicht benennen. Es fehlen mir hier die Worte.

Deshalb rede ich heute vor allem aus einem anderen Grund zu Ihnen. Ich rede zu Ihnen, weil diese geschichtlichen Ereignisse – der Zivilisationsbruch der Shoa – einzigartig, singulär waren, also noch nie da gewesen in ihrer Form mit allen abscheulichen Facetten, endend in – wenn wir es zynisch formulieren – Fabriken für einen industrialisierten Massenmord oder – präzise gesagt – in Konzentrationslagern und Todeslagern. Ich möchte heute diesen Tag und diese Gelegenheit deshalb dazu nutzen, gemeinsam mit Ihnen über drei Aspekte nachzudenken: Wie kam es dazu? Wie hat die Mehrheit der Bevölkerung reagiert? Was können wir daraus lernen?

Meine Damen und Herren, der 9. November 1938 war ein Tag in einer Reihe von Tagen und Nächten, in denen der Nationalsozialismus sein furchtbares Gesicht zeigte. Etwa 1.400 Synagogen, Gebetsräume und jüdische Versammlungsstätten wurden geplündert, zerstört und in Brand gesetzt. 7.500 Geschäfte von Juden wurden demoliert und ausgeraubt. Aus Nachbarn wurden Täter und Verbrecher. Viele bereicherten sich, hießen die Gewalt gut oder wurden selbst gewalttätig.

Seit 1933 war der Antisemitismus an der Macht. Die neuen politischen Rahmenbedingungen ermöglichten vielen Deutschen das Ausleben lange gehegter Ressentiments, das Ausleben von Hass und Gewalt. Es blieb nicht bei der Zerstörung jüdischer Gotteshäuser, Geschäfte und Existenzen. Im November 1938 wurden etwa 400 Menschen ermordet oder in den Suizid getrieben. 30.000 Juden wurden in Konzentrationslagern inhaftiert, Hunderte von ihnen ermordet. Mit den Novemberpogromen war der Weg in den Holocaust vorgezeichnet.

Wir Menschen, meine Damen und Herren, neigen an wichtigen Gedenktagen dazu, die Erinnerung ausschließlich auf diese Tage zu konzentrieren, und übersehen zu leicht, dass sie in der Regel nicht für sich stehen, sondern Teil eines Prozesses sind. Auch der 9. November stand nicht für sich. Wir alle wissen, was danach geschah – der Zivilisationsbruch der Shoa. Doch der Pogromnacht am 9. November 1938 ging auch etwas voraus, ohne dass sie nicht möglich gewesen wäre. Um das zu verstehen, lohnt ein Blick zurück in die Geschichte. Er kann im Rahmen einer solchen Rede selbstverständlich nur sehr kursorisch sein.

Hass auf die Juden gab es in Europa seit dem Mittelalter. Bis weit in das 19. Jahrhundert wurde dieser Hass vornehmlich religiös begründet. Ende des 19. Jahrhunderts wurden mit der industriellen Revolution die sozialen Fragen drängend, die säkularen Nationalstaaten gewannen an Bedeutung. In diesem Zusammenhang entstand der, wie es hieß, rassisch motivierte Antisemitismus. Er zielt auf rassistische Ausgrenzung, auf Vertreibung und in letzter Konsequenz auf Vernichtung. In der Weimarer Republik durften Juden seit 1919 erstmals in höchste Staatsämter aufsteigen. Dennoch blieb Antisemitismus auf der Tagesordnung – besonders bei denen, die der Demokratie feindlich gegenüberstanden.

Schon im Jahr 1920 veröffentlichte die NSDAP ihre sogenannten Lehr- und Grundsätze des Antisemitismus. Mit ihnen sollten die Juden davon ausgeschlossen werden, Staatsbürger zu sein. In den 20er Jahren, in denen die NSDAP diese Forderungen formulierte, standen viele Ereignisse für einen zunehmenden Antisemitismus – und zwar in Worten und Taten –, wie die Ermordung des Reichsaußenministers Walther Rathenau 1922 oder die Angriffe auf Juden im Berliner Scheunenviertel 1923.

Wir sehen also schon an diesem knappen historischen Abriss, dass das Unheil des Nationalsozialismus wahrlich nicht über Nacht kam, sondern stetig heranwuchs. Meine Damen und Herren, warum spreche ich so ausführlich über all das, was vor dem 9. November 1938 geschah, also vor 85, 90 und 95 Jahren?

Weil ich davon überzeugt bin, dass wir nur dann die richtigen Lehren für uns heute und in Zukunft ziehen können, wenn wir die Novemberpogrome 1938 als Teil eines Prozesses verstehen, dem mit der Shoa ein schreckliches Danach folgte, dem aber eben auch ein Davor vorausging.

Weil wir so sehen können, wohin es führt, wenn – wie im Nationalsozialismus – ein zuvor strafbares Verhalten erst geduldet und schließlich zum erwünschten Verhalten erklärt wird. Vorher beziehungsweise immer schon gehegte Vorurteile konnten nun ungestraft in offene Gewalt umschlagen. Begleitet wurde dies von dem Wegschauen, dem Schweigen, der Gleichgültigkeit, vor allem aber auch dem Mitlaufen einer großen Mehrheit der deutschen Bevölkerung.

Mit der Befreiung Deutschlands im Mai 1945 und dem anschließenden Neubeginn änderten sich die politischen Rahmenbedingungen. Die normative Abgrenzung von Rassismus und Antisemitismus war fundamental. Aber Rassismus, Antisemitismus und Vorurteile verschwanden nicht einfach.

Wenn wir heute – 80 Jahre nach den Novemberpogromen und fast 70 Jahre nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland – die Lage betrachten, dann bietet sich uns ein zwiespältiges Bild. Es gibt in Deutschland wieder blühendes jüdisches Leben – ein unerwartetes Geschenk nach dem Zivilisationsbruch der Shoa. Doch zugleich erleben wir einen besorgniserregenden Antisemitismus, der jüdisches Leben in unserem Land und anderen sicher geglaubten Orten der Welt bedroht. Dieser Antisemitismus entlädt sich zunehmend offen in einer teils ungehemmten Hetze im Internet wie auch ganz allgemein im öffentlichen Raum.

Leider haben wir uns beinahe schon daran gewöhnt, dass jede jüdische Einrichtung von der Polizei bewacht oder besonders geschützt werden muss – Synagoge, Schule, Kindergarten, Restaurant, Friedhof. Aber wir erschrecken uns über Angriffe auf Menschen, die eine Kippa tragen, und stehen fassungslos vor dem rechtsradikal motivierten Angriff auf ein jüdisches Restaurant im August dieses Jahres in Chemnitz. Das ist eine Form antisemitischer Straftaten, die schlimme Erinnerungen an den Beginn der Judenverfolgungen in den 30er Jahren wachruft.

Aber solche Vorfälle müssen nicht nur die Überlebenden der Shoa alarmieren – sie sind furchtbar für uns alle. Doch unser Erschrecken und unsere Fassungslosigkeit reichen nicht aus. Auch mit der Einsetzung eines Beauftragten der Bundesregierung für jüdisches Leben und den Kampf gegen Antisemitismus – so richtig und nachvollziehbar das ist – ist es nicht getan. Denn wir müssen zwei bohrende Fragen beantworten. Erstens: Was haben wir wirklich aus dem Zivilisationsbruch der Shoa gelernt? Zweitens – damit verbunden –: Sind unsere demokratischen Institutionen stark genug, um ein weiteres Erstarken oder gar eine Mehrheitsfähigkeit des Antisemitismus in Zukunft zu verhindern?

Vielleicht stellen wir uns für einen Moment vor, wie Menschen aus einer fernen Zukunft – sagen wir, im nächsten Jahrhundert – auf unsere heutige Welt schauen; auf eine Welt, die wieder bedroht ist, das Gemeinwohl aus dem Auge zu verlieren, weil sie Menschen aufgrund ihres Glaubens, ihrer Herkunft, ihres Andersseins ausgrenzt, ihnen einen Platz streitig machen will und sie bedroht. Wie also könnte in einer fernen Zukunft auf uns heute geschaut werden, wo sich der Umgang miteinander auf vielen Ebenen wieder deutlich verschärft? Wahrscheinlich mit völligem Unverständnis; und vielleicht auch mit Bedauern für uns heute, dass wir immer noch und wieder in der Gefahr stehen, schreckliche Fehler zu wiederholen und erfahren zu müssen, wohin die Spaltungsversuche einiger weniger führen können.

Unser Grundgesetz zieht die Lehre aus dem Grauen des Nationalsozialismus und dem Scheitern der Weimarer Republik, indem es in Artikel 1, Absatz 1 feststellt: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“ Das muss unbedingt die Richtschnur unseres Handelns sein; und zwar sowohl politisch als auch gesamtgesellschaftlich.

Was bedeutet das konkret?

Erstens. Jeder Mensch ist einzigartig. Niemals dürfen Gruppen pauschal qualifiziert und unsere Gesellschaft in „Wir“ und „Ihr“, „Wir“ und „die Anderen“ unterteilt werden. Jeder hat das Recht und den Anspruch, von den staatlichen Institutionen als Individuum wahrgenommen und behandelt zu werden.

Zweitens. Die Demokratie ist die beste aller denkbaren gesellschaftlichen Ordnungen, auch wenn das Leben in ihr manchmal kompliziert ist. Die Demokratie ist mehr als die Absicherung von Mehrheiten. Sie setzt auf Balance und Ausgleich von Mehrheit und Minderheit, Regierung und Opposition. Sie setzt auf die Teilung der Gewalten und braucht die Freiheit von Presse, Meinung und Kunst wie der Mensch die Luft zum Atmen. Die Demokratie schützt Minderheiten. Das bedeutet, dass bestmögliche Teilhabe aller am gesellschaftlichen Leben gewährleistet werden muss.

Drittens. Der Staat muss entschlossen und konsequent gegen Verunglimpfung, Ausgrenzung, Antisemitismus, Rassismus und Rechtsradikalismus vorgehen. Ebenso muss der Staat konsequent handeln, wenn Hass auf Juden und Hass auf Israel verbal und nonverbal von in unserem Lande lebenden Menschen ausgeht, die von einem anderen religiösen und kulturellen Hintergrund geprägt worden sind. Konkret: So wie es niemals einen Generalverdacht gegen muslimische Menschen geben darf, wenn im Namen ihrer Religion Gewalt verübt wird, so ist zugleich klar, dass sich jeder, der in unserem Land lebt, zu den Werten unseres Grundgesetzes bekennen muss.

Viertens. Bildungsarbeit hat den Auftrag, heutige antisemitische Angriffe und Ausschreitungen immer auch in einen historischen Zusammenhang zu stellen. Dazu ist geschichtliches Wissen, ist ein kritisches Geschichtsbewusstsein unverzichtbar. Ich zitiere den Historiker Professor Norbert Frei: „Denn das hat man nicht, sondern das erarbeitet man sich immer wieder neu. In diesem Sinne muss sich auch jede Generation aufs Neue um ein kritisch-aufgeklärtes Verhältnis zu unserer Vergangenheit bemühen. Wo dies geschieht,“ – so Norbert Frei weiter – „wird historisches Gedenken kein leeres Ritual. Sondern die Geschichte bleibt bedeutungsvoll, und es können sogar neue Fragen und Perspektiven entstehen.“

Fünftens. In diesem Zusammenhang kommt der Erinnerungsarbeit eine grundsätzliche Bedeutung zu. Bei der Verleihung des diesjährigen Friedenspreises des Deutschen Buchhandels hat das mit dem Preis ausgezeichnete Forscherehepaar Jan und Aleida Assmann auf die Bedeutung unseres kulturellen, unseres nationalen Gedächtnisses hingewiesen. Unsere Nation wird von ihnen beschrieben als „ein Verbund von Menschen, die sich auch an beschämende Episoden ihrer Geschichte erinnern und Verantwortung übernehmen für die ungeheuren Verbrechen, die in ihrem Namen begangen wurden“.

An Tagen wie heute innezuhalten und uns gemeinsam zu erinnern, ist deshalb wichtig. Ebenso, dass das Gedenken Orte braucht, die davon erzählen, was geschehen ist, und Orte, die an die Opfer erinnern und die Täter klar benennen – zum Beispiel das Denkmal für die ermordeten Juden Europas im Zentrum unserer Hauptstadt. Der unterirdische Ort der Information versucht, die Dimension der Shoa deutlich zu machen. Deshalb werden dort viele einzelne Namen genannt, um so – ich zitiere – „die unfassbare Zahl von sechs Millionen getöteten Juden in ihrer Abstraktion aufzulösen und die Opfer aus ihrer Anonymität zu befreien“.

Denn es geht um Menschen. Jeder einzelne von ihnen hatte einen Namen, eine einzigartige Würde und Identität. An diese Identität und Würde zu erinnern, hilft, nicht im Verlust stehenzubleiben. Es hilft, die Erinnerung nicht vom gegenwärtigen Leben abzukoppeln, sondern in unserem gegenwärtigen Leben immer wieder die Verbindung zur Vergangenheit herzustellen und darauf gründend die Zukunft zu gestalten – eine Zukunft, in der wir in jedem Menschen einen Menschen erkennen und uns von Mensch zu Mensch begegnen.

Meine Damen und Herren, heute leben wir einmal mehr in einer Zeit tiefgreifender Veränderungen. Rasante technologische Umbrüche machen Menschen Sorgen. Durch die Beschleunigung der Globalisierung und den digitalen Fortschritt fühlen sich nicht wenige zurückgelassen. In solchen Zeiten ist die Gefahr immer besonders groß, dass diejenigen Zulauf bekommen, die mit vermeintlich einfachen Antworten auf die Schwierigkeiten und Folgen der Umbrüche reagieren – einfache Antworten, die zu häufig auch mit einer Verrohung der Sprache auf den Straßen wie auch im Netz einhergehen. Das ist der Anfang, dem wir ganz entschieden entgegentreten müssen.

Deshalb gedenken wir heute mit dem Versprechen, dass wir uns den Angriffen auf unsere offene und plurale Gesellschaft entschlossen entgegenstellen. Wir gedenken mit dem Wissen, dass Grenzüberschreitungen und Verbrechen zuzuschauen in letzter Konsequenz bedeuten, mitzumachen. Wir gedenken in der Überzeugung, dass die demokratische Mehrheit wachsam bleiben muss. Es braucht normative Grenzziehungen. Der Rechtsstaat darf keine Toleranz zeigen, wenn Menschen aufgrund ihres Glaubens oder aufgrund ihrer Hautfarbe angegriffen werden.

Meine Damen und Herren, diese Schlüsse zu ziehen, ist unsere Aufgabe nicht allein an einem solchen Gedenktag. Wir sollten jeden Tag darüber nachdenken. Lassen Sie uns alle jeden Tag mit dem Verständnis von heute daran arbeiten, dass so etwas wie vor 80 Jahren nie wieder passiert. Das ist die Botschaft und die Essenz unseres heutigen Gedenkens.

Herzlichen Dank.

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November 9th, 2018 at 2:35 pm

Die Reichsprogromnacht am 9.November 1938

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DLF|Publizist Brumlik zu “Auschwitz on the beach”

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“Preis für das Erregen von Aufmerksamkeit ist zu hoch”
Micha Brumlik im Gespräch mit Vladimir Balzer und Axel Rahmlow

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Franco Berardi trage dazu bei, das historische Bewusstsein zu verunklaren, kritisiert Micha Brumlik die geplante documenta-Performance. (dpa / Hauke-Christian Dittrich)
Eine bei der documenta bevorstehende Performance sorgt für Aufregung. Mit “Auschwitz on the beach” würden alle verlieren, kritisiert der Publizist Micha Brumlik: Der Autor Franco Berardi selbst, die NS-Opfer und auch alle, die Flüchtlingen helfen.

“Das Schlimmste ist, dass diese Performance die Hilfsbereitschaft und das Engagement für die Flüchtlinge empfindlich beschädigt.” Das sagt Micha Brumlik, Publizist und Sohn jüdischer Flüchtlinge, über den documenta-Aufreger, die Performance “Auschwitz on the beach” des italienischen Aktivisten Franco Berardi. Außerdem trage Berardi dazu bei, das historische Bewusstsein zu verunklaren und zu verwischen, kritisiert Brumlik: “Der Preis für das Erregen von Aufmerksamkeit ist einfach zu hoch!”

Vorsicht beim Umgang mit historischen Wahrheiten
“Ich erwarte von einem Performance-Künstler, dass er sich mit der Geschichte des Vernichtungslagers auseinandergesetzt hat”, sagt Brumlik. Die Menschen seien von den Nationalsozialisten in die Gaskammern getrieben worden, die Flüchtlinge würden jedoch nicht bewusst ermordet. “Ich kann die Empörung darüber verstehen, dass eine Kaltherzigkeit in vielen europäischen Staaten gegenüber diesem Flüchtlingsschicksal vorherrscht, aber das darf nicht dazu führen, dass die historische Wahrheit verfälscht wird.”

“Ich glaube, dass er damit seinen eigenen Anliegen damit mindestens so sehr schadet, wie dem Gedenken an die ermordeten Opfer der Nationalsozialisten.” Die Performance zu verbieten, davon hält Brumlik dann aber doch nichts: “In Gottes Namen sollte es durchlaufen, Menschen sollen dagegen protestieren und das wird es dann auch gewesen sein.”

Mehr zum Thema
Aus den Feuilletons – “Auschwitz am Strand” – Darf man das?
(Deutschlandfunk Kultur, Kulturpresseschau, 20.08.2017)

“Der Aufstand” von Franco Berardi – “Demokratie als solche spielt keine Rolle mehr”
(Deutschlandfunk, Büchermarkt, 16.04.2015)

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August 22nd, 2017 at 6:50 am

swr| Gábor Paál im Gespräch mit Micha Brumlik

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15.6.2017 | 15.05 Uhr | 56:45 min

Verfügbar bis: 5.12.2022, 17.00

 

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Juni 14th, 2017 at 4:38 pm

neues deutschland: Brumlik für Behandlung von “Mein Kampf” an Schulen – “Hitler muss entmythologisiert werden”

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Der Erziehungswissenschaftler Micha Brumlik hat die Entscheidung des bayrischen Landtages begrüßt, die neue kommentierte Ausgabe von Hitlers “Mein Kampf” an Schulen zu behandeln. Es müsse darum gehen, den Autor zu “entmythologisieren”, schreibt Brumlik in einem Gastbeitrag für die in Berlin erscheinende Tageszeitung “neues deutschland” (Freitagausgabe). Lese man die vom Münchner Institut für Zeitgeschichte kommentierte Ausgabe, dann werde klar, dass Hitlers Weltanschauung “nichts anderes war als das wirre Konglomerat einer persönlichen Paranoia und esoterischer Wahnvorstellungen”, so der emeritierte Professor der Universität in Frankfurt am Main. Wie es geschehen konnte, “dass ein großer Teil der Deutschen diesem Mann und seiner Weltanschauung bis zum bitteren Ende eines Krieges ungebrochen folgte”, sei die entscheidende Frage, die “in einer Zeit, in der sich in Gestalt der AfD weltanschauliche Paranoia wieder politisch organisiert”, besonders dringend mit Schülern erörtert werden müsse.

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Mai 13th, 2016 at 8:31 am

JA| Appell an die Kultusminister: NS-Pädagogik soll Pflichtstoff werden

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von Astrid Ludwig

Mit einem bundesweiten Appell, die Verbrechen, Ideologie und Pädagogik der Nationalsozialisten zu einem festen Bestandteil im Studium der Erziehungswissenschaften zu machen, haben sich die Erziehungswissenschaftler Micha Brumlik und Benjamin Ortmeyer an die Kultusministerkonferenz, die Wissenschaftsministerien der Länder und die Hochschulen gewandt.

Die beiden Wissenschaftler haben die deutschlandweit einmalige Forschungsstelle für NS-Pädagogik an der Frankfurter Goethe-Universität aufgebaut und setzen sich seit Jahren dafür ein, dass die »Erziehung nach Auschwitz« kein Spezialthema im Studium angehender Pädagogen und Lehrer bleibt, sondern zum Pflichtprogramm zählt.

UNTERZEICHNER »Die Problematik und die Grenzen des pädagogischen Berufes wurden nirgends so deutlich wie in Theorie und Praxis der NS-Pädagogik, die ihren festen Bestandteil an der Verbreitung der NS-Ideologie und der Vorbereitung der mörderischen NS-Verbrechen hatte«, schreiben Brumlik und Ortmeyer in ihrem Appell, der von fast 200 Persönlichkeiten, Politikern und Wissenschaftlern unterzeichnet wurde.

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Oktober 22nd, 2015 at 2:36 am

main-echo| Benjamin Ortmeyer: Der Frankfurter Erziehungswissenschaftler fordert stärkere Auseinandersetzung mit NS-Zeit

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Er ist ein Mann kla­rer Wor­te und scheut kei­ne Kon­fron­ta­ti­on – auch wenn ihm das nicht im­mer Zu­stim­mung ein­bringt. Ben­ja­min Ort­mey­er ist Er­zie­hungs­wis­sen­schaft­ler und lei­tet die NS-For­schungs­s­tel­le an der Frank­fur­ter Goe­the-Uni­ver­si­tät.

In einem Appell, den er gemeinsam mit Micha Brumlik an die Kultusministerkonferenz, die Wissenschaftsministerien der Länder, das Bundeswissenschaftsministerium sowie alle Universitäten und Hochschulen in Deutschland richtet, ruft er dazu auf, dass die die Auseinandersetzung mit der NS-Zeit ihren festen Platz im Studium der Erziehungswissenschaften bekommen muss. Im Gespräch mit unserem Medienhaus erläutert er, warum er das für so wichtig hält.

Warum dieser Appell?
Es sind gebildete und Pädagogen nötig und zur Allgemeinbildung und einer humanistischen und demokratischen Orientierung wird auf jeden Fall die Auseinandersetzung mit den NS-Verbrechen, der NS-Ideologie und der NS-Pädagogik benötigt.

Glauben Sie, dass Pädagogen, die das verinnerlicht haben, eine Wissensänderung bei Schülern bewirken können?
In der Tat. Noch wichtiger als die Argumentation ist, dass die Jugendlichen spüren, dass jemand vor ihnen steht, der sich wirklich mit diesen Fragen auseinandergesetzt hat, der es ernst meint und der weiß, worum es geht. Das setzt Fachwissen plus wirkliche Auseinandersetzung voraus, aber auch eine humanistische Grundhaltung.

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Oktober 19th, 2015 at 5:28 am

Bundestagspräsident Lammert eröffnet die Ausstellung „Israelis & Deutsche“

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Donnerstag, 15. Oktober 2015, 19 Uhr
Paul-Löbe-Haus, Foyer

Die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Deutschland und Israel vor 50 Jahren ist Anlass für eine Ausstellung der Deutsch-Israelischen Gesellschaft e.V. Sie würdigt die in diesem halben Jahrhundert gewachsene Vielfalt der politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und gesellschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern. Dabei kommen vor allem die Menschen hinter den Schlagzeilen zu Wort, die durch ihren Einsatz neben den offiziellen diplomatischen Kooperationen zwischenmenschliche und oft freundschaftliche Verbindungen geschaffen haben. Die Ausstellung zeigt bewegende persönliche Geschichten, bisher unbekannte historische Fotografien und literarische Quellen.

Die Ausstellung wird von Bundestagspräsident Norbert Lammert in Anwesenheit des Botschafters des Staates Israel in Deutschland, Yakov Hadas-Handelsman, und des Präsidenten der Deutsch-Israelischen Gesellschaft e.V., Reinhold Robbe, eröffnet. Bei der Eröffnungsveranstaltung spielt das deutsch-israelische Ensemble „Spring in the Negev – Friends in Music“, das aus Musikern der Philharmonie der Nationen und des Israel Sinfonietta besteht. Die Leitung übernimmt Justus Frantz und der Solist ist der berühmte Klarinettist Giora Feidman.

Israelis & Deutsche. Die Ausstellung (Trailer) from Deutsch-Israelische Gesellschaft on Vimeo.

Die Ausstellung kann vom 16. Oktober bis 13. November 2015 besichtigt werden. Eine vorherige Anmeldung unter Tel. 030 227 38883oder info-ausstellung-plh@bundestag.de ist notwendig.

Nach der ersten Station im Deutschen Bundestag wird die Ausstellung dann bis Ende 2016 in 10 weiteren Städten gezeigt; eine hebräischsprachige Version wird in Israel an vier Standorten präsentiert. Weitere Informationen finden Sie unter: http://www.israelis-und-deutsche.de

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September 29th, 2015 at 11:36 am

RBB| 50 Jahre nach den Urteilen im ersten Auschwitzprozess – Interview mit Micha Brumlik

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18.08.2015 | 06:20 Min. | Verfügbar bis 26.08.2015 | Quelle: Kulturradio vom rbb

Zwei Tage dauerte die Urteilsverkündung: am 19. und 20. August 1965 wurden im ersten Frankfurter Auschwitzprozess 17 Angeklagte verurteilt. Dabei standen in diesem größten Strafprozess der deutschen Nachkriegsgeschichte nicht die Befehlshaber vor Gericht, sondern die, die für die Umsetzung des Massenmordes in Auschwitz verantwortlich waren – vom ‘Funktionshäftling’ über den Apotheker bis zu Adjutanten des Lagerkommandanten. Für den damaligen hessischen Generalstaatsanwalt Fritz Bauer, dessen Rolle für die Aufarbeitung der Nazi-Gräuel in Ausstellung und Filmen gerade neu beleuchtet wird, ging es dabei auch darum, eine ‘Selbstaufklärung’ der deutschen Gesellschaft in Gang zu setzen. Welche Bedeutung diesem öffentlichen Prozess heute zukommt, erläutert Micha Brumlik, ehemaliger Direktor des Fritz-Bauer-Instituts in Frankfurt/M und Senior Advisor am Zentrum Jüdische Studien Berlin-Brandenburg.

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August 18th, 2015 at 11:17 am

Berlin| Engagement für Stolpersteine

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Jede interessierte Person kann sich allein oder gemeinsam mit anderen auf unterschiedliche Art und Weise für das Projekt Stolpersteine engagieren, zum Beispiel indem sie einen beliebig hohen Betrag spendet, um somit die Verlegung eines Steins zu ermöglichen.


Es können sich auch Einzelpersonen, Gruppen, Hausgemeinschaften, Familien, Schulklassen, politische Gruppierungen überlegen, dass sie für eine bestimmte Person einen Stolperstein verlegen lassen möchten. In einem solchen Fall können schon im Vorfeld Recherchen vorgenommen werden, die Koordinierungsstelle Stolpersteine Berlin unterstützt eine solche Initiative gern mit Hinweisen und Recherchetipps. Sollte bereits im Vorfeld eine Entscheidung für einen Berliner Bezirk gefallen sein, in dem die Stolpersteine verlegt werden sollen, kann man sich auch ganz gezielt an eine der zahlreichen Stolperstein-Initiativen wenden und mit ihrer Unterstützung einen Stolperstein initiieren. Abhängig davon, wie viele biographische Daten bereits bekannt sind, kommen in einem solchen Fall auf die Initiatoren noch entsprechende Recherchen zu.

Einen ähnlichen Weg können auch Angehörige von Verfolgten des Nationalsozialismus gehen. Auf der Grundlage ihres vorhandenen Wissens können sie beispielsweise bei der zuständigen bezirklichen Initiative eine Verlegung beantragen. Sind die familiär überlieferten Informationen rudimentär, können Angehörige gerne bei der Koordinierungsstelle zunächst um Hilfe bei den Recherchen biographischer Daten bitten. Read the rest of this entry »

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Juni 13th, 2015 at 8:34 am

NZ| Deutsch-Israelische Beziehungen: Es ist kompliziert

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Im Jahr 2008 hält Bundeskanzlerin Merkel eine Rede vor dem israelischen Parlament, wobei sie die historische Verantwortung Deutschlands als Staatsräson ihres Landes bezeichnet.
Im Jahr 2008 hält Bundeskanzlerin Merkel eine Rede vor dem israelischen Parlament, wobei sie die historische Verantwortung Deutschlands als Staatsräson ihres Landes bezeichnet. (Bild: Keystone / Peer Grimm)
Die Beziehungen zwischen Deutschland und Israel sind seit dem Zweiten Weltkrieg durch die deutsche Schuld geprägt. Der Wandel der deutschen Gesellschaft könnte das Verhältnis nachhaltig verändern.

Es ist der 11. August 1965, als Rolf Friedemann Pauls als erster deutscher Botschafter seinen Fuss auf israelischen Boden setzt. Wenige Monate zuvor, am 12. Mai 1965, hatten sich Israel und Deutschland auf die Aufnahme von diplomatischen Beziehungen geeinigt – 20 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Pauls will nach vorne blicken: «Wir beginnen unsere Arbeit in Israel mit großer Zuversicht», sagt er. In Israel sieht man das anders: Die Israeli empfangen den ehemaligen Wehrmachtsoffizier, der einen Arm an der Ostfront verlor, mit heftigen Demonstrationen, an denen Steine und Flaschen fliegen. Auf ihren Transparenten fordern sie «Pauls raus!» oder «Wir wollen ein Israel frei von Deutschen!». Pauls erinnert sich später in einem Brief: «Ohne das Eingreifen berittener Polizei hätte meine Abfahrt in einem Chaos geendet.» Wenige Tage später wird auch Asher Ben Nathan in Bonn begrüsst, «ohne Euphorie», wie er später sagen wird. Israels erster Botschafter in Deutschland spricht mit österreichischem Akzent: Er wurde in Wien geboren und floh 1938 vor den Nazis nach Palästina. Auch Ben Nathan tritt sein Amt positiv gestimmt an. Eine bessere Zukunft, Friede und Wohlstand zwischen den beiden Völkern sind ihm ein Anliegen. Und noch etwas ist ihm sehr wichtig: Er sagt, dass er die Worte «vergessen» und «verzeihen» nie in den Mund nehmen werde.

Die DDR als Stein im Weg

50 Jahre später sind die deutsch-israelischen Beziehungen an einem Punkt, an dem sie damals wohl niemand vermutet hätte. Am 12. Mai werden Politiker in Berlin und Jerusalem mit einem Festakt das Jubiläum feiern. Sie werden von Verantwortung und moralischer Verpflichtung sprechen und darüber, wie gut die Verbindungen zwischen den beiden Ländern heute sind. In vielerlei Hinsicht ist das tatsächlich so: Die Zahl der israelischen Touristen in Berlin hat sich in den vergangenen zehn Jahren verfünffacht. Rund 100 000 Israeli besitzen heute einen deutschen Pass. Bundeskanzlerin Angela Merkel ist eine der beliebtesten ausländischen Politikerinnen in Israel. Umgekehrt ist bei jungen Deutschen kaum ein Land als Reiseziel so beliebt wie Israel, deutsche Billigairlines fliegen mehrmals täglich nach Tel Aviv. Zwei Drittel der jungen Freiwilligen in Israel, die sich um Holocaustüberlebende oder Friedensinitiativen bemühen, sind Deutsche.

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Deutschlandradio Kultur| Vergeben als psychologische Geste – Micha Brumlik im Gespräch

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LÜNEBURGER AUSCHWITZ-PROZESS: Vergeben als psychologische Geste

Micha Brumlik im Gespräch mit Anke Schaefer und Christopher Ricke

Die Auschwitz-Überlebende Eva Kor sitzt am 21.04.2015 im Gerichtssaal in Lüneburg (Niedersachsen) (pa/dpa/Stratenschulte)
Die Auschwitz-Überlebende Eva Kor hat dem Angeklagten und früheren SS-Mann Otto Gröning vergeben (pa/dpa/Stratenschulte)

Darf es nach Auschwitz überhaupt ein Verzeihen geben? Darüber wird nach der öffentlichen Geste der Überlebenden Eva Kor im Prozess gegen den SS-Mann Otto Gröning diskutiert. Der Publizist Micha Brumlik warnt davor, von außen Urteile über die Handlungen der Opfer abzugeben.

Die öffentliche Vergebung der Auschwitz-Überlebenden Eva Kor im Prozess gegen den früheren SS-Mann Otto Gröning hat eine heftige Diskussion ausgelöst. Kor hatte ihm am zweiten Verhandlungstag dafür gedankt, dass er seine moralische Mitschuld eingestanden und den Holocaust nicht geleugnet habe.

Micha Brumlik, Erziehungswissenschaftler, Publizist und langjähriger Leiter des Fritz Bauer Instituts, bewertet die Geste Eva Kors vor allem als psychologische Handlung:

“Wenn es dieser alten Dame das Leben und Weiterleben erleichtert, zu vergeben, dann gibt es dagegen überhaupt nichts einzuwenden.”

Es bestünden allerdings Zweifel daran, ob der Täter tatsächlich aufrichtig bereut und sein Verbrechen eingesehen habe, so Brumlik:

“Wenn man sich die Begriffswahl ansieht, mit der er darüber gesprochen hat, wie die sterblichen Überreste der Ermordeten verbrannt wurden – wenn er davon geredet hat, dass diese ‘entsorgt’ wurden – dann lässt das nicht auf besonderes Feingefühl schließen.”

Gröning hatte “gute Gründe” für sein Schuldeingeständnis

Ein “etwas ausführlicheres Bekenntnis” des Angeklagten wäre seiner Auffassung nach sinnvoll gewesen, meinte Brumlik. Man dürfe nicht vergessen, dass Gröning gute Gründe gehabt habe, im Prozess auf diese Weise aufzutreten:

“Immerhin drohen ihm ja in seinem hohen Alter noch drei Jahre Gefängnis. Und in diesem Fall ist jeder gut beraten, wenn er vor Gericht seine Schuld eingesteht. Über die Authentizität dessen können wir nicht urteilen.”

Das Leid der Nebenkläger

Für die Nebenkläger sei es wichtig, dass das ihnen widerfahrene Leid in diesem Prozess auch offiziell als “moralisch verurteilungswürdig und abscheulich” festgehalten werden,  sagte Brumlik:

“Menschen reagieren auf erlittenes Unrecht unterschiedlich. Die einen wollen Gerechtigkeit, die anderen wollen sich von der Last des erlittenen Unrechts befreien. Ich glaube nicht, dass es gleichsam von außen möglich ist, hier Urteile abzugeben. Jedenfalls nicht über die Opfer.”

 

Quelle: Deutschlandradio Kultur

Written by lbucklitsch

April 28th, 2015 at 7:45 pm

TAZ| Erste deutsche Holocaust-Professur: Wurde auch Zeit

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Eine Professur für Holocaust-Forschung fehlte in Deutschland bisher. Am Fritz-Bauer-Institut in Frankfurt wird dies nun geändert.

Das KZ in Auschwitz als Forschungsgegenstand. Bild: ap

FRANKFURT AM MAIN taz | 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs wird es auch in Deutschland die erste reguläre Holocaust-Professur geben, eine Stelle, die sich einzig und alleine der Erforschung der Geschichte und Wirkung des Holocausts annimmt. Wie das hessische Wissenschaftsministerium in der vergangenen Woche mitteilte, entsteht sie am Fritz-Bauer-Institut in Frankfurt. Damit schließen die Hessen eine Lücke in der deutschen Forschungslandschaft.

Einen Master in Holocaust und Genocide Studies oder einen Bachelor in Holocaust-Forschung bieten Universitäten in Schweden, den Niederlanden, Österreich und den USA schon längst an – inklusive zugehöriger Professuren.

Auch in Deutschland forschen einige Institute dazu, beispielsweise das Institut für Zeitgeschichte in München, das Simon-Dubnow-Institut für Jüdische Geschichte und Kultur in Leipzig oder das Zentrum Jüdische Studien Berlin-Brandenburg. Eine Professur gibt es bislang aber nirgendwo.

Auch nicht am Frankfurter Fritz-Bauer-Institut. „Mit seiner Ausrichtung ist es in Deutschland einmalig“, erklärt Micha Brumlik, Senior Advisor am Zentrum Jüdische Studien Berlin-Brandenburg. Als einzige Einrichtung beschäftige sich das Fritz-Bauer-Institut schwerpunktmäßig mit der Erforschung des Holocausts und dessen Wirkung auf die folgenden Generationen.

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Written by lbucklitsch

April 23rd, 2015 at 9:45 am