Micha Brumlik, Publizist und Autor

Erziehungswissenschaft, Religionsphilosophie, Politik

Archive for the ‘#GöttingerFriedenspreis’ tag

Deutschlandfunk| Antisemitismusvorwurf – Umstrittene Stimme

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Der Göttinger Friedenspreis 2019 geht an den Verein „Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost“. Der Zentralrat der Juden kritisiert die Entscheidung, da der Verein die Boykottbewegung gegen Israel unterstütze. Stadt und Uni distanzierten sich von der Auszeichnung, verliehen wird er trotzdem.

Von Michael Hollenbach

Zu den schärfsten Kritikern der „Jüdischen Stimme für gerechten Frieden in Nahost“ gehört Achim Dörfer, der zweite Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde in Göttingen. Er begrüßt ausdrücklich den Rückzug von Universität, Stadt und Sparkasse von der Preisverleihung.

„Was für mich klar ist: Es darf dafür keine öffentliche Unterstützung geben. Es darf aus der Mitte der Gesellschaft keine Unterstützung geben.“

„Das ist eine feige Rückzugsentscheidung, und sie ist auch unehrlich begründet“, sagt dagegen Andreas Zumach.

Der Journalist ist Jury-Vorsitzender des Göttinger Friedenspreises. Er kritisiert, dass die Unipräsidentin und der Oberbürgermeister dem Druck des Zentralrats der Juden in Deutschland nachgegeben hätten.

„Denn sie haben die ausführlich begründete Entscheidung der Jury des Göttinger Friedenspreises geringer gewichtet als die Rufmordversuche, Falschbehauptungen des Zentralrat-Vorsitzenden der Juden Schuster.“

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Written by lbucklitsch

März 8th, 2019 at 11:58 am

Stadtradio| Kontroverse um Göttinger Friedenspreis: Betrachtung aus wissenschaftlicher Sicht

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Sendung:Mittendrin [Redaktion]
Autor:Jennifer Bullert
Datum:Donnerstag, 28. Februar 2019, 15:14 Uhr
Dauer:07:37 Minuten (bisher gehört: 53)
[zitierfähiger Link / Permalink]

Eigentlich wollten die Stadt, Universität und Sparkasse Göttingen am Samstag, den 9. März, die Vergabe des Göttinger Friedenspreises der Dr. Roland-Röhl-Stiftung feiern. Eigentlich. Denn nachdem bekannt wurde, dass die Jury den Verein „Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost“ zum Preisträger auserkoren hatte, kam von vielen Seiten Kritik auf. Aufgrund von Verbindungen zur “Boycott, Divestment and Sanctions”-Bewegung (BDS) wird dem Verein Antisemitismus vorgeworfen. Auch der Präsident des Zentralrats der Juden äußerte sich ablehnend zur Jurywahl. Zugleich verteidigten viele Privatpersonen und der Juryvorsitzende Andreas Zumach den Verein. Inzwischen haben Stadt, Universität und Sparkasse Abstand vom Friedenspreis 2019 genommen und ihre Unterstützung zurückgezogen. Um die Kontroverse aus wissenschaftlicher Sicht zu beleuchten, hat Jennifer Bullert mit dem Publizisten Prof. Dr. Micha Brumlik vom Selma Stern Zentrum für Jüdische Studien Berlin-Brandenburg gesprochen.

00:0007:36[Download MP3]

TAZ| Kommentar/ Göttinger Friedenspreis: Das Prinzip Kontaktschuld

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Es gibt keinen vernünftigen Grund, der „Jüdischen Stimme für gerechten Frieden in Nahost“ den Göttinger Friedenspreis zu verweigern.

von Micha Brumlik

Nein, es gibt keinen vernünftigen Grund, der „Jüdischen Stimme für gerechten Frieden in Nahost“ den ihr zugesprochenenen Preis zu verweigern beziehungsweise den Festlichkeiten der Preisverleihung fernzubleiben oder sich von ihnen zu distanzieren.

Gewiss: Unbestritten ist, dass die „Jüdische Stimme“ die Organisation „Boycott, Divestment and Sanctions“ (BDS) unterstützt. Und diese wird trotz ihrer erklärten und bisher auch durchgehaltenen Gewaltfreiheit von vielen, die dazu von der Sache berufen oder eben auch nicht berufen sind, für antisemitisch erklärt.

Erstens, weil BDS Waren von israelischen Firmen, die Juden gehören, boykottieren will – was viele an den nationalsozialistischen Judenboykott vom April 1933 erinnert.

Zweitens, weil BDS fordert, dass der Staat Israel alles besetzte und kolonialisierte arabische Land räumt – was nach Überzeugung vieler nicht weniger bedeutet als das Ende des jüdischen Staates Israel. Dem mag so sein oder nicht, indes folge man der Logik: eine Rückzugsforderung an den Staat beinhaltet immerhin, dass es auch Gebiete gibt, auf denen er legitim existiert.

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