Micha Brumlik, Publizist und Autor

Erziehungswissenschaft, Religionsphilosophie, Politik

Archive for the ‘Frankfurt’ tag

JA| »Diese Trümmer waren schön«

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Der Platz war magisch«, erinnert sich die Schriftstellerin Eva Demski. Sie gehörte zu den Aktivisten, die im August 1987 den Frankfurter Börneplatz für mehrere Tage besetzten. Zuvor wurden dort bei Bauarbeiten für die Frankfurter Stadtwerke Fundamente von 19 Häusern der zwischen 1874 und 1884 abgerissenen Judengasse freigelegt.

Zur Besetzung der Baustelle kam es, als die Stadt einen Baustopp ablehnte. Der Platz wurde anschließend von der Polizei geräumt. Nur fünf Hausfundamente blieben erhalten. Heute bilden sie das Zentrum des Museums Judengasse, einer Dependance des Jüdischen Museums Frankfurt.

Die Frankfurter Judengasse war 1462 als erstes jüdisches Ghetto Europas eingerichtet worden und war lange Zeit eines der bedeutendsten Zentren des deutschsprachigen aschkenasischen Judentums. Die Ausgrabungen von 1987 stellten den bis dahin größten archäologischen Fund einer europäischen jüdischen Siedlung der Frühen Neuzeit dar.

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August 24th, 2017 at 7:59 am

FR| Juden-Ghetto in Frankfurt: Bauen auf Ghetto-Überresten?

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Vor 30 Jahren wollten Besetzer verhindern, dass das Juden-Ghetto am Börneplatz in Frankfurt bebaut wird. Micha Brumlik war dabei und blickt zurück.

Herr Brumlik, im Frühjahr 1987 stießen Bauarbeiter bei der Ausschachtung für das neue Kundenzentrum der Stadtwerke am Börneplatz auf Überreste des alten jüdischen Ghettos. Wie haben Sie reagiert, als Sie diese Nachricht erreichte? 
Ich war überrascht, aufgeregt und etwas erfreut. Man hätte natürlich wissen können und müssen, dass an dieser Stelle früher das alte jüdische Ghetto lag. Aber offenbar gab es niemanden in der Stadt, der daran auch nur gedacht hätte, nicht mal im Bauamt. Das war ein großer Unterschied zum Beispiel zu der Stadt Köln. Dort blieben die Überreste der jüdischen Welt stets im kommunalen Gedächtnis.

Woran lag es, dass es in Frankfurt damals so anders war? 
Ich denke, man könnte von einer kollektiven Amnesie sprechen. Frankfurt hatte sich nach der nationalsozialistischen Terrorherrschaft sehr stark dem städtebaulichen Neuanfang verschrieben. Es gab zwar in der Stadt Intellektuelle von Rang, wie etwa die Philosophen der Frankfurter Schule. Aber es gab kein historisches Bewusstsein.

War das nicht Teil einer großen Verdrängung der nationalsozialistischen Vergangenheit? 
Man kann es Verdrängung nennen oder auch stadthistorische Vergesslichkeit.

 

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August 19th, 2017 at 1:23 pm

hr2 – Das aktuelle Kulturgespräch mit Micha Brumlik – Frankfurter Judengasse

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Dauer: 00:10:31 Die archäologischen Funde des jüdischen Ghettos am Frankfurter Börneplatz lösten 1987 eine Auseinandersetzung darum aus, wie nach dem Holocaust mit Zeugnissen jüdischer Geschichte umzugehen sei. Es ging um die Deutung: Waren die Reste des Ghettos eher Zeugnisse eines Schutzraumes für die Juden oder ihrer Ausgrenzung? Führte ein direkter Weg von den frühneuzeitlichen zu den nationalsozialistischen Ghettos? Außerdem stellte sich nach dem Streit um das Fassbinder-Stück „Der Müll, die Stadt und der Tod“ zwei Jahre zuvor am Schauspiel Frankfurt auch die Frage, ob sich im Umgang mit den archäologischen Funden womöglich antisemitische Ressentiments zeigten. Nun, 30 Jahre danach, will ein Symposium des Fritz Bauer Instituts und des Jüdisches Museums Frankfurt die Streitpunkte neu bewerten. Daran teil nimmt auch der Publizist und frühere Leiter des Fritz Bauer Instituts Micha Brumlik, der uns im Gespräch noch einmal die unterschiedlichen Positionen darlegt.

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August 19th, 2017 at 1:21 pm

Hintergrund: Frankfurter Judengasse

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Diese Site bietet einen Überblick über die Geschichte der Judengasse in Frankfurt am Main, ihre Bewohner, die Häuser und das Leben im Ghetto über die Jahrhunderte. Anhand der farbig markierten Bereiche können Sie leicht zwischen den Inhalten navigieren. Die Abbildungen können mit einem Klick vergrößert werden. 

In der Frankfurter Judengasse, dem Ghetto, mußte die jüdische Bevölkerung über 400 Jahre wohnen. Die Gasse lag außerhalb der Stadtmauer im Osten der Stadt Frankfurt und verlief in einem leichten Bogen von der heutigen Konstablerwache fast bis zum Main hin. Sie war ca. 330 m lang, drei bis vier Meter breit, hatte drei Stadttore, die nachts sowie an Sonn- und (christlichen) Feiertagen geschlossen waren; die jüdische Bevölkerung war zu diesen Zeiten eingesperrt.
Zu Beginn waren es wohl 15 Familien, die in der Gasse lebten, im 16. Jahrhundert stieg die Zahl der Einwohner in der Judengasse auf ungefähr 3.000 Menschen an.
Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Judengasse in zwei Phasen abgerissen und der Großteil der Bevölkerung zog in die nahegelegenen Häuser im Ostend um. Am südlichen Ende der ehemaligen Judengasse, die 1885 den Namen Börneplatz erhielt, wurde 1882 eine neue Synagoge eingeweiht. Nach 1945 blieb das Areal unbeachtet. Es wurde als Parkplatz, als Tankstelle und Blumengroßmarkt genutzt, bis die Stadtwerke ihr neues Verwaltungszentrum dort errichten wollten.

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August 19th, 2017 at 1:19 pm

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TAZ| FRANKFURT AM MAIN IM HERBST 1969 – Dr. Willi Lautemann

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VON MICHA BRUMLIK

Neulich in Zehlendorf: Party eines Verlages, nach dem dareinst eine ganze Kultur Westdeutschlands genannt wurde. Präsentiert wurde die Neuausgabe einer späten Erzählung von Wolfgang Köppen (1906–1996), in der er sich seiner frühen Jahre besann: „Jugend“. Beim Sturm auf das Buffet begegnete ich einer Dame, die ich irgendwie kannte – nach einem kurzen Wortwechsel entsann ich mich dunkel an Ort und Zeit: Frankfurt am Main im Herbst 1969, das philosophische Seminar im alten Hauptgebäude der Universität, ein damals von Trauer und Diadochenkämpfen gezeichneter Ort: war doch Anfang August Theodor W. Adorno gestorben und die Frage, wer die legitimen Erben der „Kritischen Theorie“ seien, erhitzte die Gemüter.

Nach ein paar kurzen Wortwechseln stellte sich die Dame als die Autorin Gisela von Wysocki heraus, die soeben – vor vierzehn Tagen – einen neuen Roman publiziert hatte: „Wiesengrund“. Der Roman erzählt, wie die aus Österreich kommende Icherzählerin schon als Mädchen von den Radiovorträgen Adornos fasziniert war, nach Frankfurt ging, um dem Philosophen zu lauschen und wie sie schließlich seine Zuneigung gewann.

Ich verschlang den Roman, den mir die Gastgeberin großzügig überließ, bereits am nächsten Tag, spielte doch neben dem „Wiesengrund“ genannten Adorno eine weitere Gestalt eine erhebliche Rolle: ein Mann namens Rahlsberger, von dem das Lesepublikum glauben könnte, der dichterischen Phantasie der Autorin entsprungen zu sein.

Kannte doch die neuere deutsche Literatur seit der Romantik genau solche Typen: kleine, bisweilen dämonisch wirkende, körperlich stigmatisierte, gleichwohl oder eben deshalb intensivst lebende Männer – zu denken ist etwa an Thomas Manns „kleinen Herrn Friedemann“ oder eben und vor allem an E.T.A. Hoffmanns „Klein Zaches.“

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Oktober 4th, 2016 at 4:47 pm

TAZ| Flüchtlinge und Holocaustgedenken: Das Trauma am Ende der Treppe

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Museen und Gedenkstätten suchen nach neuen Wegen, um Flüchtlinge über Nationalsozialismus und Holocaust zu informieren.

BERLIN taz | Die Luft staut sich, die Zellenwände drücken. Die Gedenkstätte des Gestapo-Gefängnisses Köln katapultiert die Gräuel der NS-Zeit ins Jetzt – und den jungen Flüchtling zurück in den Krieg. Unvermittelt rastet er aus. Stürzt nach vorne. Sein Kopf prallt gegen eine Wand. Fest muss ihn ein Mann umklammern, bis er sich wieder beruhigt.

Die beklemmende Enge hat den jungen Asylbewerber in sein eigenes Trauma zurückgeworfen, als er mit seiner Berufsschulklasse das NS-Dokumentationszentrum in Köln besucht und die steile Treppe in das ehemalige Gefängnis hinabsteigt.

„Niemand war darauf vorbereitet“, sagt Barbara Kirschbaum, Leiterin der Bildungsarbeit in der Gedenkstätte. Ihre Einrichtung sei daher „sehr zurückhaltend“, wenn es darum geht, die dortige Geschichte an Flüchtlinge zu vermitteln, die noch nicht lange hier sind. Es sei wichtig, vorab viel zu besprechen. „Und eventuell wird man die Gedenkstätte rauslassen.“ Denn egal, wie gut die Vorbereitung auch sei: Am Ende der Treppe überfalle manche wieder die Erinnerung an die eigenen traumatischen Erlebnisse, sagt Kirschbaum.

Solche Erfahrungen zeigen, vor welche Herausforderungen die Museen und Gedenkstätten sich derzeit gestellt sehen – vor allem, wenn Integration von Geflüchteten in Deutschland nicht nur Spracherwerb und Arbeit bedeutet, sondern auch das Verständnis der deutschen Geschichte einschließen soll.

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Januar 28th, 2016 at 4:10 am

Deutschlandfunk| Jüdisches Museum Frankfurt am Main: Neue Erzählformate für jüdische Geschichte

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Eine offensive Onlinestrategie ist die Hauptprogrammatik der neuen Chefin des Jüdischen Museums in Frankfurt am Main. Mirjam Wenzel will das Internet zu einem gleichwertigen Museumsraum machen. Damit will sie historische Erzählungen ermöglichen, die über eine reine physische Präsentation klassischer Art hinausreichen.

Von Ludger Fittkau

Die Leiterin des Jüdischen Museums Frankfurt, Mirjam Wenzel, aufgenommen anlässlich ihrer Vorstellung am 11.09.2015 m Kulturamt in Frankfurt am Main (picture-alliance / dpa / Andreas Arnold)

Mirjam Wenzel ist seit dem 1. Januar Leiterin des Jüdischen Museums Frankfurt. (picture-alliance / dpa / Andreas Arnold)

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Es ist eine Rückkehr in die Stadt ihrer Jugend. Mit 16 Jahren verließ Mirjam Wenzel Frankfurt am Main Richtung München und später Berlin, wo die promovierte Literaturwissenschaftlerin bis zuletzt die Medienabteilung des dortigen jüdischen Museums leitete. Direktorin in Frankfurt zu werden, ist aber nicht nur wegen ihrer persönlichen Bezüge zur Mainmetropole eine besondere Herausforderung für die 42-Jährige:

„Thematisch: Das jüdische Museum in Frankfurt ist das erste Museum im Nachkriegsdeutschland seiner Art. Und jüdische Geschichte in Frankfurt ist eine ganz besondere, weil hier wirklich jüdische Geschichte geschrieben wurde. Und zwar von herausragenden Persönlichkeiten wie Dan Diner, Micha Brumlik, Salomon Korn, Cilly Kugelmann. Wirklich intellektuellen Persönlichkeiten, die öffentlich in Erscheinung getreten sind und sich eingemischt haben – politisch. Stellung bezogen haben und tatsächlich so was geprägt haben wie ein Wieder-Entstehen von jüdischem Leben in Deutschland.“

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DER STAAT GEGEN FRITZ BAUER – ab 1.Oktober 2015 im Kino

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Die Bedeutung des hessischen Generalstaatsanwalts Fritz Bauer für das Zustandekommen der Auschwitz-Prozesse der 1960er Jahre ist unumstritten. Doch erst nach seinem Tod wurde sein entscheidender Verdienst um die Ergreifung Eichmanns bekannt. Grimme-Preisträger Lars Kraume (DIE KOMMENDEN TAGE) zeichnet mit DER STAAT GEGEN FRITZ BAUER nun das kraftvolle und fesselnde Porträt eines mutigen Mannes und dessen Kampf um Wahrheit und Gerechtigkeit. Unbeirrbar legte Bauer den Finger in die Wunde und schreckte dabei auch nicht vor unbequemen Fragen der Regierung Adenauer gegenüber zurück.

Burghart Klaußner (ELSER, DAS WEISSE BAND) verkörpert den Titelcharakter kongenial bis in die feinsten Details von Mimik und Gestik. Für die weiteren Rollen in seinem packenden, dichten Portrait der jungen BRD versammelte Lars Kraume mit Ronald Zehrfeld (BARBARA), Sebastian Blomberg (ZEIT DER KANNIBALEN), Lilith Stangenberg (DIE LÜGEN DER SIEGER) und Jörg Schüttauf (SO GLÜCKLICH WAR ICH NOCH NIE) ein hochkarätiges deutsches Schauspieler-Ensemble.

Inhalt

Frankfurt am Main 1957: Der hessische Generalstaatsanwalt Fritz Bauer (Burghart Klaußner) wird bewusstlos in seiner Badewanne aufgefunden. Auf dem Wannenrand: ein fast leeres Rotweinglas und ein nahezu volles Röhrchen Schlaftabletten. Ein gefundenes Fressen für den BKA-Mitarbeiter Paul Gebhardt (Jörg Schüttauf), denn hier wittert er seine Chance, den unliebsamen Generalstaatsanwalt loszuwerden. Er regt einen Polizeibeamten in Bauers Wohnung dazu an, einige weitere Schlaftabletten verschwinden zu lassen, um so den Anschein zu erwecken, Bauer habe einen Selbstmordversuch unternommen und sei in seinem Amt nicht mehr tragbar. Gegenüber dem ehrgeizigen Oberstaatsanwalt Ulrich Kreidler (Sebastian Blomberg) deutet Gebhardt an, dass man nur noch etwas mehr Druck ausüben müsse, um Bauer endlich zu Fall zu bringen.

Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus gelingt es Bauer jedoch rasch, seinen besorgten Vorgesetzten und Parteifreund, den hessischen Ministerpräsidenten Georg-August Zinn (Götz Schubert), zu beruhigen und die Selbstmord-Gerüchte zu zerstreuen. Read the rest of this entry »

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September 9th, 2015 at 11:45 am

Die Presse| Auschwitz-Prozess: „Das Böse bekam plötzlich Namen und Adresse“

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Auschwitz-Prozess in Frankfurt / Bild: (c) imago stock&people (imago stock&people) 

Am 19. August 1965 fielen nach 20 Monaten Verhandlung in Frankfurt die Urteile gegen 20 ehemalige SS-Männer. Vielen Beobachtern waren sie zu milde, der Auschwitz-Prozess gilt dennoch als Wendepunkt in der Geschichte.

   (DiePresse.com)

Das Ergebnis nach über drei Jahren Ermittlungen, 20 Monaten Verhandlung, der Anhörung von 356 Zeugen war ernüchternd: Nur wegen Beihilfe zum Mord verurteilte das Landgericht Frankfurt am Main am 19. August 1965 die Mehrzahl der Angeklagten in der Strafsache 4 Ks 2/63 gegen Robert Mulka und andere, besser bekannt als Auschwitz-Prozess. Trotzdem sehen viele Historiker den Prozess heute als Wendepunkt in der Geschichte: Erstmals habe er die Hölle des Holocaust einer breiten deutschen Öffentlichkeit bekannt gemacht. „Das Böse bekam plötzlich Namen und Gesicht, Alter und Adresse“, sagte der frühere Direktor des Fritz-Bauer-Instituts, Micha Brumlik.

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August 19th, 2015 at 6:06 am

STATEMENT VON VOLKER BOUFFIER: Zum 50. Jahrestag des Urteils im Frankfurter Auschwitz-Prozess

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„Ein Wendepunkt im Umgang mit den Verbrechen der Nationalsozialisten“

Anlässlich des 50. Jahrestages der Urteilsverkündung im Frankfurter Auschwitz-Prozess am morgigen Mittwoch hat der Bundesratspräsident und Hessische Ministerpräsident Volker Bouffier dessen Bedeutung für die Aufarbeitung der deutschen Geschichte betont: „Vor 50 Jahren ging ein Prozess zu Ende, der einen Wendepunkt im Umgang mit den Verbrechen der Nationalsozialisten darstellt. Er hat den Opfern eine unüberhörbare Stimme verliehen und die Gräueltaten der Nationalsozialisten sichtbar gemacht. Er markierte das Ende der Verdrängung und den Beginn der offenen Auseinandersetzung mit dem Holocaust in Deutschland.“

Hintergrund

Der hessische Generalstaatsanwalt Fritz Bauer hatte am 20. Dezember 1963 in Frankfurt den Prozess gegen 22 Angeklagte eröffnet, die sich für ihre Beteiligung am Mord an Millionen Juden in Auschwitz verantworten sollten. Mehr als 350 Zeugen wurden im Verlauf des 20-monatigen Prozesses gehört, unter ihnen 211 Überlebende des Vernichtungslagers. „Fritz Bauer war ein unermüdlicher Kämpfer gegen das Vergessen und für die Gerechtigkeit. Er hat gegen massivste Widerstände durchgesetzt, dass die Täter vor Gericht kamen. Was viele verdrängen wollten, brachte der Prozess ans Licht. Er war ein Akt der Aufklärung, ein unübersehbares Zeugnis der Schuld nicht weniger Demagogen, sondern tausender Helfer beim geplanten und organisierten Mord an Millionen von Menschen“, so Ministerpräsident Volker Bouffier. „Am 19. August 1965 endete der Auschwitz-Prozess im Frankfurter Gallus-Gebäude mit der Verkündung der Urteile und Haftstrafen für 17 der Angeklagten. Für die Aufarbeitung der Verbrechen der Nationalsozialisten in Deutschland war er ein wichtiger erster Schritt.“

 

Quelle: Pressestelle Staatskanzlei Hessen

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August 18th, 2015 at 11:19 am

JA| GOETHE-UNI: Erziehung ohne Auschwitz

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NS-Pädagogik ist in Frankfurt kein Pflichtfach mehr

23.07.2015 – von Astrid LudwigAstrid Ludwig

Im Geiste Adornos? Goethe-Universität Frankfurt/Main

© dpa

Micha Brumlik spricht von einem Skandal, der Jüdische Jugend- und Studentenverband Hessen kritisiert die Entscheidung scharf, der Asta der Goethe-Universität und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sind empört. Erheblicher Protest regt sich derzeit gegen die Entscheidung des Fachbereichs Erziehungswissenschaften an der Frankfurter Goethe-Universität, künftig die Vorlesungen zur Pädagogik in der NS-Zeit aus dem Curriculum für Lehramtsstudenten zu nehmen.

Sie sollen für den Besuch keine Credit Points, wichtige Leistungspunkte für das Studium, mehr erhalten. Das Studienangebot für angehende Lehrer zum Thema Indoktrination und Pädagogik im »Dritten Reich« soll nur noch als Spezialthema in Vertiefungsseminaren angeboten und bewertet werden. Zudem wurde das Studiengangs-Modul »Theorie und Geschichte« von zwei auf ein Semester gekürzt – auch Erziehungswissenschaftler erhalten dann nur noch die Hälfte an Credit Points.

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TAZ| Erste deutsche Holocaust-Professur: Wurde auch Zeit

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Eine Professur für Holocaust-Forschung fehlte in Deutschland bisher. Am Fritz-Bauer-Institut in Frankfurt wird dies nun geändert.

Das KZ in Auschwitz als Forschungsgegenstand. Bild: ap

FRANKFURT AM MAIN taz | 70 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs wird es auch in Deutschland die erste reguläre Holocaust-Professur geben, eine Stelle, die sich einzig und alleine der Erforschung der Geschichte und Wirkung des Holocausts annimmt. Wie das hessische Wissenschaftsministerium in der vergangenen Woche mitteilte, entsteht sie am Fritz-Bauer-Institut in Frankfurt. Damit schließen die Hessen eine Lücke in der deutschen Forschungslandschaft.

Einen Master in Holocaust und Genocide Studies oder einen Bachelor in Holocaust-Forschung bieten Universitäten in Schweden, den Niederlanden, Österreich und den USA schon längst an – inklusive zugehöriger Professuren.

Auch in Deutschland forschen einige Institute dazu, beispielsweise das Institut für Zeitgeschichte in München, das Simon-Dubnow-Institut für Jüdische Geschichte und Kultur in Leipzig oder das Zentrum Jüdische Studien Berlin-Brandenburg. Eine Professur gibt es bislang aber nirgendwo.

Auch nicht am Frankfurter Fritz-Bauer-Institut. „Mit seiner Ausrichtung ist es in Deutschland einmalig“, erklärt Micha Brumlik, Senior Advisor am Zentrum Jüdische Studien Berlin-Brandenburg. Als einzige Einrichtung beschäftige sich das Fritz-Bauer-Institut schwerpunktmäßig mit der Erforschung des Holocausts und dessen Wirkung auf die folgenden Generationen.

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April 23rd, 2015 at 9:45 am

nd| Fragen der Perspektive: Der »Expertenkreis Antisemitismus« droht sich zum Desaster zu entwickeln

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Für eine Fachkommission zum Antisemitismus beim Innenministerium wurde kein einziger jüdischer Vertreter benannt. Nun rufen Mitglieder des Gremiums nach einer Umbesetzung.
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Haben bisher im „Arbeitskreis Antisemitismus“ nicht viel zu melden: Juden

Volker Kauder, Thomas Oppermann, Gregor Gysi, Katrin Göring-Eckardt sowie Anton Hofreiter haben dieser Tage Post erhalten. Die Bildungsstätte Anne Frank sowie das Zentrum für Antisemitismusforschung (ZfA) an der TU Berlin wenden sich in einem gemeinsamen Brief an die Bundesfraktionschefs – in einer Angelegenheit, die sich zu einer Peinlichkeit entwickelt.

Es geht um die Besetzung jenes beim Bundesinnenministerium angesiedelten Expertenkreises, der als Nachfolger einer von 2008 bis 2011 aktiven Kommission erarbeiten soll, wie »Antisemitismus entschlossen zu bekämpfen und jüdisches Leben in Deutschland weiterhin nachhaltig zu fördern« sei. Die acht Mitglieder wurden vom Innenminister in Abstimmung mit den Fraktionschefs benannt. Die Auswahl stieß allerdings auf scharfe Kritik seitens gerade derjenigen, deren »Leben in Deutschland« durch die Kommission »gefördert« werden soll: Der Gruppe gehören weder Vertreter jüdischer Gemeinden oder Organisationen noch »Experten« an, die selbst jüdischer Herkunft sind.

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Februar 24th, 2015 at 6:01 pm

Journal Frankfurt| Zwischen Israel-Kritik und Opas Antisemitismus

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Foto: Joelle Dolle

Foto: Joelle Dolle
Wie kann man einem neuen Antisemitismus entgegenwirken und aus welcher Ecke kommt er? Darüber diskutierten Daniel Cohn-Bendit (Grüne), Erziehungswissenschaftler Micha Brumlik und Historikerin Stefanie Schüler-Springorum.
Wegen des Nahost-Konflikts fanden in diesem Sommer eine Reihe großer Demonstrationen in ganz Deutschland statt – dabei bahnte sich auch Antisemitismus den Weg in die Öffentlichkeit. Einer der traurigen Höhepunkte des öffentlich zur Schau gestellten Judenhasses war eine Demo in Frankfurt, bei der Hassparolen durch ein Polizeimikrofon gerufen wurden.
Diese Entwicklung nahm die Gesellschaft der Freunde und Förderer des Jüdischen Museums zum Anlass, zu einer Podiumsdiskussion zu laden. Unter dem Titel „Schon wieder – Antisemitische Parolen auf deutschen Straßen“ diskutierten Daniel Cohn-Bendit (Grüne), Erziehungswissenschaftler Micha Brumlik und Historikerin Stefanie Schüler-Springorum. Die Runde sprach vor allem davon, wie man mit dem neuen Antisemitismus, der nicht mehr vornehmlich aus der rechten Ecke der Gesellschaft kommt, umgeht. Und ob die zahlreichen Demonstrationen gegen Judenhass, die als Antwort organisiert wurden, der richtige Weg sind.

Cohn-Bendit, Abgeordneter im Europaparlament und ehemaliger Frankfurter Stadtrat, warnte vor einer Gleichsetzung des Staates Israels und dem Judentum. „Ich selbst bin ein leidenschaftlicher Kritiker der Politik Israels“, betonte der jüdische Politiker. Er kritisierte daher die Kundegebung vor knapp zwei Wochen in der Hauptstadt unter dem Motto „Steh auf! Nie wieder Judenhass!“. Denn eingeladen hatte der Zentralrat der Juden – und nicht etwa eine religionsunabhängige Stelle – und es wehten viele Israel-Fahnen am Brandenburger Tor. „Ich will nicht unter einer nationalstaatlichen Fahne gegen Antisemitismus demonstrieren“, sagte er. Denn, da waren sich alle einig, Judenhass sei nicht allein ein Problem der Juden, sondern der ganzen Gesellschaft.

Moderatorin
 Esther Schapira vom HR Fernsehen hakte daraufhin nach, wie weit man mit Kritik an Israel gehen darf. „Kann man die Abschaffung des Staates Israel fordern, ohne antisemitisch zu sein?“, fragte sie provokant. „Nein“, war die einstimmige Antwort.

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September 25th, 2014 at 8:39 am

Anlässlich seines 111. Geburtstags ehrt das Frankfurter Logenhaus Dr. Fritz Bauer

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Die Veranstalter der folgenden Geburtstagsfeier baten uns, die Einladung auch an Sie alle weiterzuleiten, was wir hiermit gerne tun!
Seien Sie alle herzlich willkommen! 
Eine Anmeldung können wir wg. des grossen Interesses nur empfehlen. Bitte richten Sie diese an e.panne@mac.com.

Anlässlich seines 111. Geburtstags ehrt das Frankfurter Logenhaus Finkenhofstraße 17 

Dr. Fritz Bauer

Der ehemalige Hessische Generalstaatsanwalt und große Humanist (1903 – 1968)
wird an seinem Geburtstag, Mittwoch, den 16.7.2014, gewürdigt.

Die feierliche Veranstaltung beginnt um 20:00 Uhr im Großen Saal des Logenhauses.

Der mit dem Prädikat „besonders wertvoll“ ausgezeichnete Dokumentarfilm

Fritz Bauer – Tod auf Raten
http://fritz-bauer-film.de

der preisgekrönten Regisseurin Ilona Ziok wird an diesem Abend wieder in Frankfurt am Main aufgeführt.
Seit seiner aufsehenerregenden Weltpremiere auf der Berlinale 2010 tourt der Film
nun im 5. Jahr erfolgreich durch Deutschland und um die Welt.

Umrandet wird der feierliche Abend von einem kurzen musikalischen Beiprogramm,
in dem gemeinsam bekannte Widerstands- und KZ-Lieder gesungen werden,
um so an Fritz Bauer zu erinnern, der vom Verfolgten des NS-Regimes zum Verfolger von NS-Verbrechern wurde, und in seinem Sinne der unzähligen Opfer der Nazis sowie der Mutigen im Widerstand gegen Hitler zu gedenken.

Die vorgesehenen Lieder:
Die Gedanken sind frei – Trotz alledem und alledem – Das Buchenwaldlied – Sag mir, wo die Blumen sind – We Are The World
Das Musikprogramm wird aufgezeichnet und in Ausschnitten mit Liedern bekannter Sänger kombiniert
als Bonus-CD zu der geplanten DVD des Films Ende des Jahres erscheinen.

Eine Diskussion über das Geburtstagskind mit spannenden Gästen ergänzt diese besondere Feier.

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Juli 8th, 2014 at 7:43 pm

Frankfurt|’Einen schöneren Abschluss hätte ich mir nicht vorstellen können‘

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„Der Ankauf des Lebenswerkes von Georg Kumpfmüller-Jahn ergänzt die seit 1962 systematisch angelegte Fotosammlung des Instituts für Stadtgeschichte in hervorragender Weise“, versicherte Evelyn Brockhoff, Leitende Direktorin des Instituts, bei der Übernahme des umfangreichen Bestandes aus den Händen des langjährigen Bildjournalisten der Frankfurter Rundschau (FR), Georg Kumpfmüller-Jahn.


Demonstration gegen Ausländerfeindlichkeit mit Tom Koenigs, Micha Brumlik, Joschka Fischerm Lutz Sikorski, 10. März 1989
Foto: Georg Kumpfmüller-Jahn (Institut für Stadtgeschichte)
***

Seit Ende der 1970er Jahre hat der Fotograf für die Frankfurter Rundschau das Zeitgeschehen in der Main-Metropole dokumentiert, speziell in den Bereichen Lokales und Sport. Dabei entstanden etwa 54000 schwarz-weiß Negative, mehrere Tausend schwarz-weiß Abzüge sowie ab dem Jahr 2000 rund 40.000 farbige Digitalaufnahmen auf 149 CDs.

Nun hat sich Georg Kumpfmüller-Jahn entschlossen, die wertvolle Sammlung dem Institut für Stadtgeschichte zu überlassen. Der Bestand umfasst das gesamte Spektrum der Pressefotografie und dokumentiert eine enorme Fülle von Ereignissen, Veranstaltungen, Stadtansichten, Personen und Alltagsbeobachtungen in äußerst qualitätsvollen, zuweilen künstlerischen Aufnahmen.

Der 1947 geborene Fotograf lebt seit 1960 in Frankfurt und studierte hier zunächst Architektur. Nach zweijähriger Tätigkeit als Architekt begann er neben einem Zweitstudium mit dem Theaterspiel und engagierte sich in der Sozialarbeit. Währenddessen kam er zufällig zur Fotografie: Ein bei der FR tätiger Mitbewohner seiner Wohngemeinschaft machte ihn auf den fotografischen Nebenjob aufmerksam. „Ich wusste gar nicht, dass Fotografie für mich das totale Ausdrucksmittel ist“, erinnerte sich Kumpfmüller-Jahn. „Das war ein riesiges Glück für mich.“ Von 1978 bis 1986 arbeitete er als freier Fotograf bei der FR, anschließend als fest angestellter Bildredakteur für die Bereiche Sport und Lokales. Bis ins Jahr 2000 fotografierte er analog und in Schwarz-weiß, danach digital und farbig.

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Mai 26th, 2014 at 12:17 pm

Mäzene, Gelehrte, Bürger: Jüdisches Engagement und jüdische Gelehrsamkeit in Frankfurt

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„Mäzene, Gelehrte, Bürger: Jüdisches Engagement und jüdische Gelehrsamkeit in der Frankfurter Universitätsgeschichte“ ist das Thema eines öffentlichen Symposiums, zu dem interessierte Bürger und Wissenschaftler vom 25. bis 27. Mai ins Gemeindezentrum der Jüdischen Gemeinde und die Goethe-Universität eingeladen sind. Zum Auftakt hält der Vorsitzende des Vorstands der Jüdischen Gemeinde Frankfurt, Prof. Dr. Salomon Korn, den Festvortrag über das jüdische Mäzenatentum und die Gründung der Universität in Frankfurt.

Dieser Festakt, bei dem u.a. Dr. Andrei Mares als Vorsitzender des Gemeinderats der Jüdischen Gemeinde, und Universitätspräsident Prof. Dr. Werner Müller-Esterl sprechen werden, findet statt am Sonntag (25. Mai) um 17 Uhr im Ignatz Bubis-Gemeindezentrum der Jüdischen Gemeinde.

Der Geschichte der jüdischen Gemeinschaft in Frankfurt kommt im Kontext der Gründung der Frankfurter Universität vor 100 Jahren besondere Bedeutung zu: Individuelle jüdische Stifterinnen und Stifter sowie jüdische Stiftungen spielten nicht nur für die Finanzierung der jungen Universität eine herausragende Rolle. Sie legten auch den Grundstein für die besondere Liberalität und Offenheit der Hochschule. Eine ganze Reihe von Instituten und Lehrstühlen im Bereich der Medizin, der Naturwissenschaften, der Sozialforschung, der Geschichtswissenschaften und der Philosophie verdanken ihre Gründung großzügigen Mäzenen, und auch nach ihrer Errichtung erfreute sich die Universität der Unterstützung der jüdischen Bürgerschaft. „Mit diesem Engagement war vor allem auch die Hoffnung verbunden, in Frankfurt könnten jüdische Gelehrte fortan, frei von religiösen Schranken und sozialer Diskriminierung, selbstverständlich und gleichberechtigt am akademischen Leben teilhaben“, erläutert Prof. Christian Wiese, seit 2010 Inhaber der Martin-Buber-Professur für Jüdische Religionsphilosophie, der für diese Tagung federführend verantwortlich ist.

Kooperationspartner sind die Jüdische Gemeinde Frankfurt, das Jüdische Museum Frankfurt und die Hebraica- und Judaica Abteilung der Frankfurter Universitätsbibliothek. Das Symposium gehört zum Programm anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Goethe-Universität.

Die Vorträge des Symposiums, die am Montag (26. Mai) und Dienstag (27. Mai) im Casino, Raum 1.801 auf dem Campus Westend stattfinden, betten die Frage nach der Rolle jüdischer Stiftungen, Stifterinnen und Stifter der Universität in Beiträge zur zeitgenössischen Geschichte der jüdischen Gemeinschaft Frankfurts ein. Dabei thematisieren sie u. a. die Rolle des Sozialpolitikers und Philanthropen Wilhelm Merton, des deutsch-amerikanischen Bankiers Jacob Schiff, des Unternehmers Arthur von Weinberg oder der Familie Rothschild. „Exemplarisch wird zudem die Geschichte der Wirksamkeit jüdischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie der aus jüdischen Stiftungen hervorgegangenen Institute in der Frankfurter Universitätsgeschichte vor und nach der Shoah erzählt“, ergänzt Wiese. Im Mittelpunkt stehen Gelehrte wie Martin Buber, der Orientalist Josef Horowitz oder der Soziologe Franz Oppenheimer, aber auch das Institut für Sozialforschung.

Darüber hinaus konnte der international renommierte amerikanische Historiker Prof. Dr. Michael A. Meyer für den Abendvortrag am Montag (26. Mai) um 19 Uhr gewonnen werden. Er spricht über die Rolle von Juden und Judentum an den deutschen Universitäten. Durchgehend spielt die Zäsur von 1933 eine wichtige Rolle: „Die Entlassung jüdischer Gelehrter, die Diskriminierung jüdischer Studierender und die Enteignung jüdischer Stiftungen gehört mit zum Erbe der Goethe-Universität“, so Wiese. Prof. Dr. Micha Brumlik reflektiert in einem abschließenden Abendvortrag am (Dienstag) 27. Mai (Beginn 18.15 Uhr) über die Auslöschung des jüdischen Teils der Frankfurter Universitätsgeschichte im Nationalsozialismus und die Schwierigkeiten eines Neuanfangs nach 1945.

Informationen: Prof. Dr. Christian Wiese, Martin-Buber-Professur für Jüdische Religionsphilosophie, Fachbereich Evangelische Theologie, Campus Westend, Tel. (069) 798-33313/3342, c.wiese@em.uni-frankfurt.de; Dr. Stefan Vogt, Tel. (069) 798-32032, s.vogt@em.uni-frankfurt.de; das Programm im Detail: http://www2.uni-frankfurt.de/49851370/maezene

Weitere Informationen:
– http://www2.uni-frankfurt.de/49851370/maezene

Quelle: idw

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Mai 20th, 2014 at 4:48 am

„Das wird man doch noch sagen dürfen!“ Micha Brumlik

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„Das wird man doch noch sagen dürfen!“ Über den Unterschied zwischen Antijudaismus, Antisemitismus, Antizionismus und Kritik an Israel. Der Rat der Religionen im Haus am Dom am 21.06.2010 in Frankfurt. Teil 1/3 Auszüge von Prof. Dr. Micha Brumlik

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Juli 7th, 2010 at 2:36 pm